Ihr Ratgeber zu Vitamin-D-Mangel

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Ratgeber zu Vitamin-D-Mangel

Welche Bedeutung Vitamin D für den Körper hat und welche Folgen ein Vitamin-D-Mangel haben kann, erfahren Sie hier.

Fast ein Drittel der deutschen Bevölkerung leidet Statistiken des Robert-Koch-Institutes zufolge an einer Unterversorgung mit Vitamin D, obwohl der Körper es als einziges Vitamin selbst bilden kann. Es ist an zahlreichen Stoffwechselvorgängen beteiligt und nimmt direkten Einfluss auf die Gesundheit der Knochen. Ausgeprägter Vitamin-D-Mangel kann das menschliche Skelett dauerhaft schädigen.

Kurzfassung

  • Die bedeutendste Quelle für Vitamin D ist das Sonnenlicht.
  • Nicht einmal die Hälfte der Deutschen ist ausreichend versorgt.
  • Vitamin D spielt eine große Rolle für die Knochengesundheit.
  • Vitamin-D-Mangel kann Krankheiten wie Rachitis, Osteomalazie und Osteoporose begünstigen.

Die Bedeutung von Vitamin D für den Körper

Unter dem Begriff Vitamin D wird eine Gruppe fettlöslicher Vitamine zusammengefasst, die an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt sind. Wichtigster Vertreter dieser Gruppe ist Cholecalciferol (Vitamin D3), das der Körper mithilfe der UVB-Strahlen der Sonne selbst bildet. Anschließend wandelt er es in seine wirksame Form Calcitriol um.

Calcitriol beeinflusst das zentrale Nervensystem auf mehrfache Weise. Besonders bedeutsam ist es für den Kalziumstoffwechsel, der die Knochengesundheit steuert. Ein schwerer Vitamin-D-Mangel im Kindesalter führte früher häufig zu Rachitis, einer irreversiblen Verformung der Knochen. Heute wurde sie durch Präventionsmaßnahmen weitgehend verdrängt.

Das gleiche Krankheitsbild nennt sich bei Erwachsenen Osteomalazie (Knochenerweichung). In höherem Alter kann eine unzureichende Versorgung mit Vitamin D3 die Entstehung von Osteoporose begünstigen und die Muskelfunktion beeinträchtigen. Dies erhöht die Sturzgefahr.

Weiterhin ist Calcitriol an der Bildung der Wachstumsfaktoren (Neurotrophine) beteiligt, die bei neurologischen Erkrankungen eine Rolle spielen. In einer Beobachtungsstudie konnte ein hoher Vitamin-D-Spiegel das Risiko einer Parkinson-Erkrankung um 70 Prozent reduzieren.

Die Ursachen des Vitamin-D-Mangels

In den Wintermonaten produziert der Körper meist keine ausreichenden Mengen Vitamin D. Das liegt zum einen daran, dass es im Winter insgesamt weniger Sonnenstunden gibt, und zum anderen daran, dass auch die Intensität der Sonneneinstrahlung viel geringer ist: Es gelangt nicht genug UV-B-Strahlung zur Erdoberfläche, um ausreichend Vitamin D produzieren zu können.

Ein gesunder Erwachsener füllt seinen Vitamin-D-Speicher normalerweise in den Sommermonaten ausreichend auf, um im Winter davon zu zehren. Dazu muss allerdings täglich je nach Hauttyp und Tageszeit etwa 10 bis 20 Minuten lang direktes Sonnenlicht auf die Arme und das Gesicht fallen. Viele Menschen erreichen diese Werte jedoch aus unterschiedlichen Gründen nicht:

  • Fast ausschließlicher Aufenthalt in Innenräumen tagsüber (z. B. Büroangestellte oder Heimbewohner)
  • Nachtschichtarbeiter, die tagsüber schlafen
  • Häufige Verwendung von Sonnenschutzmitteln mit hohem Lichtschutzfaktor
  • Vollständige Verhüllung der Haut mit Textilien, zum Beispiel aus religiösen Gründen
  • Höheres Alter

Ältere Menschen sind besonders gefährdet, da die natürliche Vitamin-D-Synthese über die Haut im Laufe der Zeit abnimmt. Zugleich halten sie sich oft bevorzugt in Innenräumen auf und bedecken ihre Haut im Freien nahezu vollständig mit Kleidung.

Symptome von Vitamin-D-Mangel

Eine ganze Reihe diffuser Symptome kann auf Vitamin-D-Mangel hindeuten. Ein erstes klärendes Gespräch mit einem Arzt, zum Beispiel online bei TeleClinic, kann abklären, ob eine Unterversorgung ursächlich ist. Typische Symptome sind:

  • Unspezifische Knochen- oder Muskelschmerzen
  • Schlecht heilende Knochenbrüche
  • Müdigkeit
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Schlafprobleme
  • Haarausfall

Auch depressive Verstimmungen und Stimmungsschwankungen können durch einen niedrigen Vitamin-D-Spiegel begünstigt werden.

