Ihr digitaler Arztbesuch – Beratung zur Erektionsstörung

Ratgeber zu Erektionsstörungen

Erektionsstörung – unbedenklich? Wann man zum Arzt gehen sollte und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

Die Lust ist da, doch der Penis macht schlapp. Wenn das Glied nicht hart wird oder sich nur teilweise verhärtet, so dass der Liebesakt oder die Selbstbefriedigung nicht vollzogen werden kann, sind unterschiedliche Ursachen dafür verantwortlich. Welche das sind und was zu tun ist, erfahren Sie hier.

Kurzfassung

  • Erektionsstörung bedeutet nicht gleich Störung. Bei dauerhaften Symptomen oder bestimmten anderen Faktoren, wie Nebenwirkungen von Medikamenten, psychische Belastung etc. sollte jedoch ein Arzt konsultiert werden.
  • Es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten, wie Beratung und medikamentöse Behandlung.
Auberginen vor blauem Hintergrund
Erektionsstörungen können verschiedene Ursachen haben und jeden betreffen.

Ab wann spricht man von einer Erektionsstörung?

Erektile Dysfunktion (ED) bedeutet, dass ein Mann in mehr als zwei Dritteln der Fälle keine Erektion bekommt oder aufrecht erhält, die für den Geschlechtsverkehr oder die Selbstbefriedigung ausreicht. Bestehen diese Probleme über mindestens sechs Monate hinweg, spricht man von einer Erektionsstörung. Wenn es also hin und wieder einmal „nicht klappt“, handelt es sich noch nicht gleich um eine behandlungsbedürftige Störung.

Symptome

Folgende Symptome können auf eine Erektionsstörung hinweisen:

  • Ausbleiben von Erektionen während der Schlafphase oder am Morgen deuten auf körperliche Ursachen hin. Bei einem gesunden Mann hingegen treten Erektionen in bestimmten Schlafphasen auf.
  • Der Penis wird gar nicht oder nicht hart genug für einen Coitus.
  • Auch bei der Selbstbefriedigung bleibt die Erektion ganz oder teilweise aus.

Ursachen

Oft entwickelt sich eine erektile Dysfunktion (landläufig „Impotenz“) allmählich und tritt sowohl beim Verkehr mit dem Partner als auch bei der Selbstbefriedigung auf.

Mögliche Ursachen sind vor allem:

  • Gefäßveränderungen
  • Folgen einer anderen Erkrankung, die die Durchblutung stören:
  • Nebenwirkungen von eingenommenen Medikamenten, wie:
    • Betablocker gegen Bluthochdruck
    • Antidepressiva
    • Entwässernde Medikamente
  • Folge einer Verletzung, zum Beispiel einer Beckenfraktur
  • Folge von Operationen
    • Radikale Prostatektomie bei Prostatakrebs
    • Operationen des Enddarms bei Rektumkarzinom
    • Bandscheibenvorfall
    • Operationen oder Bestrahlungen im Beckenbereich
  • Rauchen, erhöhter Alkoholkonsum, Übergewicht und unzureichende Bewegung belasten die Blutgefäße und somit die Potenz
  • Hormonelle Störung, wie zum Beispiel Testosteronmangel, häufig auch in zunehmendem Alter können der Hintergrund sein
  • Psychischer Stress oder Druck, der entweder durch alltägliche Situationen oder Lebenslagen ausgelöst wird oder in einer Angst- oder belastenden Erwartungshaltung dem Partner gegenüber begründet liegt

Sind Erektionsstörungen altersabhängig?

Im Alter nimmt die Wahrscheinlichkeit einer Erektionsstörung deutlich zu. Männer:

  • Um die 20: maximale sexuelle Leistungskraft
  • Um die 40: Erektionskraft nimmt vermehrt ab
  • Zwischen 50 und 60: leiden häufig an leichten bis mittleren Erektionsstörungen
  • Im zunehmenden Alter steigt der Anteil der betroffenen Männer auf bis zu 57% an

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Die erektile Dysfunktion stellt keine lebensbedrohliche Krankheit dar. Dennoch ist sie belastend für das Wohlbefinden, die Lebensqualität und gegebenenfalls auch für eine Partnerschaft. Die Ursachenforschung liegt primär im Fokus, um eine angemessene Therapieform zu finden und vor allem andere Erkrankungen auszuschließen oder zu behandeln.

Nebenwirkung von Medikamenten

  • Ärztliche Neuverordnung eines Medikaments wenn möglich

Testosteronhaushalt ins Gleichgewicht bringen

  • Phosphodiesterase-5-Hemmer (PDE-5-Hemmer): Viagra, Tadalafil, Vardenafil und Avanafil

Schwellkörper-Autoinjektionstherapie

(SKAT)

  • Eigenständige nicht schmerzhafte Injektion eines Medikaments in den Penis
  • Die Blutzufuhr im Glied steigt an und hat eine Erektion zur Folge

Medikamentöses Urethrale System zur Erektion (MUSE)

  • Ein Blutfluss förderndes Medikament in Form eines kleinen Zäpfchens wird mit einem Applikator über die Harnröhre verabreicht
  • Der Penis wird steif

