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Rat bei Heuschnupfen

Was Heuschnupfen ist, woran man ihn erkennt und was Sie dagegen tun können erfahren sie hier

Heuschnupfen gilt als häufigste allergische Erkrankung in den Industrieländern. 15-30% der deutschen Bevölkerung leiden jedes Jahr aufs Neue unter dem Pollenflug – Niesanfälle, eine laufende Nase und juckende Augen gehören dabei zu den häufigsten Symptomen.

Kurzfassung

  • Heuschnupfen ist eine allergische Reaktion des Körpers auf verschiedene Pollen.
  • Jeder reagiert auf verschiedene Pollen unterschiedlich stark allergisch.
  • Die häufigsten Symptome sind häufiges Niesen, eine laufende Nase und juckende Augen.
  • Die Hauptzeit des Pollenflugs in Deutschland ist zwischen März und September.
  • Mit einem Pricktest kann man herausfinden, auf welche Stoffe Sie allergisch reagieren.
  • Es gibt verschieden Medikamente mit denen sich die Symptome behandeln lassen
  • Mit einer Hyposensibilisierung lässt sich eine Allergie auf lange Sicht behandeln
gelbe Blumenwiese Raps
Jede Person reagiert auf unterschiedliche Pollen allergisch.

Definition

Bei Heuschnupfen handelt es sich um einen allergisch bedingte Entzündung der Nasenschleimhaut (Rhinitis). Ausgelöst wird diese durch einen Abwehrreflex des Immunsystems gegen eigentlich für den Körper harmlose Pollen. Um von einer herkömmlichen Rhinitis zu unterscheiden wird Heuschnupfen auch als Pollinosis bezeichnet.

Symptome

Von Person zu Person sind die Symptome in ihrem Auftreten und ihrer Stärke unterschiedlich. Zu den häufigsten Symptomen zählen:

  • Gerötete, tränende und/oder juckende Augen (Bindehautentzündung)
  • Häufiger Niesreiz und Niesanfälle
  • Anschwellen der Nasenschleimhäute, verstopfte Nase, Fließschnupfen (laufende Nase)
  • Kratzen im Hals und Rachen
  • Hautreaktionen
  • Gelegentlicher Husten

In seltenen Fällen treten Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder eingeschränkte Leistungsfähigkeit durch Schleimansammlung in den Nebenhöhlen auf.

Ursache und Verlauf

Die Ursache für Heuschnupfen ist eine Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems auf eigentlich für den Körper harmlose Pollen. Diese kann durch eine genetische Veranlagung, zu intensive Hygienemaßnahmen in der Kindheit, die zur Unterforderung des Immunsystems führen und verschiedene Umweltfaktoren wie z.B. Zigarettenrauch begünstigt werden.

Generell handelt es sich um eine Sofortallergie (Typ-1-Allergie), das heißt dass die allergische Reaktion sofort nach dem Kontakt mit dem Allergen eintritt.

Grundsätzlich ist eine allergische Reaktion jedoch nur möglich, wenn Sie mit dem Allergen mindestens ein mal in Kontakt gekommen sind. Da der Pollenflug in Deutschland zwischen März und September stattfindet ist das Vermeiden des Allergens kaum möglich. Da die über diesen Zeitraum hinweg verschiedene Pflanzen blühen, sind auch die allergischen Reaktionen saisonal bedingt.

Die Allergie beginnt bei den Meisten schon im Kindesalter, kann sich aber auch erst später im Erwachsenenalter bemerkbar machen und unbehandelt oftmals viele Jahre lang anhalten. Je nach Stärke der Symptome, kann Heuschnupfen die Lebensqualität sowie die Leistungsfähigkeit der Betroffenen massiv beeinträchtigen.

Wenn einer Allergie nicht behandelt wird, kann es zum sogenannten Etagenwechsel kommen. Das bedeutet, dass sich aus einer einfachen Allergie allergisches Asthma entwickeln kann. Generell wird Heuschnupfen oftmals von anderen Atemwegserkrankungen begleitet.

Diagnose

Um Heuschnupfen behandeln zu können, ist es wichtig diesen als Ursache der Symptome zu identifizieren.

Die Beschreibung der Beschwerden und wann und wo diese auftreten, ist oftmals schon ausreichend um Vermutungen über mögliche Allergene anzustellen. Zusätzlich sollten diese jedoch durch einen Allergietest beim Arzt bestätigt werden.

Mit dem Pricktest kann herausgefunden werden, auf welche Allergene genau der Patient allergisch reagiert. Hierfür werden auf den Unterarm des Patienten an markierten Stellen kleine Mengen allergenhaltige Lösungen getropft. Die Haut wird an diesen Stellen dann mit einer Prick-Lazarette die Haut leicht angeritzt. In der Regel werden um die 20 Substanzen getestet. Nach 15-20 min kann das Ergebnis ausgewertet werden. Hierbei wird notiert welche Substanz auf der Haut des Patienten zu Rötungen oder Quaddel (juckende Schwellungen der Haut) geführt hat. Der Durchmesser der Rötungen und Quaddeln bestimmen die Stärke der allergischen Reaktion.

Diese Form des Allergietest wird ambulant bei einem Allergologen, Haut- oder Hausarzt durchgeführt, geht verhältnismäßig schnell und liefert eine klare Diagnose. Gelegentlich kann es jedoch zu starken allergische Reaktionen an der Teststelle kommen.

