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Hilfe und Beratung bei erhöhtem Cholesterin
Zu viel Cholesterin im Blut – in der Fachsprache Hypercholesterinämie genannt – ist eine Fettstoffwechselstörung mit negativem Einfluss auf die Gefäße und Folgen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Störungen des Fettstoffwechsels können erblich oder als Folge von Erkrankungen, eines ungesunden Lebensstils oder der Einnahme von Medikamenten erworben sein. Wie immer geht es um eine frühzeitige Behandlung. Da diese Krankheit allerdings nicht weh tut und häufig jahrelang keine Symptome verursacht, ist Eigeninitiative gefragt. Was Sie wissen sollten.
So kann TeleClinic helfen
Hohe Cholesterinwerte sollten in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden. Die Ärzte der TeleClinic beraten kompetent zu verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten. Eine Änderung der Ernährung und andere Maßnahmen rund um den Lebensstil können sich positiv auf die Cholesterinwerte auswirken. Durch den schnellen Zugang zu unseren Fachärzten können Sie eine erste ärztliche Einschätzung einholen und die weiteren Schritte besprechen. Außerdem stellen die TeleClinic-Ärzte bei Bedarf Rezepte aus, die bequem in der Wunschapotheke abgeholt oder nach Hause geliefert werden können.
Häufige Fragen
Werden die Kosten von meiner Krankenkasse übernommen?
Als gesetzlich Versicherter werden die Kosten für den Online-Arztbesuch von Ihrer Krankenkasse übernommen. Da wir aktuell nur Privatrezepte ausstellen dürfen, müssen Sie lediglich die Kosten für Ihr Medikament selbst tragen. Als Privatversicherter erhalten Sie wie gewohnt eine Rechnung, die Sie bei Ihrer Versicherung einreichen können.
Was muss ich beim digitalen Rezept oder der AU beachten?
Bei Bedarf können Ihnen Ärzte Privatrezepte sowie Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ausstellen. Diese sind rechtsgültig und werden von Arbeitgebern und Apotheken anerkannt. Bitte beachten Sie, dass eine private AU nicht zum Beantragen von Krankentagegeld gültig ist und Sie bei einem Privatrezept die Kosten für das verschriebene Medikament selbst bezahlen.
Wo kann ich mein Rezept einlösen?
Nachdem der Arzt Ihnen das digitale Rezept ausgestellt hat, können Sie es direkt in der App einlösen. Sie haben die Wahl, ob Sie das Medikament bei einer Apotheke vor Ort abholen oder sich das Medikament kostenlos und bequem nach Hause liefern lassen. Sie bezahlen entweder vor Ort oder auf Rechnung der Versandapotheke.
Wie lange muss ich warten?
Sie können bei uns innerhalb von zwei Stunden einen Arzt sprechen. Je nach Auslastung und Tageszeit kann dieser Wert etwas variieren.
Wie läuft der digitale Arztbesuch ab?
Zunächst übermitteln Sie Ihr Anliegen via Online-Formular oder in der App an uns. Sie werden benachrichtigt, wenn die Online-Sprechstunde beginnt und können dem Gespräch über die App beitreten. Die Verbindung mit dem Arzt wird sofort hergestellt, sobald dieser ebenfalls der Online-Sprechstunde beigetreten ist. Im Gespräch nimmt sich der Arzt für Ihr Anliegen so lange Zeit, bis alle wichtigen Fragen geklärt sind und stellt Ihnen im Anschluss alle wichtigen Dokumente in der App aus.
Eine tolle Idee. (...) Außerdem: wer sitzt schon gerne lange in einem Wartezimmer herum? Die meisten jedenfalls nicht. Ich finde diesen Service hervorragend!
Super Hilfe für Mamas!
Als Mama ist diese App genial, weil ich super schnell an Kinderärzte rankomme, und dem Arzt bsp Ausschläge oder geschwollenen Füße nach Wespenstiche zeigen kann. (...)
Ich habe mit Teleclinic eine tolle Möglichkeit gefunden mir unkomliziert ein Rezept verschreiben zu lassen. Ich erspare mir lange Wartezeiten bei einem lokalen Arztbesuch. (...)
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Ich habe heute die App zum ersten Mal genutzt. Ich war positiv überrascht. Die Handhabung ist sehr easy und intuitiv. (...) So geht Arzt 2019!