Vakuumtherapie

  • Plastikzylinder mit Saugpumpe auf dem Penis erzeugen einen Unterdruck
  • Blutzufuhr steigt und das Glied wird hart
  • Ein Gummiring am unteren Ende des Schafts verhindert den Rückfluss des Bluts

künstliche Implantate im Schwellkörper

  • Silikonimplantate werden in Form eines kleinen Reservoirs im Unterbauch und einer Pumpe im Hodensack eingesetzt
  • Auf Knopfdruck kann der Mann das Implantat befüllen und es entsteht eine Art Erektion

Beratung und oder Psychotherapie

  • Ein offenes, verständnisvolles Gespräch mit dem Partner kann bei Druck- und oder Angstzuständen helfen
  • Bei großer psychischer Belastung kann zusätzlich ein Berater oder Psychotherapeut hinzugezogen werden

PDE-5-Hemmer, Viagra und Co.

Phosphodiesterase-5-Hemmer (PDE-5-Hemmer) hemmen ein körpereigenes Enzym, das einen bestimmten Botenstoff abbaut. Der Botenstoff entsteht bei sexueller Erregung verstärkt und fördert die Durchblutung im Penis. Wird das Enzym nun durch die Medikamente blockiert, bleiben mehr Botenstoffe übrig. Die Penisdurchblutung wird dadurch stärker gefördert. Der Penis verhärtet sich und die Erektion bleibt länger bestehen. Die PDE-5 Hemmer wirken nur bei sexueller Erregung. Die Lust an sich wird dadurch nicht gefördert. Innerhalb der Wirkungsdauer sind weitere Erektionen möglich, auch wenn die erste Erektion mit dem Samenerguss endet. Die Wirkungsdauer variiert je nach Medikament und Dosierung.

  • Viagra
  • Sildenafil
  • Vardenafil
  • Tadalafil

Häufige Nebenwirkungen können sein:

Prävention und Hausmittel

Wenn es hin und wieder mal nicht klappt mit der Erektion, ist das noch lange kein Grund zur Panik. Oft hängt die Flaute unten mit Gedanken oben im Kopf zusammen. Fühlen Sie sich unsicher oder gedrängt, sind Sie nervös oder haben Angst zu versagen:

  • Konfrontieren Sie Ihren Partner damit. Ein klärendes, verständnisvolles Gespräch kann einiges bewirken und löst so manchen belastenden Gedanken, der oftmals die Ursache ist
  • Setzen Sie sich selbst nicht unter Druck. Sie müssen niemandem etwas beweisen
  • Schaffen Sie eine angenehme Atmosphäre und entspannen Sie sich
  • Bitten Sie Ihren Partner vielleicht darum, etwas zu tun, was sie selbst erregt und warten Sie ab

Zudem werden einigen Hausmitteln aphrodisierende und oder durchblutungsfördernde Wirkung zugeschrieben deren medizinische Wirksamkeit jedoch nicht immer nachweisbar ist. Hierzu zählen vor allem:

Knoblauch

  • Fördert die Durchblutung
  • Regt die Testosteronbildung an

Ginseng

  • Durchblutungsfördernd
  • Stress lindernd

Yohimbin

  • Durchblutungsfördernd
  • Senkt den Blutdruck
  • Längere Einnahme erforderlich – 2-3 Wochen
  • Aphrodisierende Wirkung
  • Meist in Form von Tee aus der Apotheke
  • Zu finden in Blättern und der Rinde des Yohimbe-Baumes

Austern

  • Enthalten Zink
  • Zink gilt als Beschleuniger für die Spermienproduktion in den Hoden

Bewegung

  • Fördert die Durchblutung
  • Stärkt das Immunsystem
  • Bis zu 0,5 Promille wirkt Alkohol stimulierend, darüber hinaus wird das Gegenteil bewirkt

Alkohol- und Zigarettenkonsum reduzieren

Gesunde, ausgewogene Ernährung

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Erektionsstörungen sind keine Seltenheit und auch keine gefährliche Krankheit. Jedoch sollte sichergestellt werden, dass keine anderen Krankheiten vorliegen. Sollten Sie bemerken, dass sich die Störungen über einen längeren Zeitraum ziehen, wenden Sie sich an einen Arzt (Urologe). Sollten bei den oben aufgezählten Ursachen, Punkte auf Sie zutreffen, ist es ebenfalls ratsam einen Arzt zu konsultieren. Dieser wird eine individuelle Behandlung für Sie vorschlagen. In den meisten Fällen wird eine Therapie mit PDE-5 Hemmern wie zum Beispiel Viagra verordnet, die verschreibungspflichtig sind.


Quellen

  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/treffer?mode=s&wo=1008&typ=16&aid=21126&s=Erektionsst%F6rung
  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/47177/Erektile-Dysfunktion-Pathophysiologie-Diagnostik-und-Therapie
  • http://www.urologenportal.de/patienten/patienteninfo/patientenratgeber/erektionsstoerungen.html
  • https://www.mann-und-gesundheit.com/maennergesundheit/urologie-andrologie/94-bei-erektionsstoerung-mann-stehen-und-zum-arzt-gehen
  • http://www.biomedizin-blog.de/de/aphrodisiaka-aus-der-natur-mythos-oder-wirklichkeit-wp261-118.html
  • https://www.maennergesundheit.info/erektionsstoerungen/ursachen/alter.html

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