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Patienten lieben TeleClinic

Hendrik
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16.04.2023
Man muss nicht das Bett verlassen wenn es einem sowieso schon schlecht geht und steckt auf dem Weg zum Arzt sowie im Wartezimmer niemanden an. Finde ich super!
Branko
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18.04.2023
Mir hat besonders gut gefallen, dass es nicht länger als zwei Stunden gedauert hat, und ich hatte mein Rezept, inklusive, App Download, Registrierung, Anmeldung und Arztkontakt. Vielen Dank!
Stefanie
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15.04.2023
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Anja
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15.04.2023
Großartig. Super einfach, ohne viele Umstände. Man spart sehr viel Zeit und Ärger rund um Termine beim Arzt. Das werde ich jetzt häufiger nutzen.
Torsten
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14.04.2023
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Christoph
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17.04.2023
Durch den digitalen Arztbesuch ermöglicht TeleClinic es einem, sich im Krankheitsfall auf die Erholung im eigenen Bett zu konzentrieren und nicht im Wartezimmer sitzen zu müssen.
Hanna
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17.04.2023
Dass die Krankmeldung direkt in der App vorhanden ist, ist besonders praktisch. Auch, dass das Rezept an eine Apotheke der Wahl geschickt werden kann ist eine Erleichterung.

Die abgebildeten Rezensionen wurden vor Veröffentlichung auf Ihre Echtheit durch die TeleClinic geprüft und stammen ausschließlich von Personen, die eine Behandlung über die TeleClinic-Plattform in Anspruch genommen haben. Die Bewertungen wurden im Rahmen einer Nutzerbefragung eingeholt und wurden basierend auf ihrer Aktualität zum Zeitpunkt der Auswertung ausgewählt.

Von Medizinredakteur/in:
Fabian Bohn

Hypercholesterinämie-Ratgeber

Kurzfassung

  • Eine Hypercholesterinämie ist eine Störung des Fettstoffwechsels mit einem deutlich erhöhten LDL-Cholesterinwert im Blut.
  • LDL-Cholesterin ist von den Blutfettwerten der wichtigste, wenn es um die Herz-Kreislauf-Gesundheit geht. Denn: Dauerhaft erhöhte Konzentrationen wirken negativ auf die Gefäße und spielen für Herz-Kreislauf-Krankheiten eine führende Rolle.
  • LDL-Cholesterin wird als „schlechtes” Cholesterin bezeichnet.
  • Der Gegenspieler, das HDL-Cholesterin heißt auch „gutes” Cholesterin, weil es die Gefäße schützt und dem Risiko einer „Gefäßverkalkung” (Atherosklerose) entgegenwirkt.
  • Fettstoffwechselstörungen können erblich (primär) oder erworben (sekundär) sein.
  • Die sekundäre Hypercholesterinämie entwickckelt sich in Verbindung mit anderen Erkrankungen, einem ungesunden Lebensstil oder der Einnahme von Medikamenten.
  • Eine Hypercholesterinämie verursacht häufig jahrelang keine Symptome.
  • Die Diagnose erfolgt meist im Rahmen eines Check-up, durch Auswertung des Blutbilds.
  • Die Behandlung folgt einer sogenannten Stufentherapie und zielt darauf ab, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken.
  • Die wichtigsten Veränderungen betreffen den Lebensstil – Ernährung, Bewegung, weniger Stress, Nikotin, Alkohol –, gegebenenfalls gefolgt von Medikamenten mit verschiedenen Wirkmechanismen.
  • Bei einer erblichen Fettstoffwechselstörung bleibt als letzte Möglichkeit eine Blutwäsche.
  • In der aktuellen Lipid-Leitlinie gilt eine Maxime für alle Risikogruppen: Je niedriger das LDL-Cholesterin, umso besser.

Steckbrief Cholesterin

Cholesterin ist ein Fett (Lipid) und nicht grundsätzlich schädlich. Ohne Cholesterin könnten wir gar nicht leben. Es ist ein bedeutender Bestandteil der Zellen, außerdem entstehen aus Cholesterin Hormone: die Geschlechtshormone Östrogen und Testosteron, Vitamin D und Gallensäuren. Letztere sind wichtig für die Verdauung. Der Körper stellt Cholesterin in ausreichender Menge – zu gut 80 Prozent – in der Leber selbst her, zusätzlich nehmen wir den Stoff über die Nahrung auf, im Idealfall sind es nur 20 Prozent.