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Eine Hypercholesterinämie ist eine Störung des Fettstoffwechsels mit einem deutlich erhöhten LDL-Cholesterinwert im Blut.
LDL-Cholesterin ist von den Blutfettwerten der wichtigste, wenn es um die Herz-Kreislauf-Gesundheit geht. Denn: Dauerhaft erhöhte Konzentrationen wirken negativ auf die Gefäße und spielen für Herz-Kreislauf-Krankheiten eine führende Rolle.
LDL-Cholesterin wird als „schlechtes” Cholesterin bezeichnet.
Der Gegenspieler, das HDL-Cholesterin heißt auch „gutes” Cholesterin, weil es die Gefäße schützt und dem Risiko einer „Gefäßverkalkung” (Atherosklerose) entgegenwirkt.
Fettstoffwechselstörungen können erblich (primär) oder erworben (sekundär) sein.
Die sekundäre Hypercholesterinämie entwickckelt sich in Verbindung mit anderen Erkrankungen, einem ungesunden Lebensstil oder der Einnahme von Medikamenten.
Eine Hypercholesterinämie verursacht häufig jahrelang keine Symptome.
Die Diagnose erfolgt meist im Rahmen eines Check-up, durch Auswertung des Blutbilds.
Die Behandlung folgt einer sogenannten Stufentherapie und zielt darauf ab, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken.
Die wichtigsten Veränderungen betreffen den Lebensstil – Ernährung, Bewegung, weniger Stress, Nikotin, Alkohol –, gegebenenfalls gefolgt von Medikamenten mit verschiedenen Wirkmechanismen.
Bei einer erblichen Fettstoffwechselstörung bleibt als letzte Möglichkeit eine Blutwäsche.
In der aktuellen Lipid-Leitlinie gilt eine Maxime für alle Risikogruppen: Je niedriger das LDL-Cholesterin, umso besser.
Steckbrief Cholesterin
Cholesterin ist ein Fett (Lipid) und nicht grundsätzlich schädlich. Ohne Cholesterin könnten wir gar nicht leben. Es ist ein bedeutender Bestandteil der Zellen, außerdem entstehen aus Cholesterin Hormone: die Geschlechtshormone Östrogen und Testosteron, Vitamin D und Gallensäuren. Letztere sind wichtig für die Verdauung. Der Körper stellt Cholesterin in ausreichender Menge – zu gut 80 Prozent – in der Leber selbst her, zusätzlich nehmen wir den Stoff über die Nahrung auf, im Idealfall sind es nur 20 Prozent.
Weil Cholesterin ein Fett und damit nicht wasserlöslich ist, dockt es im Blut an spezielle Eiweiße an, um transportiert werden zu können. Die so gebildeten Partikel werden als Lipoproteine bezeichnet, diese wiederum spielen eine wichtige Rolle beim Fettstoffwechsel. Lipoproteine transportieren die Fettmoleküle über die Blutbahnen zu allen Geweben des Körpers und versorgen die Zellen mit Energie, dazu gehört auch das eher unterschätzte Lipoprotein(a).
Im Blut gibt es zwei Cholesterin-Varianten:
LDL-Cholesterin (LDL-C) – LDL steht für Low Density Lipoprotein –, transportiert pro Partikel Tausende Fettmoleküle aus Leber und Darm in die Körperzellen. Steigt die Konzentration des LDL-Cholesterins im Blut zu stark an, können im Zusammenspiel mit anderen Risikofaktoren langsam die Arterien verstopfen – die Hauptursache für Herzinfarkt und Schlaganfall. Daher spricht man auch vom „schlechten“ LDL- Cholesterin. LDL im Blut sollte möglichst niedrig sein. LDL kann Cholesterin auch in kleinere Gefäße und damit weiter entfernte Gewebe schaffen.
HDL-Cholesterin (HDL-C) – HDL steht für High Density Lipoprotein – nimmt dagegen überschüssiges Cholesterin aus Zellen und Blut auf und bringt es zur Leber zurück. HDL kann auch bereits an Gefäßwände gebundenes Cholesterin wieder herauslösen. Damit leistet es einen entscheidenden Beitrag, um die Gefäßverkalkung zu bremsen. Es gilt: Je mehr „gutes” HDL, umso besser.
