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Ratgeber zu Grippe

Symptome, Ursachen und wie man eine Grippe am besten behandelt finden Sie hier

Jedes Jahr aufs neue kommt sie wieder – die Grippewelle. Mit Halsschmerzen, Husten, Gliederschmerzen und Fieber hat sie es ganz schön in sich. Dabei ist es relativ einfach sich dagegen zu schützen. Wie das geht und was Sie tun können, wenn es Sie oder Ihre Lieben doch mal erwischt, erfahren Sie hier.

Kurzfassung

  • Bei einer Grippe handelt es sich um eine Infektion der Atemwege
  • Die häufigsten Symptome sind Husten, Fieber, Abgeschlagenheit und Gliederschmerzen
  • Kinder, Schwangere und ältere Menschen sind häufiger betroffen
  • Grippe tritt meist in saisonalen Wellen – gehäuft im Winter – auf und gilt als hoch ansteckend
  • In den meisten Fällen dauert eine Grippe 7-14 Tage

Was ist eine Grippe

Eine echt Grippe, auch als Influenza bekannt, ist eine schwere Infektion der Atemwege, die durch Viren ausgelöst wird. Sie gilt als hoch ansteckend und tritt meist saisonal auf. Die häufigsten Symptome sind trockener Husten, Unwohlsein und Fieber.

Symptome

Die Symptome setzen bei einer Grippe meist plötzlich ein. Die folgenden Beschwerden können in beliebigen Kombinationen auftreten, müssen jedoch nicht alle vorhanden sein.

  • Hohes Fieber (>38,5°C)
  • Schüttelfrost
  • Abgeschlagenheit
  • Trockener Reizhusten, selten auch Husten mit zähem bis blutigem Auswurf
  • Glieder- und Muskelschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Halsschmerzen und Rachenentzündung
  • Schweißausbrüche
  • Schnupfen
  • Bindehautentzündung
  • Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • Sensibilität gegenüber hellem Licht (Photophobie)

Dauer und Verlauf einer Grippe

Nach der Ansteckung dauert es üblicherweise zwei bis drei Tage bis die ersten Symptome auftreten. Unwohlsein, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Frösteln machen sich als erstes bemerkbar, kurz darauf setzt das Fieber ein, gefolgt von trockenem Husten, Halsschmerzen und in manchen Fällen Schnupfen.

Wenn eine Grippe ohne Komplikationen verläuft, sollte sie nach ein bis zwei Wochen wieder verschwunden sein.

Bei älteren Menschen oder chronisch Kranken kann es zu schwerwiegenden Komplikationen wie zum Beispiel Lungenentzündungen oder bakteriellen Sekundärinfektionen kommen und in seltenen, schlimmen Fällen tödlich enden.

Grippe kann bis zu 7 Tage nach dem ersten Auftreten von Symptomen hoch ansteckend sein. Bleiben Sie daher zum Schutz Ihrer Kollegen in diesem Zeitraum zuhause und verzichten Sie auf Händeschütteln oder Umarmen zur Begrüßung.

Ursachen einer Grippe

Die auslösenden Viren einer Grippe werden Influenza A, B oder C Viren genannt.
Sie werden Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen. Durch Husten und Niesen von infizierten Personen gelangen die Viren in Form von Tröpfchen in die Luft oder über kontaminierte Flächen an die Hände und werden so an die Schleimhäute der Nase, Augen und Mund weitergeleitet.

Risikogruppen sind Babys, Kinder, Schwangere und ältere Menschen, da das Immunsystem weniger leistungsfähig ist, aber auch Menschen, die häufiger mit Erregern in Kontakt kommen, also bei medizinischen und pflegerischen Tätigkeiten, sowie in Schulen, Kindergärten und -tagesstätten.

Viel Ruhe und Schlaf helfen beim Auskurieren einer Grippe.

Unterscheidung zwischen Grippe und Erkältung

Vor allem eine Grippe behandeln zu können, ist es wichtig die Ursache zu kennen. Da die Symptome einer Grippe denen einer Erkältung sehr ähnlich sind, gilt es auf die kleinen aber wichtigen Unterschiede zu achten.