Weil Cholesterin ein Fett und damit nicht wasserlöslich ist, dockt es im Blut an spezielle Eiweiße an, um transportiert werden zu können. Die so gebildeten Partikel werden als Lipoproteine bezeichnet, diese wiederum spielen eine wichtige Rolle beim Fettstoffwechsel. Lipoproteine transportieren die Fettmoleküle über die Blutbahnen zu allen Geweben des Körpers und versorgen die Zellen mit Energie, dazu gehört auch das eher unterschätzte Lipoprotein(a).

Im Blut gibt es zwei Cholesterin-Varianten:

  • LDL-Cholesterin (LDL-C) – LDL steht für Low Density Lipoprotein –, transportiert pro Partikel Tausende Fettmoleküle aus Leber und Darm in die Körperzellen. Steigt die Konzentration des LDL-Cholesterins im Blut zu stark an, können im Zusammenspiel mit anderen Risikofaktoren langsam die Arterien verstopfen – die Hauptursache für Herzinfarkt und Schlaganfall. Daher spricht man auch vom „schlechten“ LDL- Cholesterin. LDL im Blut sollte möglichst niedrig sein. LDL kann Cholesterin auch in kleinere Gefäße und damit weiter entfernte Gewebe schaffen.
  • HDL-Cholesterin (HDL-C) – HDL steht für High Density Lipoprotein – nimmt dagegen überschüssiges Cholesterin aus Zellen und Blut auf und bringt es zur Leber zurück. HDL kann auch bereits an Gefäßwände gebundenes Cholesterin wieder herauslösen. Damit leistet es einen entscheidenden Beitrag, um die Gefäßverkalkung zu bremsen. Es gilt: Je mehr „gutes” HDL, umso besser.

 

Und dann sind da noch die Triglyzeride:

  • Triglyzeride dienen dem Transport von Fettsäuren, speichern Energie im Fettgewebe und stellen Energie in der Muskulatur bereit. Sobald die Konzentration jedoch erhöht ist (Hypertriglyzeridämie) und zuwenig HDL (weniger als 40 mg/dl) im Blut zirkuliert, besteht Herz-Kreislauf-Alarm. Das trifft selbst dann zu, wenn LDL nicht erhöht ist. Diese Konstellation findet man häufig bei Typ-2-Diabetikern.

 

Typisch für Fettstoffwechselstörungen sind erhöhtes LDL-Cholesterin und/oder erhöhte Triglyzeride und/oder Lipoprotein(a). Der Mix zählt zu den Hauptursachen für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems mit Todesfolge. Kommen weitere Faktoren hinzu, potenzieren sich die Risiken.

Normale Blutfettwerte

Die Diagnose Hypercholesterinämie kann sich auf das Gesamtcholesterin oder das LDL-Cholesterin beziehen. Als obere Grenzwerte werden in der neuen europäischen Lipid-Leitlinie von 2019 für Erwachsene ohne zusätzliche Risikofaktoren für eine Herz-Kreislauferkrankung  empfohlen:

  • Gesamtcholesterin: um 200 mg/dl
  • LDL-Cholesterin: weniger als 115 mg/dl
  • HDL-Cholesterin: mehr als 40 mg/dl
  • Triglyzeride: weniger als 150 mg/dl
  • Lipoprotein(a): weniger als 30 mg/dl

 

Wichtig ist zudem das Verhältnis von Gesamtcholesterin zu HDL-Cholesterin. Ein Verhältnis von mehr als 5:1 gilt als ungünstig. Eine genauere Aussage ermöglicht ein Blutbild mit Laborwerten von Gesamtcholesterin, HDL, LDL, Triglyzeriden. Tritt eine Gefäßerkrankung frühzeitig auf, sollte auch das Lipoprotein(a) bestimmt werden, insbesondere wenn das LDL-Cholesterin nicht erhöht ist oder keine anderen Risiken vorliegen.

