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Rat bei Durchfall

Welche Ursachen es gibt, was Sie dagegen tun können und wann Sie zum Arzt sollten, erfahren Sie hier.

Es gibt viele verschiedene Ursachen für Durchfall, angefangen von kurzen, harmlosen Infekten bis hin zu schwerwiegenden Erkrankungen. Wichtig ist, dass es sich bei Durchfall nicht um eine Erkrankung handelt, sondern ein Symptom, welches Teil vieler verschiedener Krankheitsbilder ist.

Kurzfassung

  • Durchfall bezeichnet eine Konsistenz- und Frequenzveränderung des Stuhls.
  • Er kann akut oder chronisch verlaufen.
  • Auslöser sind meist virale oder bakterielle Infekte, aber auch psychischer Stress kann eine Ursache sein.
  • Wichtig ist es viel zu Trinken um den Wasserverlust auszugleichen.
  • Um eine Ansteckung zu vermeiden, ist Händehygiene unumgänglich.

Symptome

Durchfall (Diarrhoe) bezeichnet einen dünneren, häufigeren Stuhl. Die Konsistenzänderung kann von breiig bis dünnflüssig sein. Wichtig zu wissen ist, dass Durchfall keine Erkrankung an sich ist, sondern ein Symptom dessen Ursache verschiedene Krankheiten sein können.

Mögliche begleitende Symptome sind:

  • Bauchschmerzen und Krämpfe
  • Erbrechen
  • Kontinenzprobleme
  • Schmerzen beim Stuhlgang
  • Blut- oder Schleimauflagerungen im Stuhl
  • Fieber und Abgeschlagenheit

Arten und Ursachen

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen akutem und chronischem Durchfall. Eine weitere Unterteilung sind die paradoxen Stühle, bei denen Verstopfung und Durchfall abwechselnd auftreten.

Es gibt verschiedene Erkrankungen, die Durchfall auslösen können. Dazu gehören: Infektionen mit Viren oder Bakterien, Entzündungen, Tumorleiden, verschiedene Lebensmittelunverträglichkeiten, Autoimmunerkrankung und auch psychischer oder physischer Stress.

Je nach Ursache des Durchfalls kann die Erkrankung hochgradig ansteckend sein, daher ist ein gründliche Händehygiene sehr wichtig.

  

Akuter Durchfall

Chronischer Durchfall

Definition

  • Dünnerer, häufiger Stuhlgang
  • Weniger als 4 Wochen bestehend
  • Dünnerer Stuhlgang
  • Mehr als 4 Wochen bestehend

Typische Ursachen

  • Vieren (Noroviren und Enterovire)
  • Bakterien (Salmonellen, Yersinien oder Campylobacter) und Bakterientoxine
  • Einzeller
  • Psychischer Stress
  • Entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa)
  • Zöliakie
  • Laktoseintoleranz
  • Darmkrebs
  • Reizdarmsyndrom
  • Störung des Hormonhaushalts

Weitere Symptome

  • Erbrechen
  • Fieber
  • Bauchschmerzen
  • Blut im Stuhl
  • Symptome von Mangelerscheinungen (Blutarmut)

Verlauf

  • Verschwindet meist innerhalb von wenigen Tagen von alleine
  • Ohne Therapie über Wochen und Monate anhaltend

Hauptproblem

  • Flüssigkeitsverlust
  • Elektrolytverschiebung
  • Mangelernährung
  • Psychische Belastung

Diagnosestellung

  • Untersuchung einer Stuhlprobe auf Erreger
  • Magen- und Darmspiegelung

Behandlung

  • Meistens symptomorientiert
  • Flüssigkeitszufuhr
  • Nährstoffzufuhr
  • Abhängig von der Ursache
  • Flüssigkeitszufuhr
  • Nährstoffzufuhr

Sollten alle möglichen Auslöser schon ausgeschlossen sein, wird oftmals ein Reizdarmsyndrom oder funktioneller Durchfall diagnostiziert, was gleichbedeutend mit Durchfall ohne erkennbare Ursache ist.

Ist Durchfall gefährlich?

Grundsätzlich ist Durchfall nicht gefährlich. Trotzdem sind einige Dinge zu beachten.

Aufgrund des häufigen, flüssigen Stuhls verliert der Körper mehr Flüssigkeit als sonst. Dadurch besteht die Gefahr der Dehydratation und damit auch eine Verschiebung der Elektrolyte, vor allem von Natrium und Kalium im Blut. Dies kann vor allem bei älteren Menschen zu Kreislaufbeschwerden und Herzrhythmusstörungen führen.