Und dann sind da noch die Triglyzeride:
Triglyzeride dienen dem Transport von Fettsäuren, speichern Energie im Fettgewebe und stellen Energie in der Muskulatur bereit. Sobald die Konzentration jedoch erhöht ist (Hypertriglyzeridämie) und zuwenig HDL (weniger als 40 mg/dl) im Blut zirkuliert, besteht Herz-Kreislauf-Alarm. Das trifft selbst dann zu, wenn LDL nicht erhöht ist. Diese Konstellation findet man häufig bei Typ-2-Diabetikern.
Typisch für Fettstoffwechselstörungen sind erhöhtes LDL-Cholesterin und/oder erhöhte Triglyzeride und/oder Lipoprotein(a). Der Mix zählt zu den Hauptursachen für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems mit Todesfolge. Kommen weitere Faktoren hinzu, potenzieren sich die Risiken.
LDL-Cholesterin ist von den Blutfettwerten der wichtigste, wenn es um Störungen im Fettstoffwechsel (Dyslipidämien) und die Folgen geht.
Der Konsum von Speck wird bei einem erhöhten Cholesterinwert nicht empfohlen.
Was ist Hypercholesterinämie?
Zu viel LDL-C im Blut – in der Fachsprache Hypercholesterinämie genannt – hat einen negativen Einfluss auf die Gesundheit der Gefäße. Es entstehen sogenannte Plaques, unter anderem durch Ablagerung von Cholesterin in der Gefäßwand, wodurch sich das Gefäß verengt, verhärtet und „verkalkt“ (Atherosklerose). Zu den Folgeerkrankungen zählen Herzinfarkt, Schlaganfall, Durchblutungsstörungen in den Beinen (Periphere Arterielle Verschlusskrankheit, PAVK).
Darüber hinaus ist eine Hypercholesterinämie einer der „Bausteine” für das metabolische Syndrom, eine gleichermaßen gefährliche wie verbreitete Erkrankung, die das Risiko für Typ-2-Diabetes und insbesondere Herz-Kreislauferkrankungen steigert.
Hypercholesterinämien können erblich (primär) oder erworben (sekundär) sein, beispielsweise durch Rauchen und Bewegungsmangel, bei Diabetes, Bluthochdruck, bauchbetontes Übergewicht. All das multipliziert die Krankheitsrisiken, erhöhte Blutfettwerte allein müssen noch nicht dramatisch sein.
Normale Blutfettwerte
Die Diagnose Hypercholesterinämie kann sich auf das Gesamtcholesterin oder das LDL-Cholesterin beziehen. Als obere Grenzwerte werden in der neuen europäischen Lipid-Leitlinie von 2019 für Erwachsene ohne zusätzliche Risikofaktoren für eine Herz-Kreislauferkrankung empfohlen:
Gesamtcholesterin: um 200 mg/dl
LDL-Cholesterin: weniger als 115 mg/dl
HDL-Cholesterin: mehr als 40 mg/dl
Triglyzeride: weniger als 150 mg/dl
Lipoprotein(a): weniger als 30 mg/dl
Wichtig ist zudem das Verhältnis von Gesamtcholesterin zu HDL-Cholesterin. Ein Verhältnis von mehr als 5:1 gilt als ungünstig. Eine genauere Aussage ermöglicht ein Blutbild mit Laborwerten von Gesamtcholesterin, HDL, LDL, Triglyzeriden. Tritt eine Gefäßerkrankung frühzeitig auf, sollte auch das Lipoprotein(a) bestimmt werden, insbesondere wenn das LDL-Cholesterin nicht erhöht ist oder keine anderen Risiken vorliegen.
Symptome
Was für Betroffene „wie aus heiterem Himmel“ kommt – Kurzatmigkeit, Herzrhythmusstörungen oder Brustenge (Angina pectoris) bis zum Herzinfarkt –, hat meist eine lange Vorgeschichte. Die aber verläuft eher unbemerkt: Erhöhte Cholesterinwerte tun nicht weh, einerseits. Andererseits wissen nur wenige, dass die auch familiär bedingt sein können. Herz-Kreislauferkrankungen bei Eltern, Großeltern und Geschwistern können deshalb ein Warnsignal sein.
Andere Veränderungen betreffen die
Haut: kleine gelbe Fettablagerungen meist an Augenlidern, Ellenbogen, Knöcheln, Gesäß
Hornhaut des Auges: Trübung als Folge von Lipidablagerungen
Leber: Fettleber
Bauchspeicheldrüse bei einer Hypertriglyzeridämie: Entzündung (Pankreatitis)
Ursachen
Fettstoffwechselstörungen können erblich oder erworben sein. Bei der erblichen Form sprechen Mediziner von einer familiären oder primären Hypercholesterinämie, bei der erworbenen Form von einer sekundären Hypercholesterinämie.
