Was tun bei Unterleibsschmerzen?

Ob zyklusbedingt oder als plötzliches Warnsignal: Unterleibsschmerzen sind für viele Frauen belastend und haben vielfältige Ursachen. Erfahren Sie, was hinter den Beschwerden stecken kann. Über TeleClinic können Sie bequem von zu Hause mit Ärztinnen und Ärzten sprechen und bei Bedarf eine Krankschreibung* anfragen.

Unterleibsschmerzen: Ursachen, Diagnose und Hilfe

Das Wichtigste in Kürze

  • Definition: Unterleibsschmerzen bezeichnen Schmerzen im Bereich des kleinen Beckens und des Unterbauchs, die akut oder chronisch auftreten können.
  • Ursachen: Die Auslöser sind vielfältig und reichen vom weiblichen Zyklus (Eisprung, Periode) über Entzündungen bis hin zu Erkrankungen der Harnwege oder des Verdauungstraktes.
  • Warnsignale: Bei plötzlichen, sehr starken Schmerzen, Fieber oder Blutungen außerhalb der Regel ist eine sofortige ärztliche Abklärung notwendig.
  • TeleClinic: Über die App können Sie bequem von zu Hause eine ärztliche Beratung erhalten und bei Bedarf eine Krankschreibung anfragen.

Fast jede Frau kennt es: Ein Ziehen, Krämpfe oder ein dumpfes Druckgefühl im unteren Bauchbereich. Unterleibsschmerzen (medizinisch oft als pelvine Schmerzen bezeichnet) sind ein häufiges Symptom, das jedoch nicht immer gynäkologische Ursachen haben muss. Da im kleinen Becken verschiedene Organsysteme eng beieinanderliegen, können auch der Darm oder die Harnwege für die Beschwerden verantwortlich sein. Eine genaue Beobachtung der Symptome hilft den Ärztinnen und Ärzten, die richtige Diagnose zu stellen.

KI-generiertes Bild mit Frau auf dem Sofa. Frau verbildlicht Unterleibsschmerzen mit Wärmflasche und Tee.

Was sind Unterleibsschmerzen?

Unterleibsschmerzen werden als Schmerzen definiert, die im Bereich unterhalb des Bauchnabels lokalisiert sind. Sie können krampfartig (kolikartig), dumpf, drückend oder stechend auftreten. Je nach Ursache zeigen sie sich zyklusabhängig, also in Verbindung mit der Menstruation, oder treten völlig unabhängig davon auf. Mediziner unterscheiden zudem zwischen akuten Unterleibsschmerzen, die plötzlich einsetzen, und chronischen Beschwerden, die über einen Zeitraum von sechs Monaten oder länger bestehen.

Ursachen: Woher kommen die Schmerzen?

Die Gründe für Beschwerden im Unterbauch sind komplex. Um die Ursache einzugrenzen, ist es hilfreich, den Zeitpunkt und die Art des Schmerzes genau zu beschreiben. Häufig lassen sich die Auslöser in drei Kategorien einteilen:

1. Gynäkologische Ursachen (Weibliche Geschlechtsorgane)

Viele Frauen leiden unter zyklusbedingten Beschwerden. Hier spielen hormonelle Veränderungen eine große Rolle.

  • Unterleibsschmerzen Periode (Dysmenorrhoe): Während der Regelblutung zieht sich die Gebärmutter zusammen, um die Schleimhaut abzustoßen. Dies verursacht bei vielen Frauen krampfartige Schmerzen.
  • Unterleibsschmerzen Eisprung (Mittelschmerz): Etwa in der Zyklusmitte spüren einige Frauen ein einseitiges Ziehen, wenn der Follikel im Eierstock platzt.
  • Unterleibsschmerzen vor Periode (PMS): Das prämenstruelle Syndrom kann bereits Tage vor der Blutung zu Spannungsgefühlen und Schmerzen führen.
  • Endometriose: Bei dieser Erkrankung wächst Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter, was oft zu sehr starken Unterleibsschmerzen führt.
  • Zysten und Myome: Gutartige Gewebeveränderungen an Eierstöcken oder Gebärmutter können Druckschmerzen verursachen.
  • Unterleibsschmerzen Wechseljahre: Hormonelle Umstellungen können auch in der Menopause zu diffusen Schmerzen oder Trockenheit führen.