Bei chronischem Durchfall ist vor allem der Verlust von Nährstoffen, Vitaminen und Spurenelementen zu beachten und sollte gegebenenfalls künstlich ausgeglichen werden.

In seltenen Fällen ist Durchfall ein Symptom von schweren Erkrankungen. Neu auftretender chronischer Durchfall sollte daher ab dem 40. Lebensjahr von einem Arzt untersucht werden.

Babys und Kleinkinder leiden besonders unter Durchfallerkrankungen. Sie haben größere Schwierigkeiten den Flüssigkeits- und Nährstoffverlust auszugleichen. Eltern sollten daher das Gewicht Ihres Kindes in regelmäßigen Abständen kontrollieren. Ein starker Gewichtsverlust kann auf deutlichen Flüssigkeitsverlust hindeuten. Auch die Anzahl, Menge und Beschaffenheit des Stuhls Ihres Kindes sollten Sie regelmäßig überprüfen.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach Art und Ursache des Durchfalls.

Der Flüssigkeitsverlust gilt bei Durchfall als Hauptproblem, wichtig ist es daher viel zu trinken. Greifen Sie dafür nach Wasser, Tees oder Elektrolytlösungen.Gesüßte Getränken eignen sich nicht, da der darin enthaltene Zucker die Wasserverschiebung im Darm verstärkt und damit Durchfall begünstigt. Falls der Flüssigkeitsverlust, z.B. aufgrund von Erbrechen oder Nahrungsverweigerung, dadurch nicht ausgeglichen werden kann, ist eine intravenöse Flüssigkeitszufuhr notwendig.

Durchfall kann auch eine Mangelernährung auslösen. In diesem Fall werden die fehlenden Nährstoffe, Vitamine und Mineralien als Präparate eingenommen. Generell ist eine ausgewogene Ernährung sehr wichtig um einem Nährstoffmangel vorzubeugen.

Akutem Durchfall liegen meistens virale oder bakterielle Infektionen zugrunde, bei denen die Ursache oftmals nicht direkt behandelbar ist. In den meisten Fällen heilen die Erkrankungen nach einigen Tagen von alleine aus und die Symptome verschwinden.

Es gibt Medikamente gegen durch Einzeller ausgelöste Durchfälle, diese sind vor allem im Notfall für Reisen gedacht.
Bei Bauchkrämpfen können krampflösende Mittel wie Buscopan helfen die Schmerzen zu lindern.

Durchfall-stoppende Mittel werden nicht empfohlen, da diese verhindern, dass die Erreger schnell mit dem Stuhl ausgeschieden werden.

Bei chronischem Durchfall ist die Behandlung immer von der Ursache abhängig.

Entzündliche Darmerkrankungen:

  • Individuelle Therapie mit Salicylsäurederivate als Grundbaustein in Form von Tabletten, Einläufen oder Zäpfchen
  • Immunsuppressiva wie z.B. Kortikosteroide und Antikörpertherapien
  • Im schlimmsten Fall operative Entfernung des Dickdarms (vor allem bei Colitis Ulcerosa)

Zöliakie

  • Konsequenter Verzicht auf glutenhaltige Lebensmittel um Darmkrebsrisiko zu minimieren

Intoleranzen:

  • Verzicht auf unverträgliches Nahrungsmittel
  • Bei Laktoseintoleranz: Einnahme von Laktase-Tabletten (Enzym das Laktose abbaut)

Hausmittel und Tipps

Bei akutem Durchfall ist es wichtig den Verlust an Salzen und Flüssigkeit auszugleichen. Dazu können sie etwas Salz und Zucker in Wasser auflösen und trinken.

Heidelbeertee

  • Getrocknete Heidelbeeren zermahlen
  • Heißes Wasser aufgießen
  • Bis zu 6 Tassen Tee täglich
  • Alternativ: getrocknete Heidelbeeren essen
  • Hinweis: nicht auf frische Heidelbeeren zurückgreifen, da diese Durchfall begünstigen

Kamille und Brombeerblätter

  • Heißes Wasser aufgießen
  • 5 Minuten ziehen lassen
  • Mehrmals täglich

Heilerde (spezieller, sehr feiner Sand)