Primäre Hypercholesterinämie
Führt von Geburt an zu hohen Cholesterinwerten im Blut, da sich bereits in jungen Jahren Cholesterin an den Wänden der Blutgefäße ablagert. Daraus resultiert ein hohes Risiko für vorzeitige Gefäßverkalkungen. Verantwortlich sind verschiedene, familiäre gehäuft vorkommende Gendefekte: Der kindliche Körper bildet zu wenig LDL-Rezeptoren aus, wodurch die Konzentration von LDL-Cholesterin übermäßig ansteigt.
Bei der reinerbigen (homozygoten) Form könnten schon im frühen Erwachsenenalter Gefäßverschlüsse, Herzinfarkte und Schlaganfälle auftreten, bei der heterozygoten Form (Genmutation nur von einem Elternteil geerbt) vor dem 55. Lebensjahr. Unerkannt und unbehandelt ist das Risiko für ein kardiovaskuläres Ereignis um das 5- bis 20-fache erhöht, kann jedoch bei früher Diagnose und konsequenter Behandlung auf das Normalmaß gesenkt werden.
In Deutschland wird die Rate an Neuerkrankungen auf 1:300 (Stand: 9/2019) geschätzt, das sind circa 270.000 Menschen mit familiärer Hypercholesterinämie. Weniger als ein Prozent sind diagnostiziert.
Sekundäre Hypercholesterinämie
Die wesentlich häufigere sekundäre Hypercholesterinämie wird durch andere Erkrankungen und/oder verschiedene Risiken ausgelöst. Beispiele sind:
Metabolisches Syndrom (auch: Syndrom X) als Folge eines schädlichen Lebensstils mit der Kombination aus Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhten Fett- und Blutzuckerwerten, entzündlicher Fettleibigkeit, Insulinresistenz: Das Risiko für Typ-2-Diabetes und insbesondere Herz-Kreislauferkrankungen steigt drastisch
Einschränkungen der Nierenfunktion (chronische Niereninsuffizienz)
Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose)
Leber- und Gallengangskarzinome
die Autoimmunerkrankung Systemischer Lupus Erythematodes
Magersucht (Anorexie)
verschiedene medikamentöse Substanzen, z. B.Betablocker, Androgene, Kortison
Risikofaktoren
Klassische Risikofaktoren betreffen den Lebensstil:
Fettreiche ungesunde Ernährung
Rauchen
Chronischer Stress
Bewegungsmangel
zu viel Alkohol
Zusätzliche Gewissheit: Cholesterin Selbsttest für Zuhause
Einfach Zuhause testen, Probe kostenlos an das Labor senden und die Ergebnisse digital erhalten.
Kennen Sie Ihre Blutfettwerte? Wenn nicht, geht es Ihnen wie etwa 60 Prozent der deutschen Bevölkerung. Das ist eher kontraproduktiv, denn je früher potenziell tückische Kreisläufe unterbrochen werden, umso besser lassen sich schädliche Konsequenzen für die Gesundheit vermeiden.
Familiäre Hypercholesterinämie
Wird häufig erst diagnostiziert, wenn es zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall in jungen Jahren kommt. Um frühzeitiger herauszufinden, ob eine familiäre Hypercholesterinämie vorliegt, empfehlen Experten ein sogenanntes Kaskaden-Screening:
Lipidambulanzen, Spezialisten und niedergelassene Hausärzte identifizieren die Verwandten ersten Grades (Eltern, Großeltern, Geschwister) des „Indexpatienten“, da die Erkrankung von Generation zu Generation (autosomal dominant) vererbt wird. Ziel ist der frühzeitige Beginn einer cholesterinsenkenden Therapie, durch die sich bei diesen Hochrisikopatienten die Prognose für einen frühen Herz- oder Hirninfarkt verbessern lässt.
Sekundäre Hypercholesterinämie
Die Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) eV rät allen, so früh wie möglich die Blutfettwerte ins Visier zu nehmen – und bei der Hausärztin/dem Hausarzt LDL, HDL und Triglyzeride im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen schon ab dem zehnten Lebensjahr messen und mindestens einmal im Leben Lipoprotein(a) bestimmen zu lassen.
