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Die Kosten für den Online-Arztbesuch, sowie der Rezeptausstellung werden zu regulären Sprechstundenzeiten von Ihrer Krankenkasse übernommen. Da wir aktuell nur Privatrezepte ausstellen dürfen, müssen Sie lediglich die Kosten für Ihr Medikament selbst tragen.

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Als gesetzlich Versicherter werden die Kosten für den Online-Arztbesuch, wie in der Praxis vor Ort, von Montag bis Samstag zwischen 7:00 – 19:00 Uhr von Ihrer Krankenkasse übernommen. Außerhalb dieser Zeiten können Sie jederzeit auf eigene Rechnung einen Arzt sprechen. Eine Kostenübersicht dazu finden Sie hier.

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Bei Bedarf können Ihnen unsere Ärzte Privatrezepte, sowie Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ausstellen. Diese sind rechtsgültig und werden von Arbeitgebern und Apotheken anerkannt. Bitte beachten Sie, dass eine private AU nicht zur Beantragung von Krankentagegeld gültig ist und Sie bei einem Privatrezept die Kosten für das verschriebene Medikament selbst tragen müssen.

Nachdem der Arzt das digitale Rezept für Sie ausgestellt hat, können Sie es direkt in der App einlösen. Dabei haben Sie die Wahl, ob Sie Ihr Medikament bei einer Partner-Apotheke vor Ort abholen wollen oder ob Sie sich das Medikament kostenlos und bequem nach Hause liefern lassen. Das Medikament zahlen Sie entweder vor Ort oder auf Rechnung der Versandapotheke.

Im Schnitt können Sie bei uns innerhalb von 2 Stunden einen Arzt sprechen. Je nach Auslastung und Tageszeit kann dieser Wert etwas variieren.

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Juckreiz

Juckreiz ist ein weit verbreitetes Symptom mit diversen Ausprägungen und Ursachen wie Allergien, Insektenstichen oder Hautkrankheiten. In den meisten Fällen bewirk ein Kratzen der betroffenen Stelle zwar kurze Abhilfe, der Juckreiz kehrt jedoch nach kurzer Zeit zurück.

So kann TeleClinic helfen

Juckreiz hat ein vielfältiges Erscheinungsbild mit diversen Ursachen & Ausprägungen. In einem Online-Arztgespräch erhalten Sie in wenigen Minuten eine individuelle Beratung und könnnen gerade bei Juckreiz mit dem passenden Medikament schnell Abhilfe schaffen. Ihr Rezept erhalten Sie nach dem Arztgespräch direkt per App und können es in einer Partner-Apotheke in Ihrer Nähe einlösen oder Ihr Medikament nach Hause liefern lassen. Bei Bedarf erhalten Sie auch eine Krankschreibung, bequem & schnell per App.

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Juckreiz-Ratgeber

Kurzfassung

  • Juckreiz ist eine quälende Missempfindung der Haut oder Schleimhaut
  • Es gibt über 100 verschiedene Ursachen für Juckreiz.
  • Durch verschiedene Hausmittel und Medikamente kann der Juckreiz gelindert werden.
  • Wenn der Juckreiz ungewöhnlich lange anhält sollte ein Arzt konsultiert werden.
  • Der erste Ansprechpartner ist neben dem Hausarzt der Dermatologe.

Was ist das?

Juckreiz (Pruritus) ist eine Missempfindung und quälende Sinneswahrnehmung der Haut, die zum Kratzen verleitet. Dies kann sich auf der Haut manchmal auch auf der Schleimhaut abspielen und ist geprägt vom Verlangen nach Kratzen, Scheuern und Reiben der juckenden Körperpartien. Es gibt über 100 verschiedene Ursachen für Juckreiz.

Man spricht von chronischer Pruritus, wenn der Juckreiz trotz Behandlung über 6 Wochen anhält.

