Ihr Ratgeber zu Schwindel

Schwindel wird unterschiedlich wahrgenommen und tritt in diversen Situationen auf, zum Beispiel auf der Rolltreppe, morgens beim Aufstehen oder auch in großen Menschenmengen. Die Ursachen dafür sind zahlreich. Wichtig ist daher eine exakte Anamnese, besonders auch, um mögliche Krankheiten zu diagnostizieren. Weitere Informationen rund um das Thema Schwindel finden Sie hier.

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Kurzfassung

  • Schwindel ist eine unangenehme Störung der räumlichen Orientierung oder die fälschliche Wahrnehmung einer Bewegung des Körpers, wie Drehen und Schwanken.
  • Es gibt viele Arten von Schwindel, die alle unterschiedliche Ursachen haben können. 
  • Nicht immer liegt eine Krankheit zugrunde, z.B. bei Schwangerschaften, niedrigem Blutdruck, Alkoholkonsum oder Höhenangst.
  • Wichtig ist es, die Ursache für den Schwindel herauszufinden, um eine entsprechende Therapie in die Wege zu leiten.
  • Zum Arzt sollte man auf jeden Fall gehen, wenn es zum Beispiel  keinen ersichtlichen Grund für den Schwindel gibt oder plötzliche Schwindelattacken auftreten und weitere Beschwerden hinzukommen.

Was ist Schwindel?

Leidet man unter Schwindel, so nimmt man eine Scheinbewegung wahr und fühlt sich benommen. Die Schwindelgefühle können in bestimmten Situationen schubweise auftreten oder dauerhaft bestehen.

Schwindel kann unterschiedlich wahrgenommen werden:

DrehschwindelDer Betroffene hat das Gefühl etwas dreht sich in ihm oder die Umgebung kreist um ihn.
SchwankschwindelDer Betroffene meint im Stehen zu schwanken oder die Umgebung scheint sich hin und her zu bewegen.
LiftschwindelDer Betroffene hat das Gefühl nach unten oder oben gezogen zu werden.
Fallneigung Der Betroffene hat das Gefühl nach vorne oder zur Seite zu kippen.
Benommenheitsschwindel Benommenheit und Taumeligkeit

Dreh-, Schwank-, Liftschwindel und Fallneigung werden zu dem systematischen Schwindel zusammengefasst. 

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Arten von Schwindel und seine Ursachen

Unser Gleichgewichtssinn – vestibuläres System – sorgt dafür, dass wir uns sicher in unser Umgebung fortbewegen können. Verschiedene Systeme arbeiten zusammen, damit das möglich ist. Dazu gehören:

  • unser Gleichgewichtsorgan im Innenohr,
  • unsere Augen,
  • unsere Tast- und Tiefensinne.

Für die Koordination all der Informationen, die wir über unsere Augen, Ohren und Tastsinne aufnehmen, ist ein Kerngebiet im Hirnstamm zuständig. Unsere Bewegungen sind das Resultat aus dem korrekten Zusammenspiel der unterschiedlichen Systeme. 

Damit dieser Prozess reibungslos ablaufen kann, muss jedes der Teilsysteme ausreichend gut mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt sein. Weitere Faktoren sind:
– der Blutfluss und Blutdruck
– ein intakter Stoffwechsel
– eine intakte Psyche
Ist eines der Teilsysteme gestört oder unterversorgt kann es zu Schwindelanfällen kommen.

Beispiele für Schwindelarten und deren Ursachen sind:

Gutartiger Lagerungsschwindel Kleinste Kristalle schwirren in den Bogengängen des Gleichgewichtsorgans umher und rufen bei jeder Kopf- oder Körperbewegung Schwindel aus.Übelkeit und Erbrechen sind Folgen des gutartigen Lageschwindels.