Erwachsene gesetzlich Krankenversicherte haben zwischen dem 18. und 35. Lebensjahr einmalig Anspruch auf eine ärztliche Gesundheitsuntersuchung mit Bestimmung der Blutfettwerte, ab dem 35. Lebensjahr dann alle zwei Jahre beim Check-up 35.
Je früher eine Fettstoffwechselstörung entdeckt und erhöhtes LDL auf den Zielwert gebracht wird, je weniger „Cholesterinjahre“ muten Sie Ihren Blutgefäßen zu – also Jahre, die Sie mit einem erhöhten LDL-Wert leben.
Behandlung
Hypercholesterinämien lassen sich gut therapieren. Früh erkannt, können schwere Komplikationen verhindert werden. Hausärzte behandeln, indem sie das individuelle Risiko des Patienten bewerten und dann die Zielwerte des LDL-C definieren. Hierfür erhalten Ärzte eine Orientierung durch die aktuellen Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (European Society of Cardiology, ESC) und der Europäischen Atherosklerosegesellschaft (European Atherosclerosis Society, EAS) von 2019. Diese geben auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse die Einteilung in Risikokategorien an und empfehlen den jeweils effektivsten Zielwert für LDL-Cholesterin, für den Studien das geringste Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen zeigten.
Vier Patientengruppen
Es werden vier Patientengruppen gebildet, abhängig vom jeweiligen Herz-Kreislauf-Risiko durch zusätzliche Erkrankungen (Komorbiditäten) und dem Zehn-Jahres-Risiko für eine tödliche Herz-Kreislauferkrankung:
Bei Höchstrisikopatienten (darunter auch Menschen mit familiärer Hypercholesterinämie und kardiovaskulärer Erkrankung oder mit weiteren Risikofaktoren) soll der Zielwert für das LDL-C unter 55 mg/dl liegen. Gab es innerhalb von zwei Jahren trotz maximaler lipidsenkender Therapie ein zweites kardiovaskuläres Ereignis, soll noch weiter gesenkt werden, auf unter 40 mg/dl (<1,0 mmol/l)
Für Patienten mit hohem Risiko rutscht der Zielwert für das LDL-C auf unter 70 mg/dl.
Patienten mit moderatem Risiko haben nun den Zielwert unter 100 mg/dl
Bei einem niedrigen kardiovaskulären Risiko liegt der Zielwert nach wie vor bei unter 116 mg/dl
Stufentherapie
Was bedeutet das für die Betroffenen? Die Behandlung folgt einer Stufentherapie, die auf Lebensstil- und Diätmaßnahmen basiert, gefolgt von Medikamenten mit verschiedenen Wirkmechanismen und als letzte – selten angewandte – Möglichkeit eine Blutwäsche, die LDL-C, Lipoprotein a und Triglyzeride aus dem Blut entfernt (Lipoproteinapherese). Das gilt besonders nach einem Herzinfarkt, Schlaganfall, bei Durchblutungsstörungen in den Beinen und für all jene, die durch Diabetes Typ 2, Bluthochdruck oder eine chronische Nierenerkrankung ein hohes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen haben. Bei ihnen ist es wichtig, das LDL-C auf einen Zielwert zu bringen.
Stufe 1
Studien zeigen, dass gesund zu leben selbst bei erblich bedingt hohen Blutfettwerten von Nutzen ist. Also gilt es, alle weiteren Risikofaktoren strikt einzustellen:
nicht rauchen
fettarme mediterrane Ernährung mit Schwerpunkt auf Vollkornprodukten, Gemüse, Obst, Fisch und wenig gesättigten Fettsäuren
3,5 bis 7 Stunden Bewegung pro Woche
BMI zwischen 20 und 25
Taillenumfang von unter 94 cm bei Männern und unter 80 cm bei Frauen
Dennoch wird durch die Modifikation des Lebensstils das LDL-C allenfalls um 10 bis 15 Prozent gesenkt; eine Gewichtsabnahme von zehn Kilo reduziert das LDL-C um 8 mg/dl.