2. Urologische Ursachen (Harnwege)

Brennen beim Wasserlassen kombiniert mit Schmerzen im Unterbauch deutet oft auf eine Blasenentzündung (Zystitis) oder Nierensteine hin. Diese Schmerzen treten unabhängig vom Zyklus auf.

3. Gastrointestinale Ursachen (Verdauungstrakt)

Nicht selten strahlen Probleme des Darms in den Unterleib aus. Dazu gehören:

  • Blinddarmentzündung (Appendizitis) – oft rechtsseitiger Schmerz.
  • Reizdarmsyndrom.
  • Verstopfung oder starke Blähungen.
  • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (z. B. Morbus Crohn).

Spezielle Situationen: Schwangerschaft und fehlende Periode

Besondere Aufmerksamkeit erfordern Schmerzen, die mit Veränderungen der Menstruation oder einer Schwangerschaft einhergehen.

Unterleibsschmerzen Schwangerschaft

In der Frühschwangerschaft ist ein leichtes Ziehen oft normal, da sich die Mutterbänder dehnen und die Gebärmutter wächst. Treten jedoch starke Unterleibsschmerzen, Blutungen oder Fieber auf, muss umgehend ein Arzt oder eine Ärztin konsultiert werden, um Komplikationen wie eine Eileiterschwangerschaft auszuschließen.

Unterleibsschmerzen ohne Periode

Haben Sie Schmerzen, aber Ihre Blutung bleibt aus? Dies kann auf eine Schwangerschaft hindeuten, aber auch durch Stress, Hormonschwankungen oder Zysten ausgelöst werden. Tritt der Schmerz plötzlich und extrem stark auf, kann es sich um einen medizinischen Notfall (z. B. gedrehter Eierstock) handeln.

Wann sollten Sie ärztliche Hilfe suchen?

Während leichte Regelschmerzen oft mit Ruhe und Wärme behandelt werden können, gibt es Symptome, die eine medizinische Abklärung erfordern.

  • Plötzlicher Beginn: Der Schmerz setzt schlagartig und sehr heftig ein („Vernichtungsschmerz“).
  • Begleitsymptome: Fieber, Übelkeit, Erbrechen oder Kreislaufprobleme treten auf.
  • Veränderungen: Der Ausfluss verändert sich (Geruch, Farbe) oder es treten Zwischenblutungen auf.
  • Dauer: Die Schmerzen halten ungewöhnlich lange an oder reagieren nicht auf übliche Hausmittel.
  • Schwangerschaft: Bei jeder Art von Schmerz in der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten.

Behandlungsmöglichkeiten und was Sie selbst tun können

Die Therapie richtet sich immer nach der Grunderkrankung. Bei funktionellen Beschwerden wie Regelschmerzen helfen oft krampflösende Schmerzmittel (z. B. mit dem Wirkstoff Ibuprofen oder Buscopan) sowie Wärme.

Hausmittel bei Unterleibsschmerzen

Wärme ist oft das Mittel der Wahl, da sie die Muskulatur entspannt und die Durchblutung fördert.

  • Wärmflasche oder Kirschkernkissen: Auf den Unterbauch legen.
  • Entspannungsbäder: Ein warmes Bad (nicht zu heiß bei akuten Entzündungen) kann Krämpfe lösen.
  • Tees: Kräutertees mit Kamille, Schafgarbe oder Frauenmantel wirken beruhigend.
  • Magnesium: Kann präventiv helfen, die Muskulatur zu entspannen.

Wie TeleClinic bei Unterleibsschmerzen helfen kann

Wenn Sie unter Beschwerden leiden, sich unsicher über die Ursache sind oder den Weg in die Praxis scheuen, stehen Ihnen die Ärztinnen und Ärzte bei TeleClinic zur Seite. Über die TeleClinic App können Sie schnell und diskret eine professionelle Einschätzung erhalten.

