Ihr Ratgeber zum Schlaganfall

Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute. Je länger das Gehirn unterversorgt ist, desto gravierender können die Folgeschäden ausfallen. Woran Sie einen Schlaganfall erkennen können, welche Formen von Schlaganfall es gibt und was zu den Risikofaktoren zählt, erfahren Sie hier.

Sie haben offene Fragen oder möchten sich ärztlich absichern?

Neben dem dem Arzttermin vor Ort haben Sie nun auch die Möglichkeit bequem von zu Hause online mit einem Arzt zu sprechen. Ganz ohne Warten und Anfahrtswege.

Ratgeber

Kurzfassung

  • Ein Schlaganfall bezeichnet eine Unterversorgung des Gehirns, ausgelöst durch einen Hirninfarkt oder eine Hirnblutung.
  • Je länger das Gehirn unterversorgt ist, desto mehr Schäden und Folgeschäden entstehen. Umgehende ärztliche Behandlung ist dringend notwendig.
  • Typische Symptome sind Seh- und Sprachstörungen, Lähmungen und Taubheitsgefühle, Schwindel und Gleichgewichtsstörungen.
  • Zu den Risikofaktoren gehören vor allem Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck, chronischer Stress und Alkohol.
  • Ist die akute Phase im Krankenhaus überstanden, kommen je nach Schwere der Folgeschäden verschiedene Therapiemaßnahmen zum Einsatz. 

Definition und Formen des Schlaganfalls

Der Oberbegriff Schlaganfall – auch Apoplex oder Hirninsult genannt – bezeichnet eine Mehrzahl verschiedener Erkrankungen, die unterschiedliche Ursachen haben und unterschiedlich behandelt werden müssen.

In der Medizin unterscheidet man zwischen einem Hirninfarkt und einer Hirnblutung.

Bei einem Hirninfarkt (Ischämischer Schlaganfall) kommt es zu einem Gefäßverschluss.

  • Verschluss einer Arterie durch einen Blutpfropfen, der über den Blutstrom in die Hirngefäße wandern kann.
  • Verschluss einer Hirnarterie durch eine Gefäßverkalkung. Meist sind große Hirn- oder Halsarterien betroffen und somit große Teile des Gehirnareals.

Bei einer Hirnblutung (Hämorrhagischer Schlaganfall) platzt ein Gefäß im Gehirn. 

Bei einem kleinen Schlaganfall (Transitorisch Ischämische Attacke – TIA) ist die Unterversorgung des Gehirns schwach ausgeprägt oder nur kurzzeitig vorhanden. Die Symptome ähneln einem normalen Schlaganfall, verschwinden jedoch nach einigen Minuten wieder. Die TIA kann Vorbote für einen ausgereiften Schlaganfall sein.

Folgen

Durch die mangelnde Durchblutung bestimmter Gehirnareale kommt es zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen. Je nachdem welches Gehirnareal betroffen ist, sind Ausfälle verschiedener Körperfunktionen und bleibende Behinderungen die Folge.

Woran erkennt man einen Schlaganfall?

Die Symptome für einen Schlaganfall treten meist plötzlich auf und können nach einigen Minuten auch wieder abklingen (TIA). Die typischen Anzeichen sind:

  • Seh- und Sprachstörungen, Gleichgewichtsstörungen,
  • herabhängende Mundwinkel, Lähmungen, Taubheitsgefühle,
  • Verwirrungen, Persönlichkeitsveränderungen, Gefühlsstörungen,
  • sehr starker Kopfschmerz, eventuell in Verbindung mit Übelkeit und Erbrechen.
Seh- und Sprachstörungen – Betroffene sehen Gegenstände plötzlich nicht mehr oder sehen sie doppelt.
– Betroffene sprechen stockend, vertauschen Silben oder verwenden falsche Buchstaben und lallen. In manchen Fällen kann der Patient die Worte anderer nicht mehr verstehen.
Lähmung und Taubheitsgefühl Meist ist eine Körperhälfte des Betroffenen plötzlich gelähmt. Häufig sind Arm, Bein und eine Gesichtshälfte betroffen. Auch ein einseitiges Taubheitsgefühl kann auf einen Schlaganfall hinweisen. 
Schwindel und Gleichgewichtsstörung Bei Betroffenen setzt ein akuter Schwindel ein, der meist mit einem Orientierungs- und Koordinationsverlust einhergeht.

Risikofaktoren

Bestimmte Faktoren spielen bei der Gefahr einen Schlaganfall zu erleiden eine große Rolle. 

Dazu gehören vor allem:

  • Alkoholkonsum,
  • Nikotinkonsum,
  • mangelnde Bewegung,
  • Fettstoffwechselstörung,
  • Vorhofflimmern,
  • Diabetes, 
  • Bluthochdruck,
  • chronischer Stress,
  • Übergewicht.

Behandlung

Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute. Es gilt der Leitspruch: ‚Zeit ist Hirn‘. Je mehr Zeit bis zur korrekten Behandlung verstreicht, desto länger ist das betroffene Hirngewebe unterversorgt und folglich stärker zerstört. Bei Verdacht auf einen akuten Schlaganfall muss umgehend ein Rettungswagen gerufen werden. Im Krankenhaus wird die Ursache geklärt.

  • Ist ein Blutgerinnsel der Auslöser wird meist ein starkes Blutverdünnungsmittel verabreicht. Das Gerinnsel kann auch operativ entfernt werden, vor allem, wenn eine Blutung vorliegt.
  • Da es bei einem Hirninfarkt zu Schwellungen im Gehirn kommt und somit ebenfalls der Druck im Hirn ansteigt, sind Maßnahmen zur Druckentlastung nötig, um weitere Folgeschäden zu vermeiden.

Ist das akute Ereignis überstanden, folgt meist ein intensiver Therapie- und Trainingsplan, um die entstandenen Ausfälle zu überwinden. Oft bildet sich so ein Großteil der Symptome im Laufe der Monate zurück. Eine individuelle Beratung kann dabei helfen, mit den vielfältigen Folgen eines Schlaganfalls zu leben und umzugehen. 

Quellen

  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/104395/Rehabilitation-nach-Schlaganfall
  • https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/sw/Schlaganfall?nid=105517
  • https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/sw/Schlaganfall?nid=102980
  • https://www.schlaganfall-hilfe.de/de/start/