Die Kosten für den Pricktest werden von der Krankenversicherung übernommen.

Warum behandeln?

Bei Allergikern löst der Kontakt mit Allergenen Entzündungsreaktion aus, die für den Körper Stress bedeutet. Wenn eine Allergie unbehandelt bleibt, besteht die Gefahr, dass es Gewebeschäden kommt. Bei einer Chronifizierung dieser Schäden, kann aus einem vermeintlich harmlosen Heuschnupfen allergisches Asthma werden. Man spricht hierbei von einem Etagenwechsel.

Behandlungsformen

Bei viele Allergien ist Karenz, also das Vermeiden des Allergens, die effektivste und einfachste Behandlungsform. Bei Heuschnupfen ist dies jedoch nicht möglich, da die Pollen in der Atemluft vorhanden sind und durch den Wind zum Teil kilometerweit getragen werden.

Eine sehr effektive Behandlungsform ist die Hyposensibilisierung, also eine spezifische Immuntherapie. Hierbei wird dem Patienten über einen gewissen Zeitraum das Allergen in aufsteigender Dosis verabreicht. Der Körper entwickelt im Laufe der Behandlung eine Toleranz gegenüber den eingesetzten Allergenen.

Vorteile:

  • Hohe Effektivität der Behandlung
  • Übernahme der Kosten durch die Krankenkasse

Nachteile:

  • Dauer der Behandlung über mehrere Jahre in regelmäßigen Abständen
  • Bei ersten Behandlungen starke allergische Reaktion möglich, Behandlung daher ärztlich beaufsichtigt

Medikamente

Diese Medikamente helfen nicht nur bei Symptomen von Heuschnupfen sondern auch bei Hausstauballergien, Tierhaarallergien, Schimmelpilzallergien, Nesselsucht, Insektenstich-Allergien und Nahrungsmittelallergien:

Darreichungsform

Wirkstoff

Wirkungsweise

Nasensprays

Antihistaminika (Levocabastin, Azelastin)

  • Wirken direkt auf die Schleimhaut
  • Verhinderung der Bindung des Histamins an Rezeptoren
  • Schnelle, schonende Wirkung
  • Kein Gewöhnungseffekt

Kortikoide

  • Linderung von Schwellung bei allergischen Entzündungsreaktionen

Vasokonstriktoren

  • Verengung der kleinen Blutgefäße in der Nasenschleimhaut
  • Nicht für Dauerbehandlung geeignet

Mastzellstabilisatoren (Cromoglicinsäure, Lodoxamid)

  • Verhinderung der Freisetzung von Histamin
  • Wird vorbeugend angewandt (mind. zwei Wochen vor Pollenflug)

Augentropfen

Antihistaminika (Levocabastin, Azelastin)

  • Verhinderung der Bindung des Histamins an Rezeptoren
  • Schnelle, Schonende Wirkung

Cromoglicinsäure

  • Verhinderung der Ausschüttung des Histamins
  • Wird vorbeugend angewandt (mind. zwei Wochen vor Pollenflug)

Allergietabletten

Antihistaminika (Cetirizin, Loratadin)

  • Verhinderung der Bindung des Histamins an Rezeptoren
  • Schnelle, Schonende Wirkung
  • Lange Wirkzeit (bis zu 24h)
  • Keine Gewöhnung
  • Lindern Juckreiz, Niesreiz, Rötung, Schwellung und Augentränen
  • Auch bei akuten Beschwerden einsetzbar

Vor allem bei Allergietabletten können Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel oder Magen-Darm-Beschwerden möglich sein. Bei Augentropfen und Nasensprays kommt es seltener zu Nebenwirkungen, da sie direkt an der betroffenen Stelle wirken und nur in sehr geringen Mengen in die Blutbahn geraten.

Tipps

Um allergische Reaktionen zu vermeiden können Sie bei Ihnen Zuhause schon einiges tun:

  • Pollenflugvorhersage in einem Pollenflugkalender anschauen
  • Fenster geschlossen halten und nach Regenschauern Stoßlüften
  • Klamotten statt im Garten im Haus trocknen damit sich keine Pollen daran festsetzen
  • Klamotten nach dem Tragen nicht im Schlafzimmer lagern
  • Haare Abends vor dem Schlafen waschen, damit keine Pollen in der Nähe des Gesichts oder am Kissen sind
  • Körperliche Anstrengung draußen bei starkem Pollenflug vermeiden
  • Zigarettenrauch und gechlortes Wasser vermeiden
  • Um eine Kreuzallergie zu vermeiden über Allergene informieren und auf Nahrungsmittel, die diese enthalten, verzichten
  • Bei Gräserallergie, Rasen kurz halten, damit diese nicht blühen

Allgemein ist die Pollenbelastung in Küstennähe und im Hochgebirge am geringsten und eignen sich daher als Urlaubsorte für Heuschnupfengeplagte.

Quellen

  • https://www.allergiecheck.de/allergie/heuschnupfen.html
  • https://www.allergieratgeber.de/allergiearten/heuschnupfen
  • https://www.apotheken-umschau.de/Heuschnupfen
  • https://www.netdoktor.de/krankheiten/heuschnupfen/

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