Phobischer Schwankschwindel Benommenheit, Fallangst und ein schwankendes Gefühl sind Kennzeichen des psychisch bedingten Schwindels.Anfälle treten meist in klassischen Paniksituationen auf.Betroffen sind häufig perfektionistisch veranlagte Menschen. 
Zentral-vestibulärer SchwindelDie Ursache für Dauerschwindel, Doppelbilder, Koordinations- oder Sprechstörungen liegt im Bereich des Hirnstamms.Da Durchblutungsstörungen zugrunde liegen können, sollten die Beschwerden rasch abgeklärt werden. 
Migräne-Schwindel Eine Sonderform der Migräne, die neben Schwindel auch mit Übelkeit, Gang- und Standunsicherheit oder Sehstörungen auftreten und mehrere Stunden anhalten kann. Die Ursache ist eine vorübergehende Beeinträchtigung der Durchblutung des Hirnstamms. 
Morbus Menière Flüssigkeitsansammlungen im Innenohr gelten als Auslöser für diese meist heftigen Drehschwindel-Attacken.Sie treten meist zusammen mit Fallneigung, starker Übelkeit und Erbrechen auf. Auch Hörprobleme, Ohrgeräusche und Ohrdruck sind typische Krankheitszeichen.Die Anfälle treten unregelmäßig aber mit zunehmender Häufigkeit auf. Ursachen oder Risikofaktoren sind bis dato nicht bekannt.
Neuritis vestibularis Er kann ein paar Tage andauern, manchmal einige Wochen: starker Dauerdrehschwindel mit Übelkeit, Fallneigung, Gang- und Standunsicherheit. Obwohl die genaue Ursache für die Beeinträchtigung des Hörnervs unbekannt ist, geht man davon aus, dass eine Herpes-Infektion verantwortlich sein könnte. Treten zusätzlich zu den Symptomen Hörprobleme auf, können auch Durchblutungsstörungen der Auslöser sein. 

Bilaterale Vestibulopathie Starke Sehprobleme, sowie ein regelmäßig auftretender Dreh- und Schwankschwindel sind die Hauptmerkmale.Die Ursachen sind kaum bekannt. Eine Hirnhautentzündung kann die Beschwerden auslösen. 
Vestibularisparoxysmie Dreh- oder Schwankschwindel, der überfallartig auftritt, nur wenige Momente andauert und zu Gang- sowie Standunsicherheit führen kann.Die genaue Ursache ist unklar.Bestimmte Kopfhaltungen können eine Attacke begünstigen. Experten vermuten, dass winzige nervliche Dysfunktionen die Ursache sein könnten.

Nicht immer liegt den Schwindelanfällen eine Krankheit zu Grunde. Auslöser bei gesunden Menschen sind Folgende:

  • Schwindel aufgrund von Schwangerschaft
  • Schwindel aufgrund von niedrigem Blutdruck direkt nach dem Aufstehen.
  • Schwindel aufgrund von (zu hohem) Alkoholkonsum.
  • Schwindel aufgrund einer neuen, falsch eingestellten Sehstärke bei Brillen.
  • Schwindel aufgrund der Wechseljahre.
  • Schwindel aufgrund von Reisekrankheit oder Höhe.

Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

Schwindel kann krankhafte Ursachen haben, dem muss aber nicht sein. Ein Arztbesuch sollte in Erwägung gezogen werden, wenn folgende Faktoren eintreten:

  • Schwindelanfälle ohne ersichtlichen Grund.
  • Plötzlich auftretende Schwindelanfälle.
  • Verstärkt auftretendes Gefühl von Schwanken auf festem Untergrund.
  • Auftreten von Schwindelgefühlen bei bestimmten Kopfbewegungen.
  • Weitere Beschwerden, wie Übelkeit, Kopfschmerzen, Ohrschmerzen, Atemnot, Ohrgeräusche oder Fieber treten ein.
  • Benommenheitsgefühle und Schwindel halten für längere Zeit an.
  • Häufiges Auftreten von Schwindelgefühlen in bestimmten Situationen, wie zum Beispiel der Aufenthalt in großen Menschenmengen oder vor wichtigen Terminen.
  • Schwindelanfälle während Ohrerkrankungen, wie zum Beispiel bei einer Mittelohrentzündung.

Wie kann Schwindel therapiert werden?

Primär gilt es, die Ursache für den Schwindel zu erforschen. Je nach Ursache kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz. 

  • Krankengymnastische Methoden können den Gleichgewichtssinn der Betroffenen im Allgemeinen verbessern.
  • Liegen Entzündungen zu Grunde, werden diese mit Antibiotika behandelt.
  • Antivertiginosa sind Mittel, die bei heftigem Schwindel Abhilfe verschaffen.
  • Tumore oder Gefäßprobleme werden invasiv behandelt.

Zudem sollten Nikotin, Stress und Alkohol gemieden werden. Regelmäßige Bewegung wirkt unterstützend.

Welches Verfahren letztendlich angewandt wird, entscheidet der behandelnde Arzt.

Quellen

  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/193355/Schwindel-Das-Einmaleins-der-Diagnose
  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/59203/Leitsymptom-Schwindel
  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/143233/Periphere-und-zentrale-vestibulaere-Schwindelformen

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