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Sodbrennen hat sich in den vergangenen 40 Jahren in der westlichen Welt zu einer Volkskrankheit entwickelt. Laut der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) leidet in Deutschland etwa jeder Fünfte regelmäßig unter dem Rückfluss vom Magensaft in die Speiseröhre. In der Regel lindert bereits eine Umstellung der Lebensgewohnheiten die Beschwerden.

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Sodbrennen

Kurzfassung

  • Sodbrennen entsteht durch eine Funktionsstörung des Speiseröhrenschließmuskels.
  • Der Rückfluss (Reflux) der Magensäure in die Speiseröhre äußert sich durch Druck im Oberbauch, ein brennendes Gefühl in der Brustbeingegend und mitunter saures Aufstoßen.
  • Übergewicht, ungesunde Ernährung und mangelnde Bewegung sind verbreitete Ursachen.
  • Chronische Symptome können krankheitsbedingt sein und bedürfen einer ärztlichen Behandlung.

Symptome

Sodbrennen ist ein typisches Symptom der sogenannten gastroösophagealen Refluxkrankheit. Dieser Fachbegriff steht für den Rückfluss des Mageninhalts in die Speiseröhre.

  • Die Magensäure brennt in der Brustbeingegend und steigt teilweise bis in den Rachen hinauf.
  • Im Oberbauch und hinter dem Brustbein entsteht ein Druckgefühl.
  • Beim sauren Aufstoßen kommen gelegentlich Speisereste zusammen mit der Magensäure hoch und erzeugen einen unangenehmen Geschmack im Mund.
  • In der Folge treten durch eine Reizung der Atemwege nächtliche Atembeschwerden, Reizhusten am Morgen und Halsschmerzen auf.

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Ursachen

Sodbrennen entsteht durch eine Funktionsstörung des Schließmuskels der Speiseröhre, dem sogenannten Ösophagus-Sphinkter. Aggressive Salzsäure aus dem Magen reizt zusammen mit halbverdautem Speisebrei die Speiseröhrenschleimhaut. Da diese keinen Schutzmechanismus gegen die Reizung besitzt, entsteht das unangenehme Brennen.

Zur Entstehung von Sodbrennen gehören folgende Ursachen:

LebensstilKörperliche VeränderungenKrankheiten
  • Üppige, fettreiche Ernährung
  • Süße und saure Speisen
  • Rauchen
  • Übermäßiger Alkoholkonsum
  • Koffeinhaltige Getränke
  • Enge Kleidung
  • Stress durch seelische und körperliche Belastung
  • Übergewicht
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Schwangerschaft
  • Regelmäßige Einnahme von Medikamenten mit bestimmten Wirkstoffen wie
    • Herz-Kreislauf-Mittel
    • Psychopharmaka
    • Asthmapräparate
    • Hormonelle Verhütungsmittel
  • Stoffwechselstörungen (z. B. Diabetes mellitus)
  • Reizmagen (Dyspepsie)
  • Magenschleimhautentzündung (Gastritis)
  • Magengeschwür (Ulcus ventriculi)
  • Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis)
  • Zwerchfellbruch (Hiatushernie)
  • Ausstülpung der Speiseröhre (Divertikel)
  • Schädigung der Nervenzellen am Schließmuskel der Speiseröhre (Achalasie)

Folgeerkrankungen

Einige Krankheiten können Sodbrennen sowohl auslösen als auch infolge chronischer Beschwerden auftreten.

  • Dazu gehören etwa Speiseröhrenentzündungen. Bei einem Barrett-Ösophagus kann sich das Gewebe zum Beispiel entzündlich verändern und Merkmale einer Krebsvorstufe entwickeln.
  • Auch eine Fettunverträglichkeit kann Sodbrennen verursachen oder sich als Folgeerscheinung entfalten.

Wichtig: Refluxbeschwerden mit Sodbrennen können ein Alarmsignal sein. Hormonproduzierende Tumore in der Bauchspeicheldrüse oder im Dünndarm erhöhen beispielsweise die Säureproduktion im Magen und führen zu Geschwüren im Magen und Dünndarm.

Diagnose

Zur Erforschung der Ursache für wiederkehrendes Sodbrennen führen Ärzte verschiedene Untersuchungen durch. Zu diesem Zweck wenden Mediziner unterschiedliche Methoden an:

  • Die Endoskopie ist eine Spiegelung der Speiseröhre und des Magens (Gastroskopie). Dabei zeigen sich Entzündungen der Speiseröhrenschleimhaut, verätzte Stellen, Verengungen oder Geschwülste. Bei einer Gastroskopie entnehmen Spezialisten außerdem Gewebeproben zur Aufdeckung von Entzündungen und Krebsgeschwüren.
  • Bei der 24-Stunden-pH-Metrie erfasst eine Sonde in der Speiseröhre in einer Langzeit-Säuremessung den Rückfluss von säurehaltigem Mageninhalt. Ein Aufnahmegerät speichert den mengenmäßigen Nachweis der Säurekonzentration in der Speiseröhre innerhalb von 24 Stunden. Das Ergebnis hilft bei der Diagnose einer Refluxkrankheit und einer dafür gezielt geeigneten Medikation.
  • Für eine Röntgenuntersuchung schlucken Patienten einen Kontrastmittelbrei. Eine mögliche Verengung am Speiseröhrenausgang wird in den Aufnahmen sichtbar. Ebenfalls zeigt das Röntgenbild einen Zwerchfellbruch.
  • Mit der Manometrie messen Ärzte unterschiedliche Druckverhältnisse in der Speiseröhre. Die eingeführte Sonde überprüft den gesamten Schluckablauf und registriert insbesondere krampfartig erhöhte Muskeldrücke. Auf diese Weise decken sie eine gestörte Muskelaktivität der Speiseröhre auf.
  • Die Szintigrafie ist eine nuklearmedizinische Untersuchung. Leicht radioaktiv markierte Stoffe zeigen, wie aktiv bestimmte Gewebe sind. Experten leiten aus dem Ergebnis die Stärke des Refluxes und die Funktionsfähigkeit der Selbstreinigung der Speiseröhre ab.

