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Ratgeber zu Eiweiß im Urin

Was Proteinurie bedeutet und welche Therapien möglich sind, lesen Sie hier.

Wie ein feines Sieb sorgen die Nieren dafür, dass Abbau- und Giftstoffe aus dem Blut gefiltert und über den Harn abgeführt werden. Eiweiße gehören im Normalfall nur in geringen Spuren dazu. Dass bestimmte Erkrankungen dagegen zur vermehrten Ausscheidung von Protein führen, entdeckte der italienische Arzt Domenico Cotugno bereits im Jahr 1770. Hier gibt es Informationen über die Proteinurie, ihre Ursachen und die Diagnostik.

Kurzfassung

  • Der Begriff Proteinurie bezeichnet das gesteigerte Vorkommen von Eiweißen im Urin.
  • Als erhöhter Wert gilt eine Menge von mehr als 150 Milligramm im Harn eines Tages oder eine unübliche Verteilung der einzelnen Proteinklassen.
  • Proteinurie kann unmittelbar durch eine Nierenschädigung entstehen. Weiterhin sind nierenunabhängig Infekte des Harnapparats und weitere Erkrankungen mögliche Auslöser.
  • Die Diagnose erfolgt durch Laboruntersuchungen von Urinproben, eventuell ergänzt um weitere Tests wie Blutproben oder Ultraschall.
  • Die Therapie besteht in der Behandlung der zugrunde liegenden Krankheiten.

Wie gelangt Eiweiß in den Urin?

Der menschliche Urin dient unter anderem dazu, durch die Nieren abgeschiedene Gift- und Abbaustoffe aus dem Organismus zu befördern. Ein gewisser Anteil an Eiweiß beziehungsweise Proteinen im Harn ist normal und unbedenklich. Übersteigt der Proteingehalt allerdings die Grenzwerte, ist das ein Anzeichen für eine organische Schädigung.

Ärzte unterscheiden beim Urin-Eiweißgehalt zwischen unterschiedlichen Gruppen von Proteinen – dazu unten Näheres. Bei der Interpretation der Laborwerte ist zu beachten, ob vom Gesamteiweiß oder einem speziellen Einzelwert die Rede ist.

Ursachen der Erkrankung

Mediziner differenzieren zwischen Varianten der Proteinurie abhängig vom Entstehungsort. Der Begriff „renal“ steht dabei für „die Niere betreffend“.

  • Renale Proteinurie – Ursache in den Nieren: Die Filterung des Blutes auf abzuführende Stoffe übernehmen im Körper die sogenannten Nierenkörperchen in der Nierenrinde. Diese Organe bestehen aus jeweils aus einem Gefäßknäuel (Glomerulus), einem Kapselkörper und Nierenkanälen. Sie bilden die Schranke zwischen Blut und Harn.
    Beim Filterprozess gelangen Eiweiße bis zu einer gewissen Molekülmasse in den Harn. „Größere“ Proteine werden von den Glomeruli zurückgehalten, kleinere dem Körper nach dem Filtern wieder zugeführt. Sind die Membrane der Nierenkörperchen jedoch irritiert oder geschädigt, gelangen mehr beziehungsweise größere Proteine in den Urin.
  • Prärenale Proteinurie – Eiweißüberschuss schon vor der Filterung: Die erhöhte Eiweißkonzentration entsteht unabhängig von der Arbeit der Nieren, beispielsweise durch ein Überangebot von Protein im Blut („Überlauf-Proteinurie“). Ursachen können zum Beispiel Schäden an Blutkörperchen oder Muskelzellen durch Vergiftungen sein.
  • Postrenale Proteinurie – Eiweißabsonderung nach der Filterung: Dabei kann eine Störung des Harnwegs Auslöser für die abnormen Werte sein, zum Beispiel eine Entzündung.

Risikofaktoren: Wer ist von Proteinurie betroffen?

Für diese Erkrankungen und Beschwerden ist Eiweiß im Urin eine typische Folgeerscheinung:

Symptome bei Eiweißüberschuss im Urin

Der erhöhte Eiweißgehalt des Urins ist für den Laien per Augenschein kaum zu erkennen. Die Urinveränderung als solche verursacht zudem keine Beschwerden. Bisweilen erscheint betroffener Harn „schaumig“.

Nicht schäumender Urin ist kein Indiz für normale Eiweißwerte.

Entdeckt werden erhöhte Werte daher in der Regel erst vom Arzt, wenn Routine-Checks oder Laboruntersuchungen im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen durchgeführt werden.

Verlauf der Proteinurie

Eine temporäre, gutartige Proteinurie verschwindet ohne weitere Therapie von allein wieder. Bei anhaltender Veränderung ist medizinische Hilfe nötig. Unbehandelt kann eine renale Proteinurie zu Funktionsverlust oder Versagen der Nieren führen. Auch das Risiko für Schlaganfälle wächst, wenn keine Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.

Zu viel Eiweiß im Urin: die Diagnose

Um den Anteil von Protein im Harn zu messen, verwendet der Mediziner zunächst empfindliche Teststreifen. Solche Schnelltests können bereits Eiweiße nachweisen und ihre Menge bestimmen. Stellt der Arzt eine nennenswerte Abweichung von den Regelwerten fest, wird er eine gründliche Laboruntersuchung des Urins veranlassen.