Es werden zwei Hauptformen von Juckreiz unterschieden:

Auf veränderten HautpartienAuf “normaler” Haut
  • Spricht für eine Hautkrankheit
  • Trockene, reife Haut
  • Hautschädigungen durch starkes Kratzen

Was man selber tun kann

  • Trockene Haut vermeiden: Verzicht auf trockenes Raumklima, häufiges Duschen, Saunagänge oder alkoholhaltige Pflegeprodukte
  • Hautpflege: Rückfettende und feuchtigkeitsspendende Mittel, besonders nach dem Duschen oder Baden
  • Vermeiden von Reizfaktoren wie sehr scharfes Essen, Alkohol, Stress und Ärger
  • Baumwollhandschuhe gegen Kratzattacken im Schlaf (besonders bei Kindern)
  • Hautschonendes Baden in lauwarmem Wasser maximal 20 Minuten und anschließendes sanftes Trocknen (evtl. Trocken tupfen)
  • Luftige Kleidung tragen, die nicht am Körper scheuert oder die Haut reizt
  • Kühle und feuchte Umschläge (mit Quark, Schwarztee oder etwas Essig) können zur akuten Linderung eingesetzt werden
  • Entspannungstechniken wie Yoga, autogenes Training, progressive Muskelentspannung zum Stressabbau

Juckreiz lindern

Neben Hausmitteln stehen verschiedene Medikamente und wirkstoffhaltige Cremes, die bei der Linderung von Juckreiz helfen können.

  • Cremes und Lotionen mit Methanol, Kampfer, Lidocain oder Polidocanol beruhigen und betäuben kurzfristig.
  • Zinkhaltige Pasten helfen bei juckenden Ausschlägen in Hautfalten.
  • Antihistaminika helfen vor allem, wenn der Juckreiz eine allergie-bedingt ist und gilt als besonders sinnvoll, wenn das Jucken im Schlaf anhält, da eine der Nebenwirkungen Müdigkeit ist.
  • Im Notfall hilft Cortison auf der Haut (cortisonhaltige Salben oder Cremes) oder auch innerlich.

Ursachen von Juckreiz

Es gibt über 100 verschiedene mögliche Ursachen für Juckreiz. Oftmals lässt sich das Missempfinden auf einen simplen Auslöser zurückführen. Juckreiz ist also erstmal kein Grund zur Panik, wenn dieser jedoch ungewöhnlich lange anhält oder weitere Symptome hinzukommen, sollten Sie einen Arzt konsultieren.

Im folgenden werden verschiedene mögliche Ursachen von Juckreiz aufgezählt. Die Reihenfolge der möglichen Auslöser ist willkürlich und von keinerlei Bedeutung.

Allergien und Tiergiftkontakt

Allergien und Pseudoallergien

Manchen Substanzen reizen die Haut, die dann den hochaktiven Botenstoff Histamin mobilisiert und den Juckreiz vermittelt. Man spricht von einer Allergie, wenn der Körper auf eigentlich harmlose Stoffe sensibel reagiert. Der Körper bildet dann bestimmte Abwehrstoffe. Bei dem nächsten Kontakt zum Allergen (auch Spuren des Allergens können ausreichen), verbinden sich die Abwehrstoffe mit diesem und Histamin wird freigesetzt. Auch bestimmte Lebensmittel können diese Reaktion auslösen.

Nahrungsmittel

Nicht nur der direkte Kontakt von einem Allergen zur Haut sonder auch Nahrungsmittel können Allergien oder Pseudoallergien auslösen.
Häufige Auslöser:

  • Reifer Käse
  • Fisch
  • Nüsse
  • Sauerkraut
  • Rotwein
  • Hefe
  • Bananen
  • Tomaten
  • Schokolade
  • Tee
  • Kaffee

Bei Nahrungsmittelallergien tritt juckender Hautausschlag tritt oft in Kombination mit Verdauungsbeschwerden (Durchfall, Bauchschmerzen, Erbrechen) und/oder Atembeschwerden auf.

Medikamente

Manche Antibiotika, Antidepressiva, Hormonpräparate und entzündungshemmende Mittel können allergische Reaktionen hervorrufen. Auch pseudoallergische Arzneimittelreaktionen sind möglich, oftmals bei Entzündungshemmern (Acetylsalicylsäure), ACE-Hemmern, Opiaten und Röntgenkontrastmitteln. Die Allergien äußern sich häufig durch juckende Hautauschläge, sog. Arzneimittelexantheme z.B in Form von roten Flecken, erhabene oder blasige juckende Rötungen (Quaddeln, Nesselsucht). Die Hautreaktion entsteht innerhalb von ein paar Tagen bis zu 8 Wochen nach Beginn der Therapie. Nach einer Einnahmepause verschwinden die Symptome und treten bei erneuter Einnahme wieder auf.

