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Ratgeber: Brennen in der Scheide

Jucken und Brennen sind häufige Symptome im Intimbereich. Welche Ursachen dahinterstecken, erfahren Sie hier.

Brennen, Jucken und Ausfluss sind im weiblichen Intimbereich keine Seltenheit. Allein an einer Infektion mit Scheidenpilz erkranken acht von zehn Frauen mindestens einmal in ihrem Leben. Von Natur aus ist der weibliche Genitalbereich gut gegen Infektionen geschützt. Wenn die empfindliche Balance der schützenden Keimflora gestört ist, kommt es leicht zu Brennen in der Scheide und weiteren belastenden Symptomen.

Kurzfassung

  • Brennen in der Scheide ist keine eigenständige Erkrankung.
  • Es handelt sich um ein Symptom, das viele Ursachen haben kann.
  • Besonders häufig treten die Beschwerden aufgrund einer Scheidenpilzinfektion, einer bakteriellen Vaginose oder durch Hygienefehler auf.
  • Ist der Auslöser für das Brennen in der Scheide gefunden, klingt das Unwohlsein mit der passenden Behandlung schnell ab.

Symptome

Brennen in der Scheide tritt in den meisten Fällen in Verbindung mit weiteren Beschwerden auf. Neben dem typischen brennenden Gefühl sind das unter anderem Folgende:

  • Juckreiz
  • Ausfluss
  • Rötung
  • Schwellung
  • Unangenehmer, fischiger Geruch
  • Nässende oberflächliche Schleimhautdefekte

Wichtig: Die Mehrzahl aller Frauen leidet im Laufe des Lebens unter Jucken oder Brennen in der Scheide und fühlt sich nicht beeinträchtigt. Erst wenn die Symptome lang anhaltend, wiederkehrend oder störend sind, haben die Beschwerden einen Krankheitswert.

Ursachen

Die Möglichkeiten, warum Frauen unter Brennen in der Scheide leiden, sind vielfältig. Zu den typischen Auslösern gehören folgende Erkrankungen:

Wichtig: Brennen in der Scheide (Vagina) kann das Innere betreffen, sich besonders im äußeren Bereich der Schamlippen und der Klitoris (Vulva) oder im inneren und äußeren Bereich zugleich auftreten.

Diagnose

Um die Ursache für das Brennen in der Scheide zu finden, stellt der Arzt verschiedene Fragen. Diese mögen zum Teil sehr intim erscheinen, doch die ehrliche Beantwortung ist wichtig. Da für das Brennen in der Scheide viele Erkrankungen ursächlich sein können, geben die Antworten dem Arzt wichtige Informationen.

Der Fragenkatalog sieht ähnlich aus wie dieser:

  • Wann tritt das Brennen in der Scheide auf?
  • Wo brennt es besonders stark?
  • Brennt es auch beim Wasserlassen?
  • Ist Ausfluss vorhanden?
  • Tritt ein unangenehmer, an verdorbenen Fisch erinnernder Geruch auf?
  • Werden über die Periodenblutung hinaus Slipeinlagen, Tampons oder Binden verwendet?
  • Tritt das Brennen in der Scheide beim oder nach dem Geschlechtsverkehr auf?
  • Leidet der Partner unter ähnlichen Beschwerden?
  • Befindet sich die Patientin in den Wechseljahren?
  • Bestehen chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus sowie Nieren- oder Leberleiden?
  • Werden Medikamente eingenommen?
  • Nutzt die Betroffene hormonelle Verhütungsmittel?
  • Wie sieht die persönliche Intimpflege aus?

Häufig genügen die Beschreibung der Beschwerden sowie die gezielt gestellten Fragen zur Stellung der Diagnose aus. Dann verordnet der Arzt ein geeignetes Medikament oder empfiehlt bestimmte Pflegemaßnahmen, um das Brennen in der Scheide zu lindern.

In einigen Fällen ist eine Untersuchung der äußeren und inneren Geschlechtsorgane erforderlich, bei der der Arzt einen Abstrich nimmt. Gibt die Untersuchung unter dem Mikroskop keinen Aufschluss, ordnet der Mediziner weitergehende Laboruntersuchungen des Scheidensekrets an.

Behandlung

Welche Behandlung der Arzt auswählt, richtet sich nach dem Auslöser für das Brennen in der Scheide.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die häufigsten Erkrankungen und deren Therapie.