Stufe 2
Wer ein hohes kardiovaskuläres Risiko hat, soll niedrige LDL-Werte anstreben. Das ist mit den heute verfügbaren wirksamen und verträglichen Medikamenten erreichbar und wird regelmäßig kontrolliert. Neuere groß angelegte Untersuchungen, wie sie beispielsweise auch vor Einführung eines neuen Medikaments durchgeführt werden, um dessen Effektivität und Sicherheit zu garantieren, lassen nur den Schluss zu: Je niedriger das LDL-C, umso besser.
Auf Grundlage dieser Erkenntnisse werden zunächst Statine eingesetzt. Durch eine Hochdosistherapie mit einem Statin ist eine LDL-C-Senkung von maximal 50 Prozent zu erwarten. Eine Kontrolle des LDL-C wird nach frühestens sechs Wochen empfohlen.
Stufe 3
Werden die Zielvorgaben durch Hochdosis-Statin nicht erreicht, wird in der Leitlinie zusätzlich ein Wirkstoff empfohlen, der den Blutfettspiegel senkt, indem er die Aufnahme von Cholesterin aus der Nahrung hemmt (Ezetimib).
Stufe 4
Werden durch Hochdosis-Statin plus Ezetimib die LDL-Vorgaben nicht erreicht, soll ein sogenannter PCSK9-Hemmer injiziert werden. Der körpereigene Botenstoff PCSK9 hat die Aufgabe, die Anzahl der LDL-Rezeptoren in der Leber zu regulieren, indem sie den Abbau von LDL-Rezeptoren hemmen. Hier gilt: Je mehr LDL-Rezeptoren, umso besser. Medikamente, die PCSK9 gezielt abfangen, ähneln den natürlich vorkommenden Abwehrstoffen und verhalten sich wie Antikörper. PCSK9-Inhibitoren helfen offenbar dabei, den Abbau von LDL-Rezeptoren in der Leber zu hemmen, sie senken das LDL-C um etwa 60 Prozent und in Kombination mit Hochdosis-Statin und Ezetimib um etwa 85 Prozent.
Fettqualität optimieren
Durch eine ausgewogene Ernährung mit insgesamt wenig und überwiegend pflanzlichem Fett, reichlich Fisch sowie viel Obst, Gemüse und Vollkorn können Sie selbst aktiv dazu beitragen, Ihr Herz und dessen Gefäße gesund zu erhalten und zu schützen.
Im Rahmen einer Lebensstiländerung empfehlen die Experten der DGFF (Lipid-Liga) konkret:
Zufuhr von Gesamtfett auf 60 Gramm pro Tag senken
Zufuhr von Nahrungscholesterin auf unter 300 Milligramm pro Tag senken
Die Fettqualität in den Lebensmitteln wirkt sich demnach deutlicher auf die Höhe des LDL-Cholesterins auf als die Verminderung des Nahrungscholesterins. Daher soll die Fettqualität optimiert werden. Bedeutet:
Zweimal wöchentlich Fisch: Lachs, Scholle und Hering sind reich an Omega-3-Fettsäuren, die das HDL-Cholesterin vermehren
Umsteigen auf natives Oliven- und Rapsöl
Der Anteil gesättigter Fette sollte mindestens auf unter zehn Prozent bzw. auf unter sieben Prozent bei erhöhtem LDL-Cholesterin reduziert werden
Fertiggerichte, Back- und Süßwaren, Pommes frites und Trockensuppen möglichst selten verzehren. Grund: Bis zu 30 Prozent des angegebenen Fettgehalts sind gehärtete Fette (trans-Fettsäuren), die das schlechte LDL- Cholesterin erhöhen und das gute HDL-Cholesterin senken.
Bewegung erhöht das HDL-Cholesterin
Durch körperliche Aktivität setzt der Körper 300 Kalorien pro Bewegungseinheit um. Wer dies fünf Mal pro Woche schafft, verbrennt 1.500 Kalorien zusätzlich. Neben vielen anderen Gesundheitsvorteilen dankt der Körper dies mit einer durchschnittlichen
Absenkung der Triglyzeride von etwa 20 Prozent
Erhöhung des HDL-Cholesterins von circa zehn Prozent
Absenkung des LDL-Cholesterins von circa fünf Prozent
Dieser TeleClinic-Ratgeber wurde nach höchstem wissenschaftlichen Standard von unseren Medizinredakteuren verfasst. Die Artikel sollen Ihnen lediglich Erstinformation zu diversen Themen bieten und können keine ärztliche Diagnose ersetzen. Gerne beraten Sie erfahrene Ärzte weiterführend in einem Online-Arztgespräch.
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