Behandlung

Die mannigfaltigen Auslöser für Sodbrennen erfordern jeweils unterschiedliche Behandlungsmethoden. Eine fundierte Diagnose ist für die geeignete Therapie die wichtigste Voraussetzung.

Bereits der Verzicht auf ungesunde Lebensmittel, Nikotin und Alkohol lindert die Beschwerden.

Für die häufigsten Ursachen des Sodbrennens sind zusätzlich folgende Maßnahmen im Alltag hilfreich:

  • Tägliche Essensmenge auf fünf bis sechs kleine Mahlzeiten aufteilen
  • Auf enge Kleidung oder Gürtel verzichten
  • Letzte Mahlzeit spätestens vier bis fünf Stunden vor dem Schlafengehen einnehmen
  • Mit hoch gelagertem Oberkörper schlafen
  • Arbeitszeit verringern
  • Alltag strukturiert organisieren
  • Regelmäßig Sport treiben
  • Autogenes Training praktizieren

Reichen die vorbeugenden Verfahrensweisen nicht aus, können Medikamente hilfreich sein:

MedikamentengruppeZielEinsatzbereich

Antazida

  • Neutralisierung überschüssiger Magensäure
  • Bindung von Gallensäuren
  • Schutz der Speiseröhrenschleimhaut
  • Gelegentliches Sodbrennen
  • Einnahme nach Eintreten der Beschwerden

Protonenpumpenhemmer

  • Hemmung der Säureausschüttung aus dem Magen
  • Häufiges Sodbrennen
  • Reizmagen (Dyspepsie)
  • Magenschleimhautentzündung (Gastritis)
  • Vorübergehende Einnahme 1x täglich vor dem Essen

H2-Blocker

  • Blockade der Andockstelle für den Botenstoff Histamin
  • Hemmung der Säureausschüttung aus den Drüsenzellen des Magens
  • Wiederkehrendes Sodbrennen
  • Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis)
  • Magengeschwür (Ulcus ventriculi)
  • Vorübergehende Einnahme 1x täglich zur Nacht

Wichtig: Auch vor der Einnahme rezeptfreier Medikamente ist stets die Rücksprache mit einem Arzt notwendig.

Fragen und Antworten

Wann ist der Gang zum Arzt empfehlenswert?

Gelegentliches Sodbrennen hat zumeist harmlose Ursachen wie übermäßiges oder ungesundes Essen. In diesen Fällen verschwinden die Symptome nach wenigen Stunden von allein. Bei unklaren Auslösern für das Sodbrennen oder chronischen Beschwerden ist ein Besuch beim Arzt ratsam. Mediziner ergründen die Ursache und schlagen eine geeignete Therapie vor.

Welcher Arzt ist bei Sodbrennen die richtige Wahl?

Der Hausarzt ist für anhaltendes Sodbrennen zunächst der geeignete Gesprächspartner. Bei ihm ist Ihr Gesundheitszustand samt Vorerkrankungen und gegebenenfalls einer regelmäßigen Medikamenteneinnahme bekannt. Hilft dies bei der Ursachenforschung nicht weiter, untersuchen Gastroenterologen die Symptome. Dies sind Spezialisten für Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts.

Wie gefährlich kann Sodbrennen werden?

  • Regelmäßiges oder sogar anhaltendes Sodbrennen belastet die Schleimhaut der Speiseröhre. Der ständige Kontakt mit der Salzsäure aus dem Magen kann zu Entzündungen der Speiseröhrenschleimhaut und in der Folge zu krankhaften Veränderungen der Speiseröhrenwand führen.
  • Die häufige Einnahme von Säureblockern kann wiederum Nierenschäden, Osteoporose und Darminfektionen verursachen.

Wann ist eine Operation notwendig?

In seltenen Fällen ist eine Operation unumgänglich.

  • Bei einem Zwerchfellbruch bilden Fachchirurgen beispielsweise aus dem oberen Magenabschnitt einen neuen Muskelring an der Einmündung der Speiseröhre in den Magen, der die Speiseröhre verschließt.
  • Außerdem entfernen sie Ausstülpungen der Speiseröhre (Divertikel), die Probleme verursachen.
  • Entfernt werden ebenso erkrankte Gewebeteile bei Barrett-Ösophagus, Speiseröhrenkrebs oder Magenkrebs.

Quellen

  • https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/58760/Haeufiges-Sodbrennen-aerztlich-abklaeren
  • https://www.dgvs.de/pressemitteilungen/volkskrankheit-reflux-sodbrennen-und-saures-aufstossen-wirksam-behandeln/
  • https://www.apotheken-umschau.de/Sodbrennen
  • https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/sodbrennen/behandlung.html
  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/32102/Wie-gefaehrlich-ist-Sodbrennen