Anzeichen einer schweren Arzneimittelreaktion:

  • Fieber
  • Atembescherden
  • Schluckbeschwerden
  • Kreislaufschwäche

Falls diese Symptome auftreten, sollten Sie sich in die Notaufnahme begeben oder einen Notarzt rufen.

Tiergiftkontakt

Verschiedene Insektenstiche oder Bisse (Mücken, Wespen, Biene etc) können starken Juckreiz auslösen.

Bei manchen Tieren reicht jedoch nur der simple Kontakt zum Tier aus, um eine Hautreaktion und Juckreiz zu provozieren.

Bekannt ist, dass der Kontakt zu Fangarmen einer Qualle Nesselgifte freisetzt, die auf der Haut zu starken Verbrennungen und Juckreiz führen können. Je nach Qualle kann ein solcher Kontakt sehr gefährlich werden.

Ähnliche Reaktionen können durch die Haare des Eichenprozessionsspinners ausgelöst werden. Die Raupenhaare können abbrechen und von Wind weit getragen werden. Auf der menschlichen Haut lösen die Härchen mit ihren Widerhaken einen mechanischen und mit Nesselgiften einen chemischen Reiz aus (Raupendermatitis), der zu Ausschlag, Quaddeln, rötliche Knötchen und Juckreiz führt. Falls die Härchen eingeatmet werden, kann es zu asthmaartiger Atemnot kommen.

Außerdem dem können sowohl bei Quallen, als auch bei den Haaren des Eichenprozessionsspinners zu Symptomen wie Fieber, Müdigkeit, und Schwindel kommen. In diesem Fall sollte ein Arzt konsultiert werden.

Hautkrankheiten

Überempfindlichkeit gegen Licht (Lichtdermatosen) entstehen durch Substanzen, die die Haut besonders lichtempfindlich machen.

Die Sonnenallergie (Polymorphe Lichtdermatose) ist nicht eindeutig allergisch, da die Entstehung unklar ist. Betroffen sind meist Kinder und junge Frauen mit hoher Lichtempfindlichkeit. Am ausgeprägtesten sind die Reaktionen im Gesicht, am Hals, im Dekolleté und an den Gliedmaßen. Die Symptome sind zusätzlich zum Juckreiz Rötungen, Knötchen, größere erhabene Plaques und Bläschen.

Bei der photoallergischen Dermatitis wird die Haut aufgrund von UV-Strahlung gegen Stoffe sensibilisiert. Dadurch entsteht eine Allergie gegen den entsprechenden Stoff (z.B. Duftstoffe, Sonnenschutzmittel, Desinfektionsmittel, Medikamente, etc.). Bei Kontakt zum entsprechenden Stoff können Knötchen, Rötungen, kleine Bläschen und nässende, schuppende und juckende Hautveränderungen entstehen. Nach Abklingen der Symptome können leichte, hellbraune Hautverfärbungen zurückbleiben.

Ein aktinisches Retikuloid ist eine chronische, allergische Lichtreaktion der Haut (aktinisch = durch Strahlung erzeugt). Dabei entsteht eine Ansammlung von weißen Blutkörperchen (Lymphozyten) in der Licht ausgesetzten Haut, was zu ekzemartigen Rötungen, Schuppen, Knötchen und größere Erhabenheiten (Plaques) mit starkem Juckreiz führt.

Ekzeme

Bei Ekzemen handelt es sich um entzündliche, meist juckende, ursprünglich nicht infizierte Hautausschläge. Sie sind häufigste Hauterkrankung. Verletzte, meist aufgekratzte Haut ist außerdem durchlässiger für Bakterien, Viren und Pilze, was zu zusätzlichen Infektionen und Hautschäden führen kann, wie zum Beispiel bei der Windeldermatitis.

Ekzeme sind überall auf der auf der Haut möglich.

