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Ratgeber zur Lungenentzündung

Wie es zu einer Lungenentzündung kommt und welche Risikogruppen besonders gefährdet sind, erfahren Sie hier.

Lungenentzündungen treten vor allem in der Wintersaison auf und sind oft die Folge verschleppter grippaler Effekte. Die von Medizinern sogenannte Pneumonie ist laut dem Portal „Lungenärzte im Netz“ die am häufigsten zum Tode führende Infektion in Westeuropa. Bei ersten Symptomen ist der Gang zum Arzt dringend zu empfehlen.

Kurzfassung

  • Bei Lungenentzündungen handelt es sich um akute oder chronische Entzündungen des Lungengewebes.
  • Lungenentzündungen können einen tödlichen Verlauf nehmen.
  • In den meisten Fällen wird die Infektion von Bakterien ausgelöst.
  • Bei jüngeren Patienten reicht eine ambulante Behandlung in der Regel aus.

Was ist eine Lungenentzündung?

Eine Lungenentzündung (Pneumonie) ist eine akute oder chronische Entzündung des Lungengewebes. Auslöser sind meist Bakterien wie Pneumokokken. In seltenen Fällen können Viren, Pilze, Parasiten oder Gifte zu entzündlichen Reaktionen führen. Nach Angaben der Deutschen Lungenstiftung führt jede zehnte im Krankenhaus behandelte Lungenentzündung zum Tod – nicht zuletzt, weil Ärzte und Patienten ihre Gefahr häufig unterschätzen. Konkret werden zwei verschiedene Formen der Lungenentzündung unterschieden, und zwar in Hinsicht auf den Infektionsherd:

  • Lungenbläschen (alveoläre Pneumonie)
  • Lungengewebe (interstitielle Pneumonie)

Beide Formen können gemeinsam auftreten. Die alveoläre Pneumonie, die weitaus häufiger auftritt, wird noch einmal weiter unterteilt:

  • Bei der Lobärpneumonie ist der gesamte Lungenlappen betroffen.
  • Bei der Herdpneumonie treten einzelne Infektionsherde in einem Lungenlappen auf.

Eine Sonderform ist nosokomiale Pneumonie. Sie tritt im Krankenhaus überwiegend bei invasiv beatmeten Patienten auf und wird zunehmend von multiresistenten Keimen ausgelöst. Da diese auf viele Antibiotika nicht ansprechen, ist die Behandlung besonders aufwendig.

So entsteht eine Lungenentzündung

Erreger wie Pneumokokken kommen auf natürliche Weise im menschlichen Körper vor und werden beim gesunden Menschen vom Immunsystem unter Kontrolle gehalten. Sind die Abwehrmechanismen der Atemwege jedoch gestört, können die Erreger in die Lunge vordringen und dort entzündliche Reaktionen auslösen. Lungenentzündungen treten vor allem im Winter auf, wenn das Immunsystem bereits von grippalen Infekten oder einer Grippe geschwächt ist. Influenza-Viren schädigen die Schleimhäute der Atemwege und machen sie anfälliger für das Eindringen von Bakterien wie Streptococcus pneumoniae. Diese können sich dann umso aggressiver ausbreiten. Seltener sind Infektionen mit anderen Bakterien wie Chlamydia pneumoniae, Legionellen und Mykoplasmen sowie mit Viren oder Pilzen. Bei Kleinkindern ist meist das Bakterium Haemophilus influenza Typ b (Hib) für Lungenentzündungen verantwortlich.

Folgende Risikogruppen sind besonders gefährdet:

  • Menschen mit geschwächten/vorgeschädigten Lungen (beispielsweise COPD oder chronischer Bronchitis)
  • Säuglinge und Kleinkinder, deren Immunsystem noch nicht voll entwickelt ist
  • Senioren über 60 Jahre
  • Patienten mit Herzkrankheiten oder Diabetes mellitus
  • Alkoholkranke

Lungenentzündungen sind ansteckend. Die Bakterien gelangen durch Husten und Niesen in die Luft und erreichen per Tröpfcheninfektion andere Menschen.

Die wichtigsten Symptome

Menschen, die bereits an einer Grippe oder einer anderen Infektion im Hals-Rachen-Bereich wie Bronchitis leiden, bemerken anfangs oft nicht, dass eine Lungenentzündung hinzukommt. Typische Symptome für eine klassische alveoläre Pneumonie sind:

  • Fieber von 38,5 bis 40 °C
  • Schüttelfrost
  • Husten mit Auswurf
  • Schnelle, angestrengte oder eingeschränkte Atmung
  • Brustschmerzen

Ist die Atmung stark eingeschränkt, macht sich der Sauerstoffmangel häufig mit bläulich verfärbten Lippen oder Fingernägeln bemerkbar.

Die interstitielle Pneumonie wird auch als atypische Pneumonie bezeichnet. Sie wird häufig von niedrigerem Fieber und trockenem Reizhusten begleitet.

Wird die Lungenentzündung nicht schnell behandelt, kann es zu gefährlichen Komplikationen wie einer Lungenfellentzündung, einem Lungenabszess oder einem akuten Lungenversagen kommen.

Diagnose und Behandlung

Bei einer ersten Anamnese, die auch online bei TeleClinic möglich ist, wird der Arzt zunächst ermitteln, ob es sich um eine Lungenentzündung handelt oder um eine andere Erkrankung der Atemwege. Anschließend ist eine körperliche Untersuchung mit Abhören der Lunge und Abklopfen des Brustbereichs erforderlich.