Die Diagnosestellung

Im Gespräch wird der Arzt zunächst Fragen zum Lebensstil und zur Ernährung stellen. Bestätigt sich der Verdacht auf einen Vitamin-D-Mangel, wird er eine Blutprobe entnehmen. Anhand des 25-Hydroxyvitamin-D-Gehaltes im Blutserum, kurz 25(OH)D, wird der Grad der Versorgung bestimmt:

25(OH)D in ng/mlInterpretation

< 12

Mangelhafte Versorgung mit erhöhtem Risiko für Osteomalazie, Osteoporose und Rachitis

12–20

Suboptimale Versorgung mit möglichen Folgen für die Knochengesundheit

20–30

Ausreichende Versorgung in Bezug auf die Knochengesundheit

30–50

Ausreichende Versorgung in Bezug auf die Knochengesundheit ohne weiteren Zusatznutzen für die Gesundheit

> 50

Mögliche Überversorgung

Lediglich 44 Prozent der Erwachsenen zwischen 18 und 79 Jahren erreichen in Deutschland einen Wert von mindestens 20 ng/ml. Bei Kindern und Jugendlichen sind es 54,5 Prozent.

Behandlungsmöglichkeiten bei Vitamin-D-Mangel

Sollte die Anamnese ergeben, dass der Vitamin-D-Mangel auf fehlendem Sonnenlicht beruht, wird der Arzt entsprechende Tipps zu gesundheitsfördernden kurzen Sonnenbädern zwischen März und Oktober geben.

Damit die UVB-Strahlen die Produktion von Vitamin D anregen können, muss der Einfallswinkel der Sonne steiler als 35 Grad sein. In Deutschland ist die ideale Zeit für ein Sonnenbad zwischen 10 und 14 Uhr. Ein gesunder junger Erwachsener kann in dieser Zeit bis zu 20.000 IE Calcitriol bilden. Der Tagesbedarf liegt bei 800 IE (entspricht 20 µg).

Liegt der ermittelte Wert unter 20 ng/ml, kann der Arzt ein Rezept für ein hochwertiges Nahrungsergänzungsmittel ausstellen. Entsprechende Präparate stehen in Form von Tropfen, Kapseln und Tabletten zur Verfügung. Empfehlenswert ist eine kombinierte Gabe von Vitamin D3 und Magnesium, da sie synergistisch wirken. Dies bedeutet, dass sie sich gegenseitig ergänzen und ihre Wirkung verstärken.

Die Aufnahme über Nahrungsmittel spielt keine große Rolle. Lediglich fette Meeresfische liefern nennenswerte Mengen Vitamin D. Zur Deckung des Tagesbedarfs wäre es jedoch erforderlich, täglich mindestens 400 Gramm Makrele, Matjes oder Lachs zu essen.

Gut zu wissen: Bei älteren Männern und Frauen ab 65 Jahren kann die permanente Einnahme von 800 IE (20 µq) in Form eines Nahrungsergänzungsmittels zur Vorbeugung von Osteoporose und der Reduzierung der Sturzgefahr durch Knochen- oder Muskelbeschwerden sinnvoll sein.

Vitamin-D-Mangel mithilfe der Sonne vorbeugen

Die einfachste Präventionsmaßnahme ist der regelmäßige ausreichende Kontakt mit Sonnenlicht. Zum Schutz vor Hautkrebs sollte die Eigenschutzzeit der Haut (Zeitraum, über den die Haut der Sonne ausgesetzt werden darf, ohne sich zu röten) beim Sonnenbad nicht überschritten werden:

  • Hauttyp 1 (sehr helle Haut, rotblonde Haare, Sommersprossen, keine Bräunung): 10 Minuten
  • Hauttyp 2 (helle Haare, helle Haut, wenig Bräunung): 10 bis 20 Minuten
  • Hauttyp 3 (mittelhelle Haut, braune Haare, durchschnittliche Bräunung): 20 bis 30 Minuten
  • Hauttyp 4 (braune Haut und Augen, dunkelbraune/schwarze Haare): mehr als 30 Minuten

Es genügt, wenn die Arme und das Gesicht der Sonne ausgesetzt sind, zum Beispiel bei einem Spaziergang oder beim Aufenthalt auf dem eigenen Balkon.

Fragen und Antworten

Ist eine Überdosierung mit Vitamin D möglich?

Eine Überdosierung von Vitamin D durch zu ausgiebige Sonnenbestrahlung oder den Verzehr Vitamin-D-reicher Lebensmittel ist sehr unwahrscheinlich. Eine Überdosierung durch die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten ist dagegen möglich. Sie kann eine Nierenverkalkung oder Nierensteine auslösen. Verordnet der Arzt ein Nahrungsergänzungsmittel, sollte die empfohlene Tagesdosis unbedingt eingehalten werden.

Bildet der Körper Vitamin D, wenn ich auf der Sonnenbank liege?

Die in Solarien eingesetzten Neonröhren liefern fast nur UVA-Strahlen. Für die Vitamin-D-Synthese ist jedoch der Kontakt mit UVB-Strahlen erforderlich.

Quellen

  • https://edoc.rki.de/handle/176904/2492
  • https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Vitamin_D/Vitamin_D_FAQ-Liste.html
  • https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2011/daz-16-2011/die-wirkung-von-vitamin-d-auf-gehirn-und-nervenzellen
  • https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-062012/vitamin-d-das-hormon-der-streithaehne/
  • https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/56162/Vitamin-D-Substitution-bei-gesunden-Erwachsenen-unnoetig
  • https://www.dha-sonnenschutz.de/sonnenschutz.html
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Dieser TeleClinic-Ratgeber wurde nach höchstem wissenschaftlichen Standard von unseren Medizinredakteuren verfasst. Die Artikel sollen Ihnen lediglich Erstinformation zu diversen Themen bieten und können keine ärztliche Diagnose ersetzen. Gerne beraten Sie unsere Fachärzte weiterführend in einem Online-Arztgespräch.

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