Es gibt viele verschiedene Auslöser und Formen von Ekzemen:

Das allergische Kontaktekzem (Kontaktdermatitis) beruht auf einer Spättyp-Allergie und kann zum Teil erst Jahre nach dem ersten Kontakt zum Auslöser auftreten. Typische Ursachen sind Medikamente, Kosmetika, Reinigungsmittel, Arbeitsstoffe, physikalische Reize oder Chemikalien in Klamotten. Die ersten Symptome sind meist eine akute Rötung und Schwellung nach Kontakt zum Allergen, gefolgt von nässenden Bläschen und starkem Juckreiz und später trockene, schuppende Haut mit Knötchen. Leicht reizbare, allergie-bereite Haut verträgt häufig verschiedene Fasern nicht.

Das toxische Kontaktekzem entsteht durch eine unmittelbare hautschädigende Wirkung des verantwortlichen Stoffes (z.B. Chemikalien wie Öle, Säuren, Laugen, Seifen oder durch physikalische Reize wie Sonnenlicht oder starke Temperaturschwankungen). Ein Juckreiz entsteht dabei eher selten, es sein den es entwickelt sich eine Allergie.

Allergische und toxische Ekzeme sind oft schwer voneinander zu unterscheiden.

Ein nummuläres Ekzem ist eine münzförmige, gruppierte Hautveränderungen, die meist an den Unterarmen und Unterschenkeln oder im Gesicht auftritt. Es steht oft im Zusammenhang mit einem bakteriellen Infektionsherd im Körper.

Es gibt verschiedene Ursachen für ein dyshidrotisches Ekzem, zum Beispiel allergische oder toxische Kontaktdermatitis oder Neurodermitis. Oft sind junge Menschen betroffen, Frauen häufiger als Männer. In der Akutphase entstehen dicht beieinander liegende, stark juckende Bläschen an den Innenflächen der Hände, zwischen Fingern oder an den Fußsohlen,die eine helle Flüssigkeit enthalten. Bei eine chronischen Entwicklung kommt es zu Schuppung, Rissen und verstärkter Verhornung.

Neurodermitis (atopische Dermatitis) tritt häufig schon im ersten Lebensjahr auf. Es handelt sich um eine teils genetisch bedingte Erkrankung, bei der die Barrierefunktion der Haut gestört ist und somit die Empfindlichkeit der Haut erhöht. Die genaue Ursache ist jedoch nicht vollständig geklärt. Neurodermitis zählt wie Heuschnupfen und allergisches Asthma zu atopischen Erkrankungen. Die geröteten, entzündeten und juckenden Hautstellen (Ekzeme) bei Neurodermitis treten bei Kindern und Jugendlichen typischerweise in den Beugen der Gliedmaßen, Handgelenken, Händen, Hals und Nacken auf. Es sind verschiedene Verlaufsformen möglich, viele Kinder werden mit der Zeit beschwerdefrei.

Knötchenflechte (Lichen ruber planus) gehört zu den Autoimmunerkrankungen. Bei einer ekzem-ähnlichen Knötchenfelchte werden die Zellen der obersten Hautschicht angegriffen. Es bilden sich rötliche bis bräunliche, matt-glänzende, flache, stark juckende Knötchen (Papeln) mit herdförmiger Anordnung auf weißlicher oder netzförmiger Streifung der Haut oder Schleimhaut. Wenn die Haut durch Kratzen beschädigt wird, können stärker verfärbte Hautflecken bleiben. Bei einem schweren Verlauf können Nagelschäden, Veränderungen der Kopfhaut und an den Schleimhäuten auftreten. Auch Haarausfall ist eine mögliche Folge.

Akne (Acne vulgaris):

Akne entsteht vor allem im Gesicht, am Dekolleté Nacken Oberarmen und Schultern. Die Talgdrüsen sind bei Akne vermehrt aktiv. Das verhornende Material verstopft die Drüsenausgänge, wodurch Mitesser entstehen. Diese können sich entzünden und aufplatzen, wodurch Knötchen und Pusteln entstehen. Die Entzündung kann das gesamte Gebilde aus Haarbalg und Talgdrüse erfassen. Es entstehen tiefgehende, entzündliche Knoten und Gänge, die sich mit eigenen Poren nach außen öffnen (Fisteln), Abszesse und schließlich Narben. Die schwere Form der Akne betrifft Männer häufiger als Frauen.