 

Symptome

Was für Betroffene „wie aus heiterem Himmel“ kommt – Kurzatmigkeit, Herzrhythmusstörungen oder Brustenge (Angina pectoris) bis zum Herzinfarkt –, hat meist eine lange Vorgeschichte. Die aber verläuft eher unbemerkt: Erhöhte Cholesterinwerte tun nicht weh, einerseits. Andererseits wissen nur wenige, dass die auch familiär bedingt sein können. Herz-Kreislauferkrankungen bei Eltern, Großeltern und Geschwistern können deshalb ein Warnsignal sein.

Andere Veränderungen betreffen die

  • Haut: kleine gelbe Fettablagerungen meist an Augenlidern, Ellenbogen, Knöcheln, Gesäß
  • Hornhaut des Auges: Trübung als Folge von Lipidablagerungen
  • Leber: Fettleber
  • Bauchspeicheldrüse bei einer Hypertriglyzeridämie: Entzündung (Pankreatitis)

 

Ursachen

Fettstoffwechselstörungen können erblich oder erworben sein. Bei der erblichen Form sprechen Mediziner von einer familiären oder primären Hypercholesterinämie, bei der erworbenen Form von einer sekundären Hypercholesterinämie.

Primäre Hypercholesterinämie

Führt von Geburt an zu hohen Cholesterinwerten im Blut, da sich bereits in jungen Jahren Cholesterin an den Wänden der Blutgefäße ablagert. Daraus resultiert ein hohes Risiko für vorzeitige Gefäßverkalkungen. Verantwortlich sind verschiedene, familiäre gehäuft vorkommende Gendefekte: Der kindliche Körper bildet zu wenig LDL-Rezeptoren aus, wodurch die Konzentration von LDL-Cholesterin übermäßig ansteigt.

Bei der reinerbigen (homozygoten) Form könnten schon im frühen Erwachsenenalter Gefäßverschlüsse, Herzinfarkte und Schlaganfälle auftreten, bei der heterozygoten Form (Genmutation nur von einem Elternteil geerbt) vor dem 55. Lebensjahr. Unerkannt und unbehandelt ist das Risiko für ein kardiovaskuläres Ereignis um das 5- bis 20-fache erhöht, kann jedoch bei früher Diagnose und konsequenter Behandlung auf das Normalmaß gesenkt werden.

In Deutschland wird die Rate an Neuerkrankungen auf 1:300 (Stand: 9/2019) geschätzt, das sind circa 270.000 Menschen mit familiärer Hypercholesterinämie. Weniger als ein Prozent sind diagnostiziert.

Sekundäre Hypercholesterinämie

Die wesentlich häufigere sekundäre Hypercholesterinämie wird durch andere Erkrankungen und/oder verschiedene Risiken ausgelöst. Beispiele sind:

  • Metabolisches Syndrom (auch: Syndrom X) als Folge eines schädlichen Lebensstils mit der Kombination aus Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhten Fett- und Blutzuckerwerten, entzündlicher Fettleibigkeit, Insulinresistenz: Das Risiko für Typ-2-Diabetes und insbesondere Herz-Kreislauferkrankungen steigt drastisch
  • Einschränkungen der Nierenfunktion (chronische Niereninsuffizienz)
  • Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose)
  • Leber- und Gallengangskarzinome
  • die Autoimmunerkrankung Systemischer Lupus Erythematodes
  • Magersucht (Anorexie)
  • verschiedene medikamentöse Substanzen, z. B. Betablocker, Androgene, Kortison

 

Risikofaktoren

Klassische Risikofaktoren betreffen den Lebensstil:

  • Fettreiche ungesunde Ernährung
  • Rauchen
  • Chronischer Stress
  • Bewegungsmangel
  • zu viel Alkohol

Diagnostik

Kennen Sie Ihre Blutfettwerte? Wenn nicht, geht es Ihnen wie etwa 60 Prozent der deutschen Bevölkerung. Das ist eher kontraproduktiv, denn je früher potenziell tückische Kreisläufe unterbrochen werden, umso besser lassen sich schädliche Konsequenzen für die Gesundheit vermeiden.