  • Enthält Mineralien und Spurenelemente
  • Bindet Wasser und Giftstoffe in Magen und Darm
  • Zwei Teelöffel Heilerde-Pulver mit einem Glaß Wasser vermischen und in kleinen Schlucken trinken
  • Alternativ: Heilerde-Pulver trocken einnehmen und mit Speichel im Mund zu Brei vermischen und schlucken

Geriebene Äpfel und Karotten

  • Enthalten Pektin, ein Quellmittel, das im Darm Giftstoffe mancher Durchfall-Bakterien bindet
  • Alternative: Kartottensuppe

Wärme

  • Wärmflasche um Bauchkrämpfe zu lindern
  • Kartoffelauflagen (Kartoffeln wie Pellkartoffeln kochen, zerstampfen und auf ein Tuch legen; etwas auskühlen lassen und auf den Bauch legen)

Auf was Sie verzichten sollten

Das “Volksrezept” Cola und Salzstangen gegen Durchfall ist keine sinnvolle Lösung. Von Cola wird sogar abgeraten, da der Zucker im Getränk zu Wasserverschiedungen im Darm führt und dadurch den Durchfall noch verstärkt. Auch Salzstangen sind nicht unbedingt förderlich, da sie kein Kalium enthalten, welches bei Durchfall im Übermaß ausgeschieden wird

Milch, Kaffee und Alkohol können Durchfall verschlimmern und sollten daher vermieden werden.

Hygiene

Besonders wichtig ist eine gründliche Händehygiene um Ansteckungen vorzubeugen oder falls Sie selbst erkrankt sind, Ihre Mitmenschen zu schützen.

Auch Ihre Toilette sollten Sie nach der Benutzung gründlich reinigen um niemanden anzustecken.

Durchfall auf Reisen

Eine der häufigsten Erkrankungen auf Reisen sind Durchfallerkrankungen. Besonders in Entwicklungsländern sind die Hygienestandards verhältnismäßig gering. Außerdem gibt es in fremden Ländern andere Bakterien und Einzeller, die bei den Einheimischen keinen Effekt haben, aber bei Touristen zu Durchfallerkrankungen führen können.
Um eine Infektion zu vermeiden sollten Sie folgendes beachten:

  • Nahrungsmittelhygiene: Obst und Gemüse sollten Sie vor dem Verzehr waschen, schälen und falls möglich kochen. Achten Sie darauf, dass Sie Ihre Nahrungsmittel mit sauberem Wasser waschen. Fleisch sollten Sie gründlich erhitzen (kochen, braten). Verzichten Sie außerdem auf “frische” Nahrung, die in Ständen am Straßenrand verkauft werden.
  • Händehygiene: Waschen Sie sich vor dem Essen und nach Ausflügen gründlich die Hände.
  • Trinkwasserdesinfektion: Leitungswasser ist in vielen Ländern nicht trinkbar. Kochen Sie daher das Wasser vor dem Verbrauch ab oder desinfizieren Sie das Wasser mit speziell dafür geeigneten Mitteln. Verzichten Sie möglichst auf Eiswürfel, da diese aus Leitungswasser gemacht werden, welches nicht trinkbar ist.
  • Impfung: Sollten Sie in ein Gebiet reisen, in dem Durchfallerreger wie Typhus oder Cholera häufig vorkommen, ist eine Impfung vor dem Antritt der Reise empfehlenswert. Eine allgemeine Impfung gegen Durchfallerreger gibt es nicht.

Wenn der Durchfall spätestens nach der Heimreise nicht verschwunden sein, lassen Sie sich am besten von einem Arzt beraten.

Wann zum Arzt?

Wenn der Durchfall nur wenige Tage anhält, ist er für den sonst gesunden Menschen ungefährlich. Der Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt pendelt sich nach ein paar Tagen von alleine wieder ein.

Sollte der Durchfall jedoch nach Mahlzeiten –  auch in Verbindung mit Bauchkrämpfen und Kreislaufbeschwerden – auftreten, sollten Sie sich an einen Arzt wenden. Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit kann der Grund für die Beschwerden sein.

Wenn der Durchfall mehr als vier Wochen lang anhält, spricht man von chronischem Durchfall. In diesem Fall sollten Sie unbedingt den Arzt aufsuchen, da schwerwiegende Erkrankungen der Auslöser sein können.

Sollten Sie Blut im Stuhl bemerken, wenden Sie sich möglichst schnell an eine Arzt.

Quellen

  • https://www.vitabook.de/gesundheitslexikon/durchfall.php
  • https://www.netdoktor.de/symptome/durchfall/
  • https://www.apotheken-umschau.de/Durchfall