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Rat bei Migräne

Stechende Kopfschmerz-Attacken. Was nun? Informationen rund ums Thema finden Sie hier.

Weltweit leiden 10 bis 15% der Menschen an Migräne. Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen plagen die Betroffenen. Was Migräne auslösen kann, wie Sie handeln können, so wie weitere Informationen, finden Sie im Folgenden.

Kurzfassung:

  • Migräne ist eine vorübergehende Funktionsstörung des Gehirns
  • Typische Symptome sind unterschiedlich lang andauernde Kopfschmerzattacken, die häufig mit Begleiterscheinungen, wie Übelkeit und Erbrechen einhergehen
  • Die Aura ist ein Vorbote für einen Migräneanfall, der sich beispielsweise durch Seh- und/ oder Sprachstörungen bemerkbar macht
  • Die Ursache für Migräne ist noch nicht geklärt, Auslöser jedoch sind zum Beispiel bestimmte Geräusche, Gerüche, Alkohol oder auch Nikotin; Die sogenannten Triggerfaktoren sind individuell
  • Bei einem akuten Anfall hilft es, sich in einen ruhigen, abgedunkelten Raum zu begeben und nach Möglichkeit zu schlafen
  • Ausdauersport, wie Joggen und Schwimmen hilft bei der Prävention
  • Kopfschmerztagebücher erleichtern einem Arzt die Diagnose
  • Triptane, Medikamente gegen Schmerz oder Übelkeit, Stress- und/ oder Schmerztherapien können helfen die Symptome im Akutfall oder auf Dauer zu lindern
Mann mit Kopfschmerzen auf dem Sofa
Starke Kopfschmerzen sind das bekannteste Symptom von Migräne.

Definition

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, bei der eine vorübergehende Funktionsstörung des Gehirns eintritt. Heftige Kopfschmerzattacken sind die Hauptsymptome. Die genauen Ursachen sind wissenschaftlich noch nicht geklärt. Bei manchen Patienten geht den Schmerzattacken eine sogenannte Aura voraus.

Symptome bei Migräne ohne Aura

  • Wiederkehrende Kopfschmerz-Attacken, die vier bis 72 Stunden andauern
  • Patienten reagieren auf Licht, Geräusche und Gerüche besonders empfindlich
  • Häufige Begleiterscheinungen sind Übelkeit, Erbrechen und ein allgemeines Krankheitsgefühl
  • Bei 60% ist nur eine Kopfseite von den Schmerzen betroffen; dies kann sich während des Anfalls oder von Anfall zu Anfall ändern
  • Pulsierender, pochender Schmerz
  • Der Schmerz ist mittel bis stark und wird bei Bewegung verstärkt

Symptome bei Migräne mit Aura

Neurologische Störungen und Ausfallserscheinungen setzen bei Migräne mit Aura ein. Sie können bis zu einer Stunde andauern. Circa 60 Minuten nach Beginn der Störungen folgt dann die Kopfschmerzattacke. Typische Erscheinungen in dieser Zeit sind:

  • Seh- und Sprachstörungen
  • Schwindel
  • Lähmungserscheinungen
  • Sensibilitätsstörungen

Auslöser

Biologische Faktoren und Umwelteinflüsse sind nicht die Ursache für Migräne, sondern Auslöser. In der Regel müssen mehrere dieser sogenannten Triggerfaktoren zusammenkommen, um einen Migräneanfall auszulösen:

  • bei Frauen spielen zyklusbedingte, hormonelle Schwankungen eine maßgebliche Rolle
  • emotionale Belastung und Stress
  • Nikotin und Alkohol
  • selten auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten (z.B. bei Käse)
  • Histaminintoleranz
  • Lärm
  • Duftstoffe
  • Änderungen im Schlaf-Wach-Rhythmus
  • sanfte Massage von Gesicht und Kopfhaut

Halten Sie Ihre Beschwerden am besten in einem Tagebuch fest!

  • Wie oft leiden Sie an Anfällen und wie stark sind sie?
  • Notieren Sie auftretenden Nebenwirkungen, wie Erbrechen o.ä.
  • Schreiben Sie Medikamente auf, die Sie einnehmen
  • Auch auffällige Begleitumstände sind wichtig und können aufschlussreich sein

Hausmittel und Prävention

Sollten Sie einen Migräneanfall erleiden oder ahnen Sie bereits, dass es zu einer Attacke kommen wird, können Sie folgende Tipps beachten:

  • Ziehen Sie sich in einen abgedunkelten, ruhigen Raum zurück
  • Versuchen Sie zu schlafen
  • Kühlende Wickel können lindernd wirken
  • Ein Stück Ingwerwurzel kauen, kann die Schmerzen hemmen
  • Tragen Sie Pfefferminzöl auf die Schläfen auf

Patienten können selbst viel tun, um die Häufigkeit und die Intensität der Migräneattacken zu senken. Sind Ihnen Ihre Triggerfaktoren bekannt: meiden Sie sie! Zudem können Sie weitere Maßnahmen in Erwägung ziehen:

  • Ausdauersport, wie Joggen, Schwimmen oder Radfahren
  • Progressive Muskelrelaxation mindern die Schmerzanfälligkeit des Körpers am besten in Kombination mit Stress- oder auch Schmerzbewältigungstraining
  • Pedikamentöse Prophylaxe – klären Sie diese jedoch unbedingt mit Ihrem Arzt ab, da bestimmte Faktoren vorliegen sollten, wie zum Beispiel mehrmalige Attacken im Monat, das Versagen von Akutbehandlungen oder nicht aushaltbare Nebenwirkungen
  • Hormonpflaster zwei Tage vor Beginn und während der Periode helfen bei hormonell bedingten Attacken
  • Meiden Sie Saunabesuche; die hohen Temperaturen können eine Migräneattacke auslösen

Therapie

Konsultieren Sie unbedingt einen Arzt, wenn:

  • Die Kopfschmerzen regelmäßig oder akut auftreten,
  • Sie nicht auf Schmerzmittel reagieren und/ oder
  • Sie in immer kürzer werdenden Zeitintervallen an Kopfschmerzen leiden

Falls Sie ein Tagebuch führen, nehmen Sie es zu Ihrem Arztbesuch mit. Der Arzt kann wertvolle Informationen aus Ihrem Tagebuch ziehen und eventuell ein Muster ausfindig machen. Zudem kann Kopfschmerz als Folge einer anderen Erkrankung (fieberhafter Infekt oder Veränderungen im Bereich der Halswirbelsäule) eintreten. Daher ist es wichtig, dies auszuschließen.

Zur Standardtherapie der Migräne gehören:

  • Schmerzmedikamente
  • Mittel gegen Übelkeit
  • Triptane (bei schweren Migräneanfällen)
  • Entspannungsverfahren

Begleitend dazu kann man komplementärmedizinische Therapien in Anspruch nehmen:

  • Homöopathie
  • Akupunktur
  • Aromatherapie
  • Mikronährstofftherapie

Quellen

  • https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/sw/Migr%E4ne?nid=81861
  • https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/sw/Migr%E4ne?nid=70847
  • http://www.dmkg.de/files/dmkg.de/patienten/Download/migraeneinfo.pdf

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