Familiäre Hypercholesterinämie

Wird häufig erst diagnostiziert, wenn es zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall in jungen Jahren kommt. Um frühzeitiger herauszufinden, ob eine familiäre Hypercholesterinämie vorliegt, empfehlen Experten ein sogenanntes Kaskaden-Screening:

Lipidambulanzen, Spezialisten und niedergelassene Hausärzte identifizieren die Verwandten ersten Grades (Eltern, Großeltern, Geschwister) des „Indexpatienten“, da die Erkrankung von Generation zu Generation (autosomal dominant) vererbt wird. Ziel ist der frühzeitige Beginn einer cholesterinsenkenden Therapie, durch die sich bei diesen Hochrisikopatienten die Prognose für einen frühen Herz- oder Hirninfarkt verbessern lässt.

Sekundäre Hypercholesterinämie

Die Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) eV rät allen, so früh wie möglich die Blutfettwerte ins Visier zu nehmen – und bei der Hausärztin/dem Hausarzt LDL, HDL und Triglyzeride im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen schon ab dem zehnten Lebensjahr messen und mindestens einmal im Leben Lipoprotein(a) bestimmen zu lassen.

Erwachsene gesetzlich Krankenversicherte haben zwischen dem 18. und 35. Lebensjahr einmalig Anspruch auf eine ärztliche Gesundheitsuntersuchung mit Bestimmung der Blutfettwerte, ab dem 35. Lebensjahr dann alle zwei Jahre beim Check-up 35.

Je früher eine Fettstoffwechselstörung entdeckt und erhöhtes LDL auf den Zielwert gebracht wird, je weniger „Cholesterinjahre“ muten Sie Ihren Blutgefäßen zu – also Jahre, die Sie mit einem erhöhten LDL-Wert leben.

Cholesterin-Tests für zu Hause

Cholesterin ist die Sammelbezeichnung für die Blutfette. Dauerhaft erhöhte Blutfettwerte können Verhärtungen und Verengungen der Blutbahnen verursachen. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzinfarkt und Schlaganfall steigt dadurch deutlich. Ein regelmäßiger Cholesterin-Test zeigt frühzeitig einen erhöhten Cholesterinspiegel an. Einfach und bequem sind Cholesterin-Selbsttest von diversen Herstellern. Patienten entnehmen zu Hause selbst die Blutprobe und senden sie dann zur Analyse in ein zertifiziertes medizinisches Labor.

Welche Werte ermittelt der Cholesterin-Test?

Cholesterin-Selbsttests ermitteln folgende Blutwerte:

  • LDL-Cholesterinspiegel
  • HDL-Cholesterinspiegel
  • Triclyceride
  • LDL/HDL-Quotient

Cholesterin ist als Lipoprotein ein lebenswichtiger Baustein für die Zellmembranen. Außerdem dient es als Basis für die Herstellung und Gewinnung von Gallensäure, Vitamin D und verschiedene Hormone. Das Gesamtcholesterin unterteilt sich in HDL- und LDL-Cholesterin:

  • HDL (High Density Lipoprotein) unterstützt die Elastizität der Zellwände und wirkt insgesamt positiv auf die Gesundheit.
  • Entgegengesetzt ist die Wirkung des LDL (Low Density Lipoprotein) bei zu hoher Konzentration im Blut.

Da das Blut große Mengen des LDL-Cholesterins nicht abtransportieren kann, setzt sich das Cholesterin an den Gefäßwänden ab. Dort verbindet es sich mit weiteren Inhaltsstoffen des Blutes und verengt die Gefäße. Die Gefäßwände verlieren an Elastizität. Extreme Ablagerungen können einen vollständigen Verschluss der Gefäße verursachen.

Triglyceride sind Neutralfette im Blut. Als Energiereserve speichert der Organismus sie im Fettgewebe. Eine erhöhte Konzentration der Triglyceride im Blut trägt ebenfalls zu Gefäßverengungen bei und gilt als Risikofaktor für Diabetes.

Der LDL/HDL-Quotient zeigt das Verhältnis der beiden Cholesterinarten zueinander an. Ein hoher LDL/HDL-Quotient gilt als Gesundheitsrisiko.