Schuppenflechte (Psoriasis):

Schuppenflechte ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung. Das vorherrschende Symptom sind glänzende, silberfarbene bis weißliche Schuppen auf geröteter Haut, oftmals an den Streckseiten der Arme, Händen und Beine, am Ellbogen und an den Knien. Aber auch die Kopfhaut, Brust, Achselhöhlen, Rücken, Gesäßfalte und Genitalbereich können betroffen sein. Psoriasis ist nicht zwingend mit Juckreiz verbunden.

Blasenbildende Hautkrankheiten

Blasenbildende Hautkrankheiten gehören zu den Autoimmunkrankheiten der Haut und verlaufen chronisch und teils in Schüben.

Dermatitis herpetiformis Duhring betrifft häufiger Männer als Frauen und allgemein eher jüngere Altersgruppen (20-50). Bei dieser Erkrankung bildet das Immunsystem Antikörper gegen bestimmte Hautstrukturen und Gluten (häufig mit Zöliakie verbunden). Dadurch entstehen Bläschen oder Blasen in Gruppen auf geröteter, entzündeter Haut an Ellbogen und Knien, der Schulter und der Steißbeingegend. Die Stellen schmerzen und es entwickelt sich ein brennender Juckreiz. Durch Kratzen entstehen dann Wunden, Krusten und Narben. In manchen Fällen tritt der Juckreiz auch vor der Hautveränderung auf.

Bullöses Pemphigoid: Diese Autoimmunerkrankung tritt meistens bei Leuten über 60 Jahren auf. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Als Auslöser kommen Medikamente und UV-Strahlen infrage. Bei dieser Erkrankung bilden sich unterschiedlich große, prall gefüllte, feste Blasen auf normaler oder geröteter Haut, die manchmal erst nach längerer Krankheitsdauer entstehen. Weitere Symptome sind Schmerzen, starkes Jucken und manchmal auch Knötchen an den Betroffenen Stellen. Beim Eröffnen der Blasen entstehen flache Wunden und Krusten, meist jedoch keine Narben. Betroffene Körperstellen sind die Beugeseite der Arme, die Innenseite der Oberschenkel, der Bauch, die Achseln, die Mundschleimhaut und die Augenbindehaut.

Nesselsucht (Urtikaria) tritt in verschieden starken Ausprägungen auf. Charakteristisch für Nesselsucht sind stark juckende Quaddeln an unterschiedlichen Körperstellen. Es bilden sich Wasseransammlungen in den oberflächlichen Anteilen der Haut, die im Zusammenhang mit physikalischen Reizen wie Kälte, Wärme, Druck oder Wasser entstehen. Nesselsucht kann spontan, akut oder chronisch auftreten.

Mastozytose

Oberbegriff für einige seltene Krankheiten, bei denen sich Mastzellen, die Reiz- und Botenstoffe wie Histamin ausschütten, vermehrt ansammeln. Diese spielen bei Allergien und Entzündungen eine Rolle

Hautmastozytose ist eine spontane Störungen der Mastzellen. Die häufigste Form heißt Urticaria pigmentosa, bei der ganze Bereiche der Haut und Schleimhäute mit kleinen, rötlich-braunen Flecken oder Knötchen besetzt sind. Bei Kindern können sich größere Hautveränderungen entwickeln. Typisch für Hautmastozytose ist eine spontane Schwellung, Rötung und Juckreiz aufgrund von mechanischer Reizung. Die Krankheit ist entweder von Geburt an vorhanden oder entstehen im Laufe der Kindheit oder Jugend und verschwindet meistens im Erwachsenenalter wieder.

Systemische Mastozytose ist eine Mastzellanhäufung in anderen Organen als der Haut, überwiegend im Knochenmark. Die Krankheit entsteht durch eine spontane Genveränderung und verläuft schleichend-chronisch. Die tumorähnlichen Veränderungen, die meist das Knochenmark betreffen, können gut- und bösartiger Art sein.