Echte Grippe (Influenza)

Erkältung (grippaler Infekt)

Krankheitsbeginn

Symptome setzen plötzlich ein

Symptome kommer eher schleichend

Fieber

hohes Fieber (ab 38°C)

evtl. leichtes Fieber (bis 38°C)

Husten

schmerzhafter, trockener Husten

zu Beginne trockener Husten, danach verschleimter Husten

Schnupfen und verstopfte Nase

eher selten

typische Symptom

Halsschmerzen

eher selten

häufig zu Beginn

Kopfschmerzen

starke Kopfschmerzen typisch

mäßige Kopfschmerzen möglich

Gliederschmerzen

starke Muskel- und Gliederschmerzen

möglich, jedoch nicht sonderlich stark

Entkräftung

rasch auftretende starke Entkräftung

geschwächtes Gefühl möglich

Magen-Darm-Probleme

Übelkeit, Erbrechen und Durchfall können auftreten

keine Probleme oder leichte Übelkeit möglich

Krankheitsverlauf

dauert sieben bis 14 Tage; mehrere Wochen bis zur vollständigen Erholung möglich

dauert drei bis sieben Tage; nach spätestens zwei Wochen verschwunden

Ursache

ausgelöst durch Influenza-Virus

verschiedene Viren als mögliche Auslöser

Therapiemöglichkeiten

Medikamente

Bei einer normalen Grippe werden in erster Linie die Symptome – Husten, Halsschmerzen und Fieber – behandelt. Wirkstoffe wie Ibuprofen und Paracetamol wirken schmerzstillend und fiebersenkend. Bei Personen ohne Vorerkrankungen ist dies meist ausreichend und die Grippe verschwindet nach einigen Tagen wieder.

Bei Personen mit Vorerkrankungen oder Risikogruppen werden antivirale Medikamente wie Neuraminidasehemmer (Wirkstoffe:Oseltamivir oder Zanamivir) eingesetzt, die die weitere Vermehrung der Viren verhindern und somit zur Besserung beitragen. Sie bekämpfen also die Viren auf direktem Weg. Dies ist jedoch nur sinnvoll, wenn Sie mit der Behandlung innerhalb der ersten 48h nach Auftreten der ersten Symptome beginnen. Zu beachten sind jedoch auch starke Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen und Kopfschmerzen.

Bei einer zusätzlichen bakteriellen Sekundärinfektion werden üblicherweise Antibiotika eingesetzt. Dies macht bei einer normalen Grippe jedoch keinen Sinn.

Hausmittel und Tipps

Um eine Grippe bekämpfen zu können, braucht Ihr Körper viel Ruhe und Erholung. Ein angenehmes Raumklima, frische Luft und viel Flüssigkeit können dabei helfen.
Um verschiedene Symptome behandeln zu können, gibt es auch unterschiedliche Hausmittel.

Obwohl Fieber die körpereigenen Abwehr anregt, ist es in manchen Situationen sinnvoll die Körpertemperatur zu senken: zum Beispiel, wenn die Temperatur 39°C übersteigt, die grippe-erkrankte Person schwanger oder chronisch krank ist oder das Fieber als sehr belastend und anstrengend empfunden wird.

Die besten Hausmittel bei Fieber:

  • Trinken Sie viel, da Ihr Körper durch Schwitzen und Fieber viel Flüssigkeit verliert.
  • Warme Hühnersuppe wirkt dank dem Eiweißstoff Cystein entzündungshemmend.
  • Heiße Kamillentees gelten als entzündungshemmend, während Lindenblüten- und Holunderblütentees schweißtreibend wirken. Wer keinen Tee mag kann auch heiße Zitrone trinken.
  • Kühle Wadenwickel helfen bei starken Fieber (Tuch aus Baumwolle oder Leinen mit ca. 20°C warmem Wasser tränken und für 15min um die Waden wickeln). Wenn Ihnen jedoch schon kalt ist sollten Sie lieber darauf verzichten.