  • Anamnese & Beratung: Im digitalen Gespräch schildern Sie Ihre Symptome. Die Ärztin oder der Arzt kann oft bereits durch gezielte Fragen (z. B. zur Stärke und Lokalisation der Schmerzen) eine Ersteinschätzung vornehmen.
  • Behandlung: Je nach Diagnose erhalten Sie Handlungsempfehlungen oder, falls medizinisch notwendig, ein Rezept für passende Medikamente. Die Ausstellung von Rezepten erfolgt stets nach ärztlichem Ermessen.
  • Krankschreibung: Sollten die Schmerzen so stark sein, dass Sie nicht arbeitsfähig sind, können Sie eine Krankschreibung anfragen. Auch hier gilt: Die Ausstellung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erfolgt nach sorgfältiger Prüfung und rein nach ärztlichem Ermessen.

Wichtiger Hinweis: Bei Verdacht auf akute Notfälle wie eine Blinddarmentzündung oder eine Eileiterschwangerschaft werden die Ärztinnen und Ärzte Sie umgehend an eine Klinik oder eine Praxis vor Ort verweisen.

Quellen/Belege

Autorin Celina von der Linden. Lächelnde Frau aus dem TeleClinic Team.
Von Medizinredakteur/in:
Celina von der Linden

Dieser TeleClinic-Ratgeber wurde nach höchstem wissenschaftlichen Standard von unseren Medizinredakteuren verfasst. Die Artikel sollen Ihnen lediglich Erstinformation zu diversen Themen bieten und können keine ärztliche Diagnose ersetzen. Gerne beraten Sie erfahrene Ärzte weiterführend in einem Online-Arztgespräch.

Inhaltsverzeichnis

Häufige Fragen

Unterleibsschmerzen entstehen oft durch das Zusammenziehen der Muskulatur, beispielsweise der Gebärmutter während der Periode, oder durch Entzündungsprozesse im kleinen Becken. Da in diesem Bereich Organe wie Gebärmutter, Eierstöcke, Blase und Darm eng beieinanderliegen, können Erkrankungen jedes dieser Organe Schmerzen auslösen, die dann zentral im Unterbauch wahrgenommen werden. Auch hormonelle Schwankungen im Zyklusverlauf sind ein häufiger Auslöser für die Schmerzentstehung.
Bei akuten, krampfartigen Beschwerden kann Wärme in Form einer Wärmflasche oder eines Bades helfen, um die Muskulatur zu entkrampfen. Auch rezeptfreie Schmerzmittel können kurzfristig Linderung verschaffen.
Schmerzen im Unterleib, die nicht mit der Regelblutung zusammenhängen, können vielfältige Ursachen haben, wie etwa den Eisprung (Mittelschmerz), Zysten an den Eierstöcken oder eine Entzündung der Harnwege. Auch Erkrankungen des Darms, wie Reizdarm oder Verstopfung, strahlen oft in den Unterbauch aus. Zudem sollte bei sexuell aktiven Frauen immer die Möglichkeit einer Schwangerschaft in Betracht gezogen werden, da auch die Dehnung der Mutterbänder zu Beginn Schmerzen verursachen kann.
Eine ärztliche Untersuchung ist notwendig, wenn die Schmerzen ungewöhnlich stark sind, plötzlich einsetzen oder länger andauern als gewohnt. Warnsignale, die einen sofortigen Arztbesuch erfordern, sind Begleitsymptome wie Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Blut im Urin oder Stuhl sowie Blutungen außerhalb der normalen Regel (Zwischenblutungen) oder nach den Wechseljahren.
Über die TeleClinic App können Sie rund um die Uhr eine Beratung durch Ärztinnen und Ärzte erhalten, um Ihre Symptome professionell einordnen zu lassen. Dies ist besonders hilfreich, wenn Sie unsicher sind, ob ein Praxisbesuch notwendig ist oder wenn Sie unter bekannten, wiederkehrenden Beschwerden wie Regelschmerzen leiden. Nach dem Gespräch können Sie bei medizinischer Notwendigkeit direkt ein Rezept oder eine Krankschreibung anfragen; die Ausstellung erfolgt dabei immer nach ärztlichem Ermessen.

Häufige Behandlungen

Arztgespräch, Rezept und Krankschreibung in wenigen Klicks per App anfragen. Ausstellung erfolgt nach ärztlichem Ermessen per Videosprechstunde.

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