Der Arzt sollte vor der Auswertung des Tests über aktuell eingenommene Medikamente unterrichtet werden. So kann er typische Nebenwirkungen der Präparate einordnen.

Welche Proteine können im Urin vorkommen?

Das bei einer Proteinurie im Harn im Besonderen kritische Eiweiß ist das sogenannte Albumin. Im gesunden Organismus wird das Albumin fast vollständig bei der Filtrierung durch die Niere zurückgehalten. Erhöhte Albumin-Messwerte geben daher einen deutlichen Hinweis auf eine Funktionsstörung der Nierenkörperchen.

Weitere typische Proteine im Harn sind Globuline (Speicher-Plasma-Proteine) und Uromodulin. Letzteres wird von der Niere selbst gebildet und ist anteilmäßig im normalen Urin am meisten verbreitet.

Welche Eiweißwerte im Urin sind normal?

Der Normalwert für Gesamteiweiß im Urin liegt bei einem Erwachsenen zwischen 60 und 150 Milligramm/ Tag.

Liegt der Anteil von Albumin im Gesamteiweiß bei über 20 Milligramm/ Liter, weist dies explizit auf Nierenerkrankungen hin.

So geht der Arzt gegen ein Zuviel an Eiweiß im Urin vor

Die Therapie von Eiweiß im Urin richtet sich nach Menge und Art der festgestellten, anomalen Eiweißwerte. Die Laborergebnisse geben dem Arzt dabei Hinweise auf mögliche Ursachen der Erkrankung. Gegebenenfalls wird er zur weiteren Eingrenzung andere Untersuchungen durchführen, etwa Ultraschalluntersuchungen, Elektrophorese (Analyse mithilfe elektrischer Felder) oder Nierenbiopsien (Gewebeentnahmen).

Ziel der Behandlung ist es, die jeweils ermittelte, zugrunde liegende Krankheit zu kurieren. Möglicherweise erfolgt dazu eine Überweisung an einen Nierenspezialisten (Nephrologen).

Hausmittel

Unterstützende Mittel zur Linderung einer Proteinurie sind ausreichendes Trinken von Wasser oder Brennnesseltee, viel Bewegung und reduzierter Eiweißkonsum durch die Nahrung. Letzteres sollte in Abstimmung mit einer Ernährungsberatung umgesetzt werden.

Prävention

Stellt der Arzt bei einem Urintest Abweichungen von der Norm fest, sind mehrere Folgeproben im Abstand von einigen Wochen sinnvoll, um statistische „Ausreißer“ in den Messwerten einzuordnen. Auf diese Weise erkennt der behandelnde Arzt bereits im Frühstadium Gesundheitsrisiken oder verborgene Krankheiten.

Sinnvoll sind generell als gesundheitsfördernd geltende Maßnahmen wie die Reduktion von Übergewicht, der Verzicht auf Nikotin und Alkohol sowie fallweise die Anpassung bestehender Medikationen.

Fragen und Antworten

Wann muss Eiweiß im Urin behandelt werden?

Eine erhöhte Eiweißausscheidung über den Urin kann ein vorübergehendes und harmloses Ereignis sein. Es kann zum Beispiel durch Stress, Fieber oder körperliche Belastung entstehen. Oft fällt ein solcher erhöhter Eiweißspiegel dem Patienten gar nicht auf. Dauern Symptome wie schaumiger Urin länger an, sollte ein Arzt dringend die Auslöser-Krankheiten untersuchen und behandeln.

Wie aussagekräftig sind Testwerte für Eiweiß im Urin?

Unstimmigkeiten des Proteingehalts im Urin können tageszeitlich, saisonabhängig und sogar bei Messergebnissen unterschiedlicher Labore vorkommen. Die ermittelten Werte sollten nicht isoliert, sondern in Relation zu den übrigen Laborwerten des Patienten interpretiert werden.

Was bedeutet Proteinurie in der Schwangerschaft?

Proteine im Urin sind ein typisches Symptom von Bluthochdruck in der Schwangerschaft, fachsprachlich: Präeklampsie oder Gestose. Monitoring durch den behandelnden Arzt ist notwendig.

Quellen

  • https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/72002/Demenz-Proteine-im-Urin-als-Fruehwarnsystem
  • https://flexikon.doccheck.com/de/Albumin
  • https://www.apotheken-umschau.de/laborwerte/proteinurie
  • http://www.gesundheits-lexikon.com/Labormedizin-Labordiagnostik/Eiweiss-im-Serum-im-Urin/
  • https://www.dialysecentrum.de/erhoehte-eiweissausscheidung-im-urin-proteinurie-was-bedeutet-das/?cli_action=1597829378.575
  • https://www.med4you.at/laborbefunde/lbef3/lbef_eiweiss_im_harn.htm
  • https://krank.de/krankheiten/eiweiss-im-urin/
  • https://deximed.de/home/b/niere-harnwege/patienteninformationen/was-kann-das-sein/proteinurie-eiweiss-im-urin/
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Dieser TeleClinic-Ratgeber wurde nach höchstem wissenschaftlichen Standard von unseren Medizinredakteuren verfasst. Die Artikel sollen Ihnen lediglich Erstinformation zu diversen Themen bieten und können keine ärztliche Diagnose ersetzen. Gerne beraten Sie unsere Fachärzte weiterführend in einem Online-Arztgespräch.

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