Trigger (auslösende Reize), die zu einer Freisetzung der Entzündungsstoffe führen können oder darauf Einfluss nehmen:

  • Nahrungs- und Genussmittel
  • Medikamente
  • Giftstoffe
  • Physikalische Phänomene wie starke Temperaturänderungen, Druck oder Reiben der Haut
  • Sportliche Aktivität
  • Schlafmangel
  • Hormonwirkungen
  • Psychischen Faktore wie Stress und Aufregung

Die Symptome sind abhängig davon wo und wie viele Mastzellen sich ansammeln. Bei Hautbeteiligung ist das Hauptsymptom Juckreiz. Wie stark die Beschwerden der Patienten mit systemischer Mastozytose sind, ist sehr unterschiedlich. Bei starken Reaktionen sind folgende Symptome möglich:

  • Krankheitsgefühl
  • Gewichtsverlust
  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Durchfall
  • Kopfschmerzen
  • Fieber
  • Hitzewallungen
  • Absinken des Blutdrucks

Erkrankungen und weitere Ursachen

Erkrankungen der Leber und Gallenwege

Verschiedene Entzündungen können die Gallenbildung in der Leber oder den Übertritt der Galle in die Gallenwege beeinträchtigen. Dies passiert zum Beispiel bei einer primär-biliären Zirrhose, von der meist Frauen betroffen sind oder bei einer primär sklerosierenden Cholangitis. Die Gallengänge innerhalb und außerhalb der Leber entzünden sich. Bei beiden Erkrankungen ist Juckreiz eines der Frühsymptome.

Ein Gallenstau kann auch durch einen Gallengangsverschluss durch Steine, einen Tumor (der Gallenwege oder der Bauchspeicheldrüse) oder einen Darmparasit entstehen.

Verschiedene Medikamente wie Erythromycin, Hormonpräparate wie die Pille oder Phenothiazin können ebenfalls das Leber-Galle-System angreifen.

Juckreiz kann außerdem ein frühes Symptom von Leberzirrhose, Gelbsucht oder Hepatitis C sein.

Blutkrankheiten

Ein Eisenmangel im Blut kann sich mit Blutarmut, trockener Haut und Juckreiz manifestieren.

Polycythaemia vera  ist eine Erkrankung bei der die Anzahl der Blutzellen, vor allem rote Blutkörperchen, erhöht ist, bedingt durch eine genetisch bedingte Stammzellenstörung im blutbildenden Knochenmark.

Nährstoffmangel und Stoffwechselkrankheiten

Zinkmangel und Mangel an bestimmten Vitaminen sowie Vitamin-Überdosierungen können die Ursache für Juckreiz sein.

Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, Gicht und Funktionsstörungen der Schilddrüse können ebenfalls Juckreiz auslösen.

Infektionskrankheiten

Krankheiten wie Windpocken, Herpes-Infektionen, Masern, Röteln oder Scharlach sind mögliche Auslöser von Juckreiz sein. Auch eine HIV-Infektion kann Juckreiz auslösen.

Krebserkrankungen

Morbus Hodgkin, eine Form des Lymphdrüsenkrebs, löst einen Juckreiz am gesamten Körper oder nur im Bereich der Lymphknoten aus. Diese Symptome können schon Jahre vor Entstehen des bösartigen Tumors auftreten.

Mycosis fungoides ist ein mäßig bösartiger Lymphdrüsenkrebs, der sich größtenteils über die Haut durch Juckreiz und schuppende, rötliche Ausschläge bemerkbar macht.

Krebserkrankungen wie Bronchial- oder Magenkarzinome, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Darm-, Brust-, Gebärmutter- oder Prostatakrebs können in seltenen Fällen ebenfalls Juckreiz als Symptom haben, da sich die Immunreaktionen bei solchen Erkrankungen verändern.

Neurologische Ursachen

Einige Erkrankungen des Zentralnervensystems können zusätzlichen zu neurologischen Symptomen auch Juckreiz in einzelnen Hautarealen hervorrufen. Z.B. multiple Sklerose, Hirntumor, Schlaganfälle oder morbus Parkinson.

Schwangerschaft

Ab dem Zeitpunkt an dem der Bauch beginnt zu wachsen, kann die sonst ungewohnte Dehnung der Haut zu Juckreiz führen. Außerdem verändert sich der Hormonhaushalt in der Schwangerschaft, was ebenfalls Symptome wie Jucken auslösen kann.

Falls sich ein starker Juckreiz entwickelt, sollten Frauen dies mit ihrem Gynäkologen besprechen um mögliche krankheitsbedingte Ursachen auszuschließen.

Psychische Ursachen

Psychische Belastung wie zum Beispiel Stress oder Nervosität kann sich auf die Haut auswirken. Zum Beispiel Hautkrankheiten wie Neurodermitis verschlechtern sich häufig, wenn die betroffene Person unter Stress steht.