 

Behandlung

Hypercholesterinämien lassen sich gut therapieren. Früh erkannt, können schwere Komplikationen verhindert werden. Hausärzte behandeln, indem sie das individuelle Risiko des Patienten bewerten und dann die Zielwerte des LDL-C definieren. Hierfür erhalten Ärzte eine Orientierung durch die aktuellen Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (European Society of Cardiology, ESC) und der Europäischen Atherosklerosegesellschaft (European Atherosclerosis Society, EAS) von 2019. Diese geben auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse die Einteilung in Risikokategorien an und empfehlen den jeweils effektivsten Zielwert für LDL-Cholesterin, für den Studien das geringste Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen zeigten.

Vier Patientengruppen

Es werden vier Patientengruppen gebildet, abhängig vom jeweiligen Herz-Kreislauf-Risiko durch zusätzliche Erkrankungen (Komorbiditäten) und dem Zehn-Jahres-Risiko für eine tödliche Herz-Kreislauferkrankung:

  1. Bei Höchstrisikopatienten (darunter auch Menschen mit familiärer Hypercholesterinämie und kardiovaskulärer Erkrankung oder mit weiteren Risikofaktoren) soll der Zielwert für das LDL-C unter 55 mg/dl liegen. Gab es innerhalb von zwei Jahren trotz maximaler lipidsenkender Therapie ein zweites kardiovaskuläres Ereignis, soll noch weiter gesenkt werden, auf unter 40 mg/dl (<1,0 mmol/l)
  2. Für Patienten mit hohem Risiko rutscht der Zielwert für das LDL-C auf unter 70 mg/dl.
  3. Patienten mit moderatem Risiko haben nun den Zielwert unter 100 mg/dl
  4. Bei einem niedrigen kardiovaskulären Risiko liegt der Zielwert nach wie vor bei unter 116 mg/dl

 

Stufentherapie

Was bedeutet das für die Betroffenen? Die Behandlung folgt einer Stufentherapie, die auf Lebensstil- und Diätmaßnahmen basiert, gefolgt von Medikamenten mit verschiedenen Wirkmechanismen und als letzte – selten angewandte – Möglichkeit eine Blutwäsche, die LDL-C, Lipoprotein a und Triglyzeride aus dem Blut entfernt (Lipoproteinapherese). Das gilt besonders nach einem Herzinfarkt, Schlaganfall, bei Durchblutungsstörungen in den Beinen und für all jene, die durch Diabetes Typ 2, Bluthochdruck oder eine chronische Nierenerkrankung ein hohes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen haben. Bei ihnen ist es wichtig, das LDL-C auf einen Zielwert zu bringen.

Stufe 1

Studien zeigen, dass gesund zu leben selbst bei erblich bedingt hohen Blutfettwerten von Nutzen ist. Also gilt es, alle weiteren Risikofaktoren strikt einzustellen:

  • nicht rauchen
  • fettarme mediterrane Ernährung mit Schwerpunkt auf Vollkornprodukten, Gemüse, Obst, Fisch und wenig gesättigten Fettsäuren
  • 3,5 bis 7 Stunden Bewegung pro Woche
  • BMI zwischen 20 und 25
  • Taillenumfang von unter 94 cm bei Männern und unter 80 cm bei Frauen

Dennoch wird durch die Modifikation des Lebensstils das LDL-C allenfalls um 10 bis 15 Prozent gesenkt; eine Gewichtsabnahme von zehn Kilo reduziert das LDL-C um 8 mg/dl.

Stufe 2

Werden die Zielvorgaben durch Hochdosis-Statin nicht erreicht, wird in der Leitlinie zusätzlich ein Wirkstoff empfohlen, der den Blutfettspiegel senkt, indem er die Aufnahme von Cholesterin aus der Nahrung hemmt (Ezetimib).

Stufe 4

Werden durch Hochdosis-Statin plus Ezetimib die LDL-Vorgaben nicht erreicht, soll ein sogenannter PCSK9-Hemmer injiziert werden. Der körpereigene Botenstoff PCSK9 hat die Aufgabe, die Anzahl der LDL-Rezeptoren in der Leber zu regulieren, indem sie den Abbau von LDL-Rezeptoren hemmen. Hier gilt: Je mehr LDL-Rezeptoren, umso besser. Medikamente, die PCSK9 gezielt abfangen, ähneln den natürlich vorkommenden Abwehrstoffen und verhalten sich wie Antikörper. PCSK9-Inhibitoren helfen offenbar dabei, den Abbau von LDL-Rezeptoren in der Leber zu hemmen, sie senken das LDL-C um etwa 60 Prozent und in Kombination mit Hochdosis-Statin und Ezetimib um etwa 85 Prozent.

