Herzrasen: Ursachen erkennen, Angst überwinden & sofort handeln
Das Herz pocht bis zum Hals, der Puls überschlägt sich – plötzliches Herzrasen löst bei einigen Menschen Angst aus. Sie fragen sich instinktiv: Ist das nur Stress, spielt die Schilddrüse verrückt oder habe ich gerade einen Herzinfarkt? Über TeleClinic sprechen Sie schnell mit erfahrenen Ärztinnen und Ärzten. Sie helfen Ihnen dabei, die Symptome einzuordnen.
Das Wichtigste in Kürze:
- Meist harmlos: Stress, Hormone, Schilddrüsenprobleme oder Verdauung (Histamin) sind die häufigsten Auslöser für Herzrasen.
- Lebensgefahr bei Begleitsymptomen: Kommen Atemnot oder Brustschmerzen zum Herzrasen hinzu, rufen Sie sofort den Notarzt (112).
- Schnelle Hilfe: Vagus-Manöver (wie eiskaltes Wasser ins Gesicht) beenden das Stolpern oft binnen Sekunden.
Plötzliches Herzrasen – Wenn der Puls außer Kontrolle gerät
Mediziner sprechen von Tachykardie, wenn das Herz eines Erwachsenen im Ruhezustand über 100 Mal pro Minute schlägt. Plötzliches Herzrasen reißt Betroffene oft aus dem Nichts aus dem Alltag. Besonders beängstigend wirkt Herzrasen im Ruhezustand oder Herzrasen Nachts, wenn der Körper eigentlich entspannen soll. Um die Gefahr richtig einzuschätzen, betrachten Ärztinnen und Ärzte immer die Begleitumstände.
Wann wird der schnelle Puls zur Gefahr?
Beobachten Sie Ihren Körper genau. Suchen Sie bei folgenden Symptomen umgehend medizinische Hilfe auf:
- Starkes Engegefühl oder drückende Schmerzen in der Brust
- Akute Atemnot oder Kurzatmigkeit
- Schwindel, Ohnmachtsgefühl oder Schwarzwerden vor den Augen
- Ausstrahlende Schmerzen in den linken Arm, den Kiefer oder den Rücken
Ursachen: Woher kommt das Herzrasen?
Der Herzmuskel reagiert extrem sensibel auf äußere und innere Reize. Oft liegt die Ursache gar nicht im Herzen selbst. Hormone, die Psyche oder sogar der Magen-Darm-Trakt spielen eine wesentliche Rolle.
| Auslöser & Situation | Mögliche medizinische Ursache |
|---|---|
| Herzrasen nach dem Essen | Histaminintoleranz, Verdauungsarbeit (Roemheld-Syndrom), Unterzuckerung (Diabetes) |
| Herzrasen Wechseljahre | Starker Östrogenabfall, vegetative Dysbalance, oft begleitet von Hitzewallungen |
| Herzrasen Schwangerschaft | Erhöhtes Blutvolumen, hormonelle Umstellung, das Herz muss mehr pumpen |
| Herzrasen nach Alkohol | Toxische Wirkung auf die Reizleitung (‚Holiday-Heart-Syndrom‘), Dehydrierung |
| Herzrasen im Liegen | Blockaden der Brustwirbelsäule, Schilddrüsenüberfunktion, Stressabbau des Tages |
Körperliche und seelische Trigger
Viele Patientinnen und Patienten erleben Herzrasen psychisch bedingt. Panikattacken, Angststörungen oder chronischer Stress versetzen den Körper in ständige Alarmbereitschaft. Der Körper schüttet Adrenalin aus, der Puls schießt nach oben. Aber auch organische Erkrankungen stehen oft im Hintergrund: Eine Schilddrüsenüberfunktion kurbelt den Stoffwechsel extrem an, was den Herzschlag beschleunigt. Ebenso treibt ein unausgeglichener Blutzuckerspiegel bei Diabetes den Puls in die Höhe.
Was tun bei Herzrasen? Schnelle Hilfe für Zuhause
Tritt der rasende Puls ohne gefährliche Begleitsymptome auf, stoppen Sie ihn oft mit einfachen Tricks. Diese sogenannten Vagus-Manöver stimulieren den Vagusnerv, der als ‚Bremse‘ für Ihr Herz fungiert.
- Kältereiz setzen: Spritzen Sie sich eiskaltes Wasser ins Gesicht oder trinken Sie hastig ein Glas sehr kaltes Wasser mit Kohlensäure. Das löst den Tauchreflex aus und verlangsamt den Puls.
- Druckausgleich (Valsalva-Manöver): Halten Sie sich die Nase zu, schließen Sie den Mund und pressen Sie die Luft kräftig in den Kopf (ähnlich wie beim Druckausgleich im Flugzeug).
- Gezielte Atmung: Atmen Sie langsam durch die Nase tief in den Bauch ein. Spitzen Sie die Lippen und atmen Sie langsam durch den schmalen Spalt wieder aus (Lippenbremse).
- Karotissinus-Massage: Massieren Sie sanft eine Seite Ihres Halses (Halsschlagader) direkt unter dem Kieferwinkel. Vorsicht: Machen Sie dies nur nach ärztlicher Rücksprache!
Der nächste Schritt: Holen Sie sich Gewissheit
Ignorieren Sie wiederkehrendes Herzstolpern nicht. Auch wenn Sie lernen, die Attacken selbst zu stoppen, gehört die eigentliche Ursache abgeklärt. Fehlen Ihnen Nährstoffe wie Kalium? Stimmen Ihre Schilddrüsenwerte noch? Versteckt sich eine beginnende Herzrhythmusstörung?
Klären Sie diese Fragen ohne Umwege. Sprechen Sie per Video-Konsultation über die TeleClinic-App mit kompetenten Medizinern. Schildern Sie Ihre Symptome entspannt von der heimischen Couch aus. Die Ärztinnen und Ärzte, die über TeleClinic behandeln, evaluieren Ihre Situation, geben wertvolle Ratschläge zur Lebensweise und leiten, falls nötig, weitere diagnostische Schritte in die Wege.
Quellen & Referenzen
Die Artikel sollen Ihnen lediglich Erstinformationen zu diversen Themen bieten und können keine ärztliche Diagnose ersetzen. Gerne beraten Sie erfahrene Ärztinnen und Ärzte weiterführend über TeleClinic. Es wird vorab geprüft, ob Ihr Anliegen für eine Videosprechstunde geeignet ist.
- Zuletzt aktualisiert: 9. Juni 2026