Psychische Erkrankungen wie z.B. Depressionen oder Magersucht können ebenfalls mit ausgeprägtem Juckreiz am gesamten Körper eingehen.

Hautparasiten

Flöhe

Relevant sind hauptsächlich auf den Menschen überspringende Hunde- und Katzenflöhe.Die Stiche der Flöhe sind meist in Reihen und Gruppen angeordnet, da der Floh eine “Probebohrung” durchführt, bis er auf ein geeignetes Blutgefäß trifft. Von den dabei entstandenen Wunden geht ein starker Juckreiz aus.

Läuse

Man unterscheidet Kopfläuse, Filzläuse, Filzläuse, in Deutschland sind jedoch nur die Kopfläuse relevant. Sie nisten an den Haaren und pflanzen sich dort fort. Ihre Bisse auf der Kopfhaut hinterlassen rote, juckende Stellen, die oftmals aufgekratzt werden und sich entzünden können.

Bettwanzen

Bettwanzen konzentrieren sich meistens auf die nicht bekleidete Haut (Arme, Beine). An den Bissstellen entstehen grüppchenweise Quaddeln. Bei empfindlichen Personen können auch Einblutungen und flache Blasen entstehen. Während allergische Reaktionen wie Asthma möglich sind, reagieren manche Menschen gar nicht oder nur sehr schwach auf die Bisse der Wanzen.

Krätzmilben

Nachts auftretender Juckreiz zwischen den Fingern und Zehen, unter den Achseln, am Nabel oder im Genitalbereich kann von den Bissen von Krätzmilben (Krätze) kommen. Die Milbe gräbt sich in die oberste Hautschicht ein und legt dort ihre Eier und Ausscheidungen ab. Die stäbchenförmigen Tunnel der Milbe sind mit dem bloßen Auge nicht sichtbar. Durch engen Körperkontakt ist eine Übertragung der Milben auf z.B. den Partner möglich. Durch Kratzen gereizte Haut ist anfälliger für Bakterien und andere Infektionen, die Entzündungen und eitrige Ausschläge zur Folge haben können.

Juckreiz an verschiedenen Körperstellen

Kopf und Gesicht

Ein typischer Auslöser von Juckreiz am Kopf, abgesehen von Kopfläusen, ist Kontaktdermatitis, die durch Haarpflegemittel oder Cremes ausgelöst werden kann.

Eine weitere Ursache kann ein seborrhoisches Ekzem sein, das auf Veränderungen der Hautflora und Hautfette beruht.

Bart

Juckreiz bei einem neu wachsendem Bart ist normal und kann mit richtiger Pflege gut behandelt werden. Zur normalen Bartpflege gehört regelmäßiges Duschen und Waschen mit milden Shampoos, Pflege mit einer Spülung um das Gesichtshaar weicher zu machen. Außerdem lässt sich der Bart gut in Wuchsrichtung kämmen, wenn er noch feucht ist. Abstehende Haarspitzen, querliegende Haare und sonstiger Wildwuchs kann getrimmt werden. Bei regelmäßiger Rasur können juckende Rasierpickel und eingewachsene Haare entstehen. Dies kann mit für den jeweiligen Hauttyp geeignetes Gesichtswasser und After-Shave-Produkten, richtiger Rasiertechnik und rückfettenden Produkten verhindert werden. Akne kann durch Rasieren zunehmen.

Augen

Eine häufige Ursache von juckenden Augen sind allergische Bindehautentzündungen, bei denen das Auge Schleim abgibt. Die Bindehaut ist meist gerötet oder glasig geschwollen. Ausgelöst wird sie meist durch Heuschnupfen.

Auch trockene Augen können eine Ursache von juckenden und brennenden Augen sein.

Ohren

Große Mengen Ohrenschmalz können Juckreiz im Ohr auslösen.

Bei einer Entzündung vom äußeren Anteil des Ohrs (Otitis externa) kann es auch zu einem Juckreiz kommen. Ursachen können Entzündungen keiner Verletzungen oder allergische Reaktionen sein.

Intimbereich bei Frauen

Entzündungen im Intimbereich der Frau (Vulvitis) kommen relativ häufig vor und können verschiedene Ursachen haben.