Zur eindeutigen Diagnosestellung erfolgt die Analyse des Hustenauswurfs oder einer Blutprobe auf verschiedene Erreger. Weiterhin wird ein Röntgenbild der Lunge angefertigt, um die genauen Infektionsherde zu identifizieren.

Zur Bekämpfung bakterieller Erreger kommen verschiedene Antibiotika zum Einsatz, wie die folgende Tabelle zeigt:

PneumokokkenPenicillin
Chlamydien, Mykoplasmen, LegionellenMakrolide
Haemophilus influenza Typ b (Hib)Ampicillin oder Amoxicillin

Wurde die Lungenentzündung durch ein Virus verursacht, ist die Gabe von Antibiotika sinnlos. Bekannt sind beispielsweise die Coronaviren SARS-CoV und SARS-CoV-2, die SARS (Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom) auslösen, das zu einer atypischen Lungenentzündung führt.

Geht die Erkrankung mit produktivem Husten einher, werden in der Regel Schleimlöser (Sekretolytika) verordnet, die das Abhusten erleichtern. Bei trockenem Reizhusten helfen Hustenstiller (Antitussiva), die den Hustenreiz unterdrücken.

Stationäre Behandlung

Bestimmte Umstände können eine stationäre Behandlung der Lungenentzündung im Krankenhaus nötig machen:

  • Höheres Alter (ab 65 Jahren)
  • Begleiterkrankungen
  • Bewusstseins- oder Atemstörungen
  • Alkoholabhängigkeit
  • Ungesicherte Versorgung zu Hause (zum Beispiel bei Alleinstehenden)

In diesen Fällen muss gesichert sein, dass der Patient bei akuter Atemnot oder anderen plötzlich auftretenden Beschwerden behandelt und bei Bedarf beatmet werden kann.

Ambulante Behandlung

Bei jüngeren und ansonsten gesunden Menschen reicht die ambulante Behandlung in den eigenen vier Wänden mit Medikamenten aus. Ganz wichtig ist dabei eine ausreichende Schonung. Patienten sind angehalten, Bettruhe zu halten und keinerlei körperliche Arbeiten zu verrichten. Folgende Maßnahmen unterstützen die Genesung:

  • Hohe Flüssigkeitszufuhr
  • Inhalationen mit Kochsalz zur Schleimlösung
  • Atemgymnastik

Mit sogenannten Klopfmassagen lässt sich festsitzender Schleim in den Lungen und Bronchien lösen. Laien sollten sich die Technik von einem Arzt oder von geschultem Pflegepersonal zeigen lassen.

Empfehlungen zur Vorbeugung

Eindeutige Präventionsmaßnahmen gibt es nicht. Der beste Schutz vor einer Lungenentzündung ist ein starkes Immunsystem, das mit Erregern wie Bakterien und Viren fertig wird. Da diese meist durch Tröpfcheninfektionen verursacht werden, sollte möglichst viel Abstand von hustenden und niesenden Menschen gehalten werden. Raucher sollten sich das Rauchen abgewöhnen, um ihre Lungen nicht zusätzlich zu schwächen.

Fragen und Antworten

Lassen sich Lungenentzündungen durch Schutzimpfungen verhindern?

Eine allgemeine Schutzimpfung gibt es nicht. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt jedoch Erwachsenen ab 60 Jahren und für Kleinkinder zwischen 2 und 24 Monaten eine Pneumokokken-Schutzimpfung, die gegen 23 verschiedene Pneumokokken-Typen schützt. Da diese den Großteil der Lungenentzündungen auslösen, reduziert sich die Gefahr einer Infektion enorm.

Wie lange dauert die Therapie?

Bis zur Gesundung des Patienten können zwei bis vier Wochen vergehen, in schweren Fällen auch acht bis zwölf Wochen.

Was ist begleitend zur Behandlung für die Genesung vorteilhaft?

Patienten dürfen nicht zu früh wieder körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten nachgehen oder Sport treiben. Anschließend ist eine langsame Steigerung sinnvoll. Bei Bedarf kann eine sogenannte Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie) durchgeführt werden, um den Heilungsfortschritt zu überprüfen.

Quellen

  • https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/58733/Lungenentzuendungen-oft-unterschaetzt
  • https://www.lungenaerzte-im-netz.de/krankheiten/lungenentzuendung/was-ist-eine-lungenentzuendung/
  • https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7122116/
  • https://www.lungeninformationsdienst.de/themenmenue/news/alle-news-im-ueberblick/aktuelles/article/grippe-und-lungenentzuendung-ein-gefaehrliches-duo//index.html
  • https://www.pqsg.de/seiten/openpqsg/hintergrund-standard-klopfmassage.htm
  • https://www.lungeninformationsdienst.de/aktuelles/news/alle-news-im-ueberblick/aktuelles/article/spirometrie-wie-sollte-der-lungenfunktionstest-ablaufen//index.html
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Dieser TeleClinic-Ratgeber wurde nach höchstem wissenschaftlichen Standard von unseren Medizinredakteuren verfasst. Die Artikel sollen Ihnen lediglich Erstinformation zu diversen Themen bieten und können keine ärztliche Diagnose ersetzen. Gerne beraten Sie unsere Fachärzte weiterführend in einem Online-Arztgespräch.

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