UrsacheVerursacherBehandlung

Scheidenpilz

Hefepilze, meist Candida albicans

Lokale Behandlung mit fungiziden (pilzabtötenden) Cremes, Vaginaltabletten oder -kapseln

Bakterielle Vaginose

Vermehrung unerwünschter Keime wie Gardnerellen

Lokale Behandlung mit antibiotischen Cremes oder Gelen

Chlamydien

Infektion mit einem Bakterium aus der Chlamydien-Familie

Kurzbehandlung mit Antibiotika, Untersuchung und Behandlung des Sexualpartners angeraten

Gonorrhoe (umgangssprachlich Tripper)

Gonokokken-Infektion

Behandlung mit Antibiotika, Mitbehandlung des Partners erforderlich

Mykoplasmose

Infektionen mit zellwandlosen Bakterien wie Mycoplasma hominis oder Ureaplasma urealyticum

Behandlung mit Antibiotika, Sexualpartner sollten mitbehandelt werden

Allergie

Latex (z. B. Kondome), Hygiene- und Pflegeprodukte etc.

Konsequentes Meiden des Auslösers

Verlauf

Brennen in der Scheide sollte konsequent behandelt werden.

  • Neben harmlosen Auslösern wie einer Pilzinfektion oder einem bakteriellen Ungleichgewicht können ernsthafte Geschlechtskrankheiten hinter den Beschwerden stecken.
  • Unbehandelt geben Betroffene diese nicht nur an ihre Sexualpartner weiter, auf Dauer kann es zu Unfruchtbarkeit kommen.
  • Bei einer Schwangerschaft besteht ein Infektionsrisiko für das Ungeborene.

Risikofaktoren

Verschiedene Faktoren können das Auftreten von Brennen in der Scheide begünstigen. Dazu gehören Folgende:

  • Hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille können den pH-Wert im Intimbereich anheben und Scheidenpilzinfektionen begünstigen.
  • Auch die hormonellen Veränderungen während der Schwangerschaft oder der Wechseljahre können die Empfindlichkeit für Pilzinfektionen erhöhen.
  • Chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Leber- und Nierenerkrankungen verändern das Milieu der Scheide und schwächen das Immunsystem.
  • Ungeschützter Geschlechtsverkehr stellt ein hohes Risiko dar, sich mit sexuell übertragbaren Krankheiten wie Gonorrhoe oder Chlamydien anzustecken.

Wann zum Arzt?

Brennen in der Scheide trifft fast jede Frau einmal im Leben. Oft sind die Auslöser harmlos, wie z. B. nach häufigem und intensivem Geschlechtsverkehr.

Es gibt Situationen, in denen Patientinnen einen Arzt konsultieren sollten:

  • Das Brennen in der Scheide hält Tage an oder tritt immer wieder auf.
  • Weitere Symptome wie Jucken, Ausfluss, Rötung oder Schwellung zeigen sich.
  • Es kam zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr oder wechselnde Geschlechtspartner in den Tagen oder Wochen vor Auftreten der Beschwerden.
  • Es liegt eine Schwangerschaft vor.

Fragen und Anteorten

Ist Scheidenpilz eine Geschlechtskrankheit?

Einige Hefepilze finden sich in der gesunden Scheidenflora jeder Frau. Erst wenn die natürliche Schutzfunktion gestört ist, vermehren sich die Pilze und lösen Jucken oder Brennen in der Scheide aus.

Wie sieht eine gesunde Intimhygiene aus?

Die Natur hat gut vorgesorgt. Die im natürlichen Scheidenmilieu dominierenden Milchsäurebakterien halten Pilze und andere Bakterien in Schach. Die Scheide reinigt sich durch leichten Ausfluss selbst. Daher genügt es, den Intimbereich täglich mit lauwarmem Wasser abzuspülen. Seife und Duschgel stören das empfindliche Gleichgewicht und können Infektionen begünstigen.

Sind Slipeinlagen empfehlenswert?

Vielen Frauen ist der natürliche Ausfluss aus der Scheide unangenehm. Deshalb greifen sie zu Slipeinlagen. Das ist nicht sinnvoll, da die Einlagen mit wasserfester Folie keine Luftzirkulation zulassen. Parfümierte Varianten können zusätzlich Allergien auslösen. Es ist empfehlenswert, außerhalb der Menstruation auf Vorlagen zu verzichten.

Welche Unterwäsche ist gesund für Frauen?

Gynäkologen empfehlen Slips aus reiner Baumwolle. Diese saugen Feuchtigkeit schnell auf und sind atmungsaktiv. Zudem kann Baumwollwäsche bei einer Infektion heiß genug gewaschen werden, um die Erreger abzutöten.

Quellen

  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/1058/Bakterielle-Vaginose
  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/178786/Lichen-sclerosus-Beratungsanlass-Diagnose-und-therapeutisches-Procedere
  • https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-452011/jede-mykose-ist-heilbar/
  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/25112/Genitalerkrankungen-Neue-Entwicklungen-in-Forschung-und-Praxis
  • https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/96205/Chlamydien-ueberlisten-menschliches-Abwehrsystem
  • https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/99012/Neues-Antibiotikum-kuriert-unkomplizierte-Gonorrhoe-mit-einer-Tablette