Zu enge, scheuernde Klamotten und synthetische, wenig atmungsaktive Fasern können zu Juckreiz führen.

Auch Chlamydien oder Pilzinfektionen können Juckreiz auslösen.

Pilze gehören zum normalen Ökosystem der Scheide. Das natürliche Scheidenmilieu kann durch z.B. eine Veränderung des Hormonspiegels z.B. nach den Wechseljahren, bei einer Hormonbehandlung (Pille), in der Schwangerschaft oder bei der Einnahme von Antibiotika aus dem Gleichgewicht geraten. Pilze können Überhand nehmen und eine Entzündung auslösen (Scheidenpilz). Risikofaktoren die eine Entwicklung von Scheidenpilz begünstigen sind Diabetes mellitus und mangelhafte oder falsche Hygiene. Weitere Symptome sind Rötung, krümeliger, weißer Ausfluss, Brennen beim Wasserlassen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Weitere Auslöser von Juckreiz im Intimbereich der Frau sind allergische Reaktionen auf z.B. Intimpflegemittel oder Scheidenentzündungen (Vaginitis, Kolpitis), die häufig zu Ausfluss und Juckreiz führen.

Intimbereich der Männer

Bei einer geschwächten Abwehr können sich Erreger ausbreiten und es kann zu einer sog. Candida-Balanitis am Penis führen.

Auch bei Männern können Pilzinfektionen auftreten, die von Diabetes und der Einnahme von Antibiotika begünstigt werden. Es besteht Ansteckungsgefahr beim Geschlechtsverkehr. Wie bei Frauen sind neben Juckreiz weitere Symptome Rötung der Eichel, Brennen, Schmerzen und teilweise Ausfluss. Die Entzündung kann Teilweise auch auf die Harnröhre übergehen.

After

Meist sind äußere Faktoren wie einengende Kleidung, synthetische, wenig atmungsaktive Fasern unsachgemäße Hygiene oder der Gebrauch von z.B. Feuchttüchern die Auslöser von Juckreiz am After. Weitere Ursachen können Hefepilze sein, die sich im feucht-warmen Milieu gut verbreiten können.
Stauungszustände im unteren Darmbereich im Zusammenhang mit Hämorrhoiden oder Enddarm- und Analentzündungen (Proktitis) können ebenfalls für einen Juckreiz verantwortlich sein.

Wann zum Arzt?

  • Bei wiederkehrendem oder lang anhaltendem Juckreiz ohne erkennbaren Grund
  • Bei Juckreiz der länger als sechs Wochen lang anhält
  • Wenn Begleitsymptome wie Fieber, Abgeschlagenheit, Hautausschlag, etc auftreten
  • Wenn die Haut neben dem Juckreiz andere Veränderungen aufweist

Was macht der Arzt?

Die Ursache von Juckreiz zu finden ist nicht immer einfach. Als erster Ansprechpartner gilt der Hautarzt (Dermatologe). Dieser erkennt Hautveränderungen und Hauterkrankungen. Falls die Ursache nicht äußerlicher Herkunft ist, kann ein Internist oder auch ein Psychiater hinzugezogen werden.

Bei dem Arztbesuch fragt der Arzt im Patientengespräch nach den Symptome, wann genau und wie oft diese vorkommen, wie stark sie sind und ob sie sich lindern lassen. Außerdem ist es für den Arzt wichtig zu wissen ob der Patient Medikamente einnimmt, kürzlich Urlaubsort besucht hat oder im engeren Kreis Parasiten aufgetaucht sind.

Danach erfolgt eine körperliche Untersuchung, bei der die Haut genauestens betrachtet wird und Organe wie die Leber, Milz, Lymphknoten und Niere abgetastet werden.

Falls keine Ursache für den Juckreiz gefunden werden kann, werden Blutuntersuchungen vorgenommen um die Entzündungswerte zu betrachten. Auch Abstriche von der Haut und den Schleimhäuten können hilfreich sein um diese dann unter dem Mikroskop auf Parasiten, Pilze oder Bakterien zu untersuchen.

Quellen

  • https://www.apotheken-umschau.de/haut/juckreiz
  • https://www.netdoktor.de/symptome/juckreiz/
  • https://www.optiderm.de/juckende-haut/

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