Wenn Sie Fieber haben, sollten Sie unbedingt auf Erkältungsbäder verzichten, da dem Körper dabei viel Energie entzogen wird.

Gegen Husten und Halsschmerzen helfen:

  • Kamillentee, Salbeitee oder Salzlösungen zum Gurgeln
  • Warme Kartoffel- oder kalte Quarkwickel um den Hals
  • heiße Tees und Hustenbonbons um die Schleimhäute in Hals und Rachen zu befeuchten
  • ein bis zwei Löffel Zwiebelsirup mehrmals täglich (kann leicht selbst gemacht werden: Zwiebel in kleine Würfel schneiden und mit 2 Esslöffeln Honig oder Zucker in ein Gefäß füllen und dieses schließen. Nach ein paar Stunden bildet sich der Zwiebelsirup)

Prävention

Es gibt viele Möglichkeiten sich vor einer Grippe zu schützen. Eine der wohl Bekanntesten ist die Impfung. Da sich die Influenzaviren kontinuierlich stark verändern, ist es leider nicht möglich einen endgültigen Impfstoff zu entwickeln. Daher müssen Sie sich jedes Jahr aufs neue gegen das aktuelle Virus impfen lassen. Aufgrund der starken Veränderlichkeit der Viren ist es jedoch möglich, dass die Impfung schon innerhalb einer Saison nicht mehr wirksam ist.
Empfehlenswert ist die Impfung trotz allem für Personen, die in der Pflege oder in Schulen und Tagesstätten arbeiten, sowie alle Risikogruppen, also Kinder, Schwangere, ältere Personen und Personen mit Vorerkrankungen oder Immunschwächen um Komplikationen zu vermeiden.

Allgemein gilt: Die Impfung ist kein garantierter Schutz vor einer Infektion, reduziert jedoch das Risiko einer Ansteckung.

Um sich generell vor einer Ansteckung zu schützen, achten Sie auf ausreichende Händehygiene. Vor allem nach der Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln, da die Erreger über kontaminierte Flächen an Ihre Hände und weiter an Ihre Schleimhäute getragen werden können.
Vermeiden Sie vor allem während Grippewellen große Menschenmassen und den Kontakt zu Infizierten.

Um das Immunsystem zu stärken, bewegen Sie sich ausreichend und gehen Sie regelmäßig an die frische Luft. Achten Sie auf angemessene warme Bekleidung.
Eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung und ausreichenden Trinken (mindestens 1,5l täglich) sind in jedem Fall gesundheitsfördernd.

Grippe bei Kindern

Neben Erkältungen ist die Grippe eine der häufigsten Erkrankungen bei Kindern. Häufig wird diese dann von einer Mittelohrentzündung und Ohrenschmerzen begleitet.

Bei Kindern unter zwölf Jahren sollten Sie unbedingt darauf achten, dass die Schmerzmittel keine Acetylsalicylsäure enthalten, da dies zu schwerwiegenden Leber- und Hirnschäden führen kann (Reye-Syndrom).

Wann zum Arzt?

Babys, Kinder, Schwangere und ältere Menschen sollten mit einer Grippe in jedem Fall zum Arzt gehen, da ihre körperliche Verfassung und damit das Immunsystem tendenziell geschwächt sind. Sollten Vorerkrankungen wie Asthma, Mukoviszidose, eine chronische Bronchitis oder andere Lungenerkrankungen bekannt sein, ist es ebenfalls sinnvoll einen Arzt aufzusuchen.

Sollten Sie untypische oder extreme Symptome feststellen, ist ein Besuch beim Arzt empfehlenswert um eine bakterielle Sekundärinfektion auszuschließen.

Quellen

  • https://www.netdoktor.de/krankheiten/grippe/
  • https://www.erkaeltungs-ratgeber.de/grippe/hausmittel
  • https://www.kindergesundheit-info.de/themen/krankes-kind/erkrankungen/grippe-influenza/
  • https://www.apotheken-umschau.de/Grippe
  • https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Neuraminidasehemmer

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