 

Fettqualität optimieren

Durch eine ausgewogene Ernährung mit insgesamt wenig und überwiegend pflanzlichem Fett, reichlich Fisch sowie viel Obst, Gemüse und Vollkorn können Sie selbst aktiv dazu beitragen, Ihr Herz und dessen Gefäße gesund zu erhalten und zu schützen.

Im Rahmen einer Lebensstiländerung empfehlen die Experten der DGFF (Lipid-Liga) konkret:

 

 

 

Die Fettqualität in den Lebensmitteln wirkt sich demnach deutlicher auf die Höhe des LDL-Cholesterins auf als die Verminderung des Nahrungscholesterins. Daher soll die Fettqualität optimiert werden. Bedeutet:

  • Zweimal wöchentlich Fisch: Lachs, Scholle und Hering sind reich an Omega-3-Fettsäuren, die das HDL-Cholesterin vermehren
  • Umsteigen auf natives Oliven- und Rapsöl
  • Der Anteil gesättigter Fette sollte mindestens auf unter zehn Prozent bzw. auf unter sieben Prozent bei erhöhtem LDL-Cholesterin reduziert werden
  • Fertiggerichte, Back- und Süßwaren, Pommes frites und Trockensuppen möglichst selten verzehren. Grund: Bis zu 30 Prozent des angegebenen Fettgehalts sind gehärtete Fette (trans-Fettsäuren), die das schlechte LDL- Cholesterin erhöhen und das gute HDL-Cholesterin senken.

 

Durch körperliche Aktivität setzt der Körper 300 Kalorien pro Bewegungseinheit um. Wer dies fünf Mal pro Woche schafft, verbrennt 1.500 Kalorien zusätzlich. Neben vielen anderen Gesundheitsvorteilen dankt der Körper dies mit einer durchschnittlichen

  • Absenkung der Triglyzeride von etwa 20 Prozent
  • Erhöhung des HDL-Cholesterins von circa zehn Prozent
  • Absenkung des LDL-Cholesterins von circa fünf Prozent

So kann TeleClinic helfen

Hohe Cholesterinwerte sollten in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden. Die Ärzte der TeleClinic beraten kompetent zu verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten. Eine Änderung der Ernährung und andere Maßnahmen rund um den Lebensstil können sich positiv auf die Cholesterinwerte auswirken. Durch den schnellen Zugang zu unseren Ärzten können Sie eine erste ärztliche Einschätzung einholen und die weiteren Schritte besprechen. Außerdem stellen die TeleClinic-Ärzte bei Bedarf Rezepte aus, die bequem in der Wunschapotheke abgeholt oder nach Hause geliefert werden können.

Quellen

  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/161185/Familiaere-Hypercholesterinaemie
  • https://www.endokrinologie.net/pressemitteilung/erbliche-fettstoffwechselstoerung.php
  • https://www.digimed-bayern.de/fileadmin/Webdata/digimed/20210303_PR_DHM_Vroni_CoVAK.pdf
  • https://www.dach-praevention.eu/care-high-kaskadenscreening/
  • https://flexikon.doccheck.com/de/Hypercholesterinämie
  • https://academic.oup.com/eurheartj/article/41/1/111/5556353
  • https://www.lipid-liga.de/wp-content/uploads/Pressemitteilung_DGFF-Lipid-Liga_Tag-des-Cholesterins_2021_10.06.2021.pdf

Dieser TeleClinic-Ratgeber wurde nach höchstem wissenschaftlichen Standard von unseren Medizinredakteuren verfasst. Die Artikel sollen Ihnen lediglich Erstinformation zu diversen Themen bieten und können keine ärztliche Diagnose ersetzen. Gerne beraten Sie erfahrene Ärzte weiterführend in einem